BRIC Staaten drängen nach Afrika

Bereits seit Längerem ist bekannt, dass China massiv in Afrika investiert, um die zukünftige Rohstoffversicherung der zweitgrößten Volkswirtschaft zu sichern. Neben China drängen aber auch zunehmend Indien, Brasilien und Russland nach Afrika. So hat sich beispielsweise Indiens Handelsvolumen mit Afrika innerhalb der letzten 10 Jahre von fünf Mrd. USD auf inzwischen 32 Mrd. USD mehr als versechsfacht. Andere Quellen sprechen sogar von einem Anstieg auf inzwischen 60 Mrd. USD. Dabei streben Brasilien und Indien langfristige Kooperationen an und betonen, dass sie nicht allein an der Ausbeutung der Rohstoffvorkommen interessiert sind, sondern die afrikanischen Länder als Partner sehen, was von den Chinesen als Konfrontation gesehen wird. Auch wenn die afrikanischen Länder sehr von den massiven chinesischen Investitionen, insbesondere in die Infrastruktur, profitiert haben, so werden die Chinesen immer stärker als neue Imperialisten wahrgenommen, die eine ähnliche Kolonialpolitik wie die Europäer im 19. und 20. Jahrhundert verfolgen.

Gerade Brasilien betont immer wieder die kulturelle Verbundenheit mit Afrika, haben doch mehr als die Hälfte der knapp 200 Millionen Brasilianer afrikanische Vorfahren. Brasiliens Handelsvolumen mit den afrikanischen Staaten beträgt ca. 27 Mrd USD, wobei ein Großteil auf den brasilianischen Eisenerz-Giganten Vale und die brasilianische Ölgesellschaft Petrobras entfällt. Vale ist bereits in neun afrikanischen Ländern aktiv, darunter Liberia, der Kongo, Mosambik und Sambia, und kündigte zuletzt an, weitere mehr als 7 Mrd. in Afrika zu investieren. Petrobras ist schon länger in Nigeria und Angola aktiv, und möchte seine Aktivitäten ausbauen.

Auch jenseits des Rohstoffsektors investieren die Brasilianer kräftig in Afrika, so plant Electrobras den Bau eines gewaltigen Wasserkraftwerks in Mosambik. Brasilianische Baukonzerne engagieren sich zusätzlich stark in den ehemals portugiesischen Kolonien Angola und Mosambik, wo sie führend beim Bau von Luxus-Wohnsiedlungen, Straßen und Brücken sind. Geht man davon aus, dass die afrikanischen Volkswirtschaften im Mittel in den nächsten Jahren mit mindestens 5% wachsen, winken hier zahlreiche neue Aufträge.

Indien betont, dass man die Entwicklung afrikanischer Produktionsstätten unterstützen möchte und dazu lokale Arbeiter (weiter-)qualifizieren möchte. Vor diesem Hintergrund werden von den Indern in Afrika zahlreiche neue Ausbildungsstätten geschaffen und man ermöglicht es über Stipendien, dass afrikanische "High-Potentials" in Indien studieren können. Die so gewonnenen neuen Experten sollen dann in ihre Heimat zurückkehren und beim Aufbau der Infrastruktur sowie im Bergbau Führungspositionen besetzen.

Da es in einigen afrikanischen Staaten wie Sambia oder Angola inzwischen massive Widerstände gegen einen chinesischen Wirtschaftsimperialismus gibt, gewinnen die Inder und Brasilianer hier zunehmend an Einfluss. Auch europäische Firmen entdecken langsam, dass ihre Absatzmärkte nicht auf das Afrika nördlich der Sahara beschränkt sind. Die Ansätze sind auch insofern erfreulich, als dass es hier weit über die bisherige Entwicklungshilfe (die stets neue Abhängigkeiten geschaffen hat) hinausgeht, und den Menschen in Afrika mittel- und langfristig Perspektiven bietet, sich selbst in eine bessere Zukunft zu entwickeln. Wie nachhaltig diese Entwicklung sein wird, bleibt abzuwarten, aber die mehr als 1 Mrd. Menschen in Afrika haben diese Chance verdient.

Ihr Manuel Giesen

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