Industrialisierung und Verstädterung sind die Preistreiber für Eisenerz. China und die anderen Schwellenländer verschaffen besonders dem Rohstoff Eisenerz die Chance auf Preissteigerungen.

Eisenerz, der wichtigste Rohstoff für die Stahlherstellung, wird überwiegend von den drei Schwergewichten der Branche, Vale aus Brasilien, BHP Billiton und Rio Tinto produziert. Der globale Eisenerzhandel betrug in 2011 rund 1 Milliarde Tonnen.

110 US-Dollar je Tonne ist in etwa die Grenze für chinesische Produzenten, darunter können einige nicht mehr mit Gewinn produzieren. Denn allein deren reinen Abbaukosten liegen derzeit bei 80 Dollar je Tonne. Fällt der Preis, so wird weniger produziert und der Preis damit wieder gestützt. So wird beispielsweise BHP in 2012 rund 160 Millionen Tonnen Eisenerz auf den Markt bringen. In 2014 und in 2015 sollen es ungefähr 220 Millionen Tonnen werden.

Wichtiger Aspekt für den Bedarf an Eisenerz ist die Verstädterung in den Schwellenländern. Stahl ist notwendig um die erforderlichen Gebäude und die Infrastruktur zu errichten. China, einer der entscheidensten Faktoren für das globale Wirtschaftswachstum, hat in den ersten neun Monaten des Jahres 2012 bei der Roheisen-Produktion 503 Millionen Tonnen und bei der Rohstahl-Produktion Mengen von 542 Millionen Tonnen erreicht. Das sind zwar nur 2,7 beziehungsweise 1,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Aber im Gegensatz dazu stieg im selben Zeitraum Chinas eigene Eisenerz-Produktion um 16,6 Prozent an, während die Eisenerz-Importe um 8,2 Prozent anstiegen – immer im Vergleich zum Vorjahr. Und diese Zahlen wachsen weiter an: Im September 2012 produzierten Chinas Bergwerke um 20 Prozent mehr vom Rohstoff Eisenerz als im September 2011.

So sind auch die Experten von S&P Capital IQ der Meinung, dass die Kernrohstoffe, wie insbesondere Eisenerz 2013 nicht im Preis sinken werden. Der Trend, dass sich der Eisenerzpreis etwa auf Höhe der Produktionskosten (zirka 120 US-Dollar je Tonne in China) befindet, werde, so die Stimmen von S&P Capital, nicht anhalten. 125 US-Dollar je Tonne, so sehen sie den Eisenerz-Preis in 2013. Denn Chinas Wachstum liegt immer noch weit über dem Wachstum der Industriestaaten.

Zum Thema Eisenerz gehören natürlich die Streiks der Minenarbeiter in den südafrikanischen Edelmetallminen. Sie sind ein Zeichen, wie schnell in den Produzentenländern – und das ist nicht auf Edelmetalle begrenzt, sondern gilt ebenso für andere Rohstoffe wie Eisenerz und Kohle – die Kosten steigen können.

Investments in den Rohstoff Eisenerz sind auf vielfältige Weise möglich und bergen aufgrund der weiterhin aussichtsreichen Marktlage auch Gewinnchancen. Neben den Großen Produzenten der Branche, wie oben aufgeführt, gibt es auch aussichtsreiche kleinere, wenn auch noch sehr spekulative, Unternehmen, die gerade erst ihre Produktion aufbauen oder aussichtsreiche Vorkommen explorieren. Zu diesem Kreis zählt beispielsweise Arrowstar Resources aus Kanada, das über mehrere Projekte in Nordamerika verfügt.