Die gestrige Erholung des Goldpreises auf mehr als 1.600 Dollar war nur eine Zwischenerholung in der nach wie vor intakten Abwärtsbewegung der Feinunze. Diese hält sich heute deutlich unter der 1.600er-Marke auf und erreicht bei 1.572 Dollar ein neues Verlaufstief des Kursverfalls, der Ende Februar knapp unter 1.800 Dollar begonnen hat. Schon unken einige, dass die Goldpreisblase platzt. Doch ein solches Szenario ist viel zu kurz gedacht.

Man darf in dem Zusammenhang verschiedene Faktoren nicht vergessen, die kurzfristig auf dem Goldpreis lasten. Trader reduzieren nach der jüngsten Goldpreisentwicklung spekulative Positionen im Gold und gehen auf Nummer sicher oder setzen auf andere Pferde. Konjunkturelle Sorgen um Europa und eine schwächer als erwartete Entwicklung in China belasten, hinzu kommt die Entwicklung des Dollars, der gegenüber dem Euro an Wert gewinnt. Die europäische Einheitswährung lastet unter den Turbulenzen, die die Staatsschuldenkrise mit sich bringt.

Doch das sind Faktoren, die schnell wieder aus dem Markt verschwinden können. Dann sieht die Lage wieder anders aus. In diesem Fall sollte der Fokus wieder in Richtung der harten, langfristigen und fundamentalen Faktoren wandern, die Gold in die Höhe haben schießen lassen. Da sind unter anderem die Zinsen, die langfristig niedrig bleiben dürften. Das ist unter anderem eine langfristig steigende Goldnachfrage insbesondere aus Asien und von Seiten einiger Notenbanken, wodurch die Schere zwischen Angebot und Nachfrage auseinander driftet. Und diese Faktoren sprechen klar für steigende Goldpreise. Davon ist man beispielsweise auch bei Goldman Sachs überzeugt. Dort wurde jüngst ein Anstieg des Goldpreises auf 1.840 Dollar je Unze prognostiziert.