Koreanische Unternehmen verstärken ihr Interesse an australischen Bergbaufirmen – im Auftrag der Regierung sollen sie das Angebot an wichtigen Rohstoffen sicherstellen. Die südkoreanische Regierung nutzt dabei sowohl ihren politischen Einfluss als auch finanzielle Anreize, um die großen, oft in Familienbesitz befindlichen Konglomerate zu ermutigen, ihre Beteiligung an wichtigen Materialien zu erhöhen, die für Koreas Industrie von Bedeutung sind.

Nach Ansicht der Experten von Ernst and Young ist es offensichtlich, dass das Interesse aus Korea steigt. Dies sei ein relativ neues Phänomen, das in den letzten sechs Monaten, vor allem aber im neuen Jahr zu beobachten gewesen sei. Anders als die chinesischen Unternehmen, die sich in den australischen Rohstoffsektor einkaufen, sind die koreanischen Firmen aber nicht in Staatsbesitz und müssen eigene Finanzierungsmöglichkeiten für Akquisitionen finden. Allerdings bietet die koreanische Regierung zur Unterstützung der Rohstoffbeschaffung für einige Deals finanzielle Unterstützung.

Wie die Analysten von Ernst and Young erklären, sei das ein ähnliches Modell wie bei japanischen Firmen. Diesen wird von der Regierung eine Finanzierung zur Verfügung gestellt. Sollte sich das Projekt aber als nicht erfolgreich erweisen, müssen die Unternehmen nicht alle Gelder zurückzahlen.

Die offensichtlichten Ziele sind Kraftwerk- und Kokskohle, doch benötigt Koreas Industrie, insbesondere der Automobilsektor, unter anderem auch Kupfer, Wolfram, Seltene Erden und Lithium. Den Unternehmen sei im Prinzip gesagt worden, sie sollten in Hinsicht auf diese Materialien Akquisitionen vornehmen, erklärt Ernst and Young weiter.

Ein Beispiel sei die Übernahme der in Australien notierten Cockatoo Coal durch die SK Group. Der australische Kohleproduzent stimmte im vergangenen Monat einer Platzierung von 313 Mio. Dollar von SK Networks zu. Mit einem signifikanten Aufschlag auf den Börsenkurs erwarb SK so einen Anteil von 40% an den Australiern.

Große koreanische Aktionäre wie die Korean Resources Corporation, POSCO und die Korea Electric Power Corporation werden nach Abschluss der Tranksaktion 51% der Cockatoo-Aktien halten. Das ist das erste Mal, dass koreanische Firmen die Kontrolle an einem australischen Bergbauunternehmen halten werden.

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