Chinas kalter Winter stoppt den Eisenerz-Preis

Der Eisenerz-Preis ist von seinem 15-Monate-Hoch Anfang Januar ein Stück nach unten. Wetter und neue Minen hemmen die positive Entwicklung.

Der Eisenerzpreis musste vergangene Woche zum ersten Mal seit Wochen einen starken Einbruch wegstecken. Das zeigt, wie verunsichert die Marktteilnehmer sind. Hält die starke Nachfrage von China an? Oder wird eine schwächere Stahlnachfrage auch weniger Einsatz der dafür nötigen Rohstoffe Kokskohle und Eisenerz benötigen? Die Experten sind sich zu Beginn des neuen Jahres noch uneinig.

Der kälteste Winter seit Jahrzehnten löst dabei natürlich große Zweifel aus, dass die Baukonjunktur und damit die Stahlnachfrage im Reichder Mitte derzeit rund läuft. Es ist davon auszugehen, dass die Nachfrage nach Stahl hinkt und damit auch der Einsatz von mehr Eisenerz nicht gefragt ist. Gut ist nur, dass Wetterphänomene eher kurzfristiger Natur sind und es zudem danach sogar zu Nachholeffekten kommen könnte.

Dennoch geht die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs für 2013 von einem durchschnittlichen Preis von 144 US-Dollar, für 2014 von 126 und für 2015 von 90 Dollar je Tonne aus. Dagegen sieht die Deutsche Bank im ersten Halbjahr 2013 einen Preis von bis zu 170 US-Dollar, danach einem Rückgang bis unter 120 US-Dollar. Begründet wird dies mit der Erwartung, dass ein Überangebot in etwa zwei Jahren am Markt herrschen werde.

Rio Tinto, zweitgrößter Minenkonzern weltweit, zeigte sich aktuell optimistisch und verkündete, dass im letzten Quartal 2012 mehr Eisenerz als erwartet, produziert wurde und das Unternehmen den Eisenerzausstoß weiter erhöhen will und zwar um etwa 15 Prozent im laufenden Jahr. Diese Aussagen zeigen, wohin die Reise gehen wird: Das Angebot an Eisenerz wird immer größer.

Übrigens hat BHP Billiton rund 100.000 Tonnen Eisenerz am Markt gekauft. Es wird gemunkelt, dass der Grund dafür im Wunsch der Gesellschaft liegt, den Preis am weiteren Abrutschen zu hindern. Einige Tage zuvor fiel der Preis um 7 Prozent. Derartige Marktunsicherheiten wird es wohl immer wieder geben. Langfristig sollte die Nachfrage aber hoch bleiben, denn neben China werden auch andere aufstrebende Länder für den Aufbau Stahl und damit Eisenerz brauchen.

China hat nach wie vor – Wetter bereinigt – einen sehr hohen Bedarf an Eisenerz aufgrund hoher Infrastrukturinvestitionen. Dabei wollen die Stahlfirmen ungern Eisenerz bei Preisen über 150 US-Dollar importieren. Sollte es jedoch richtig sein, dass die Chinesen keine gute Qualität mehr in ihren Eisenerzminen haben, dann sind sie auf ausländisches Eisenerz angewiesen. Dies wiederum sollte sich dann positiv für die kanadischen und US-amerikanischen Produzenten auswirken.

Dieser Tage macht ein kanadisches Eisenerzunternehmen, Arrowstar Resources (ISIN: CA04281R1029), das in Alaska und Quebec aktiv ist, von sich Reden: Laut Firmenchef Robert Card wurden beim Eisenerzprojekt Port Snettisham in Alaska weitere 21 Claims abgesteckt. Diese grenzen im Osten und im Süden an das Gebiet, das bereits im letzten Sommer mit geophysikalischen Methoden untersucht wurde und viel versprechende Ergebnisse lieferte. Die neuen Gebiete erweitern das Projektgebiet um rund 43 Prozent. Als nächsten Schritt bereitet die Gesellschaft einen Antrag auf Bohrgenehmigung vor. Sobald diese erteilt ist, werde ein Diamant-Bohrprogramm starten, um eine NI 43-101 konforme Ressourceneinschätzung auf den Weg zu bringen, so das Management. Da bereits japanische Konzerne vor vielen Jahren festgestellt haben, dass dort Eisenerz abgebaut werden könnte, ist noch Einiges zu erwarten.