Experten erwarten, dass der Silberpreis von jüngsten Veränderungen bei indischen Steuersätzen profitieren kann, der Goldpreis aber belastet wird. Der Blick auf die charttechnische Lage der Silberunze zeigt, dass dies zu einer interessanten Trendwende führen kann – zumindest wenn Indiens Silberkäufer nun wie von Analysten erwartet reagieren.

Der Silberpreis hat in den vergangenen Tagen im Rahmen der Abwärtsbewegung an den Rohstoffmärkten etwas stärker an Boden verloren als der „große Bruder" Gold. Allerdings fiel die Aufwärtsbewegung beim Silberpreis prozentual zuvor auch deutlicher aus als bei der Feinunze Gold. Insofern ist dieser schlechtere Performance erst einmal nicht so erstaunlich wie es auf den ersten Blick scheint.

Charttechnisch kann die jüngste Abwärtsbewegung von 37,50 Dollar auf jüngst erreichte 31,64 Dollar bisher ohnehin als Konsolidierung eingestuft werden. Zwar hat der Feinunzenpreis für Silber damit eine Unterstützung bei 32,48/32,65 Dollar unterschritten, die nun als Widerstand agiert. In den vergangenen Tagen aber hat sich der Silberpreis oberhalb der unteren Begrenzung des Bollinger-Bandes stabilisieren können, sodass die Abwärtsdynamik langsam aus dem Markt weichen könnte. Werden 32,87 Dollar und 33,13 Dollar überwunden, so wäre die Wende nach oben wohl perfekt.

Dabei helfen könnte eine steuerpolitische Entscheidung in Indien. Das Land, einer der wichtigsten Verbraucher von Edelmetallen, hat die Verbrauchssteuern für Gold angehoben. Silber dagegen ist von den Maßnahmen des indischen Finanzministeriums ausgenommen.

Experten rechnen nun damit, dass die Steuererhöhung indische Edelmetallkäufer mehr und mehr auf Silber umschwenken werden – nicht zuletzt weil der Preis für die Silberunze einen Bruchteil der Goldunze kostet und somit für breitere Bevölkerungsschichten erschwinglich ist. Edelmetalle gehören in Indien zu traditionellen Geschenken zum Beispiel während der Hochzeitssaison, ebenso haben sie in der Geldanlage eine Bedeutung. Mit dieser verstärkten Nachfrage nach Silber, so vermuten Marktbeobachter, könnte die oben näher beschriebene Trendwende bei Silber verursachen. Ob diese Erwartungen auch zutreffen, muss man allerdings noch abwarten, zu „frisch" ist noch die Entscheidung der indischen Regierung.

Ein Gegenspieler könnte aber sein, dass Indien jüngst die Importsteuer für Silber erhöht hat. Dies solle aber in den Silberkursen bereits enthalten sein. Dagegen rechnen Analysten mit negativen Folgen der Steuererhöhung für den Goldpreis. So könnte das Silber bei den beiden ungleichen Edelmetallbrüdern trotzdem als Gewinner aus den indischen Steuersatzveränderungen hervor gehen.
 

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