Nicht alle, aber die allermeisten, Analysten sehen eine enge Verknüpfung von Gold mit der amerikanischen Gesamtentwicklung. Natürlich sind neben den USA auch die Einflüsse aus dem asiatischen Raum auf Wirtschaft und Gold, speziell durch deren Kaufhunger, doch schauen wir heute einmal speziell auf die Wechselwirkung der amerikanischen Verschuldungspolitik und dem Goldmarkt. In den letzten Jahren hat sich die Verschuldung der USA explosionsartig erhöht und man darf berechtigt die Frage stellen, wer denn das jemals zurückzahlen soll. Ein Blick auf die Grafik des Verschuldungsanstieges ist ernüchternd. Zuerst einmal die langfristige Schuldenentwicklung.

Pic1 Langfristchart

Quelle: US Department of Treasury

Legt man diese enormen Summen auf die Einwohner um, so bedeutet dies, dass jeder Amerikaner, egal ob alt oder jung, auf einer vom Staat verursachten Schuldenlast von USD 59,568.00 sitzt. Die Pro-Kopf-Verschuldung in Deutschland ist dagegen mit aktuell € 27.078 vergleichsweise noch sehr moderat.

Wie krass der Schuldenberg in den USA tatsächlich anwächst erkennt man in einer Grafik, die die Zeit ab der letzten Finanzkrise 2007 abbildet. Um sage und schreibe 250% ist der Schuldenstand in den letzten 9 Jahren explodiert.

Pic2 Kurzfristchart

Quelle: US Department of Treasury

Um die aufkeimende Panik nach dem Finanzdesaster zu ersticken, haben die Zentralbanken in ihrer unvergleichlichen Weisheit begonnen Geld zu drucken. Denn die Hoffnung auf Gesundung war in derer Meinung groß, wenn man nur genügend Geld in die Aktienmärkte pumpt, dann steigt damit das Konsumverhalten der Bevölkerung und alle werden wieder gesund.

Ok, wie auch immer, die Geschichte hat gezeigt dass dieses Vorhaben ein reines Wunschdenken war und die prognostizierten Effekte ausblieben. Bevor wir die Gedanken weiterspinnen, blicken wir auch auf die Gläubigerseite, also auf diejenigen Länder, die die ach so wertvollen US-Anleihen halten.

Pic3 Gläubiger der USA

Quelle: US Department of Treasury

Auch wenn die Grafik vom Januar 2015 ist und etliche Veränderungen nicht beinhaltet, so sind die erschreckenden Ausmaße erkennbar. Für die USA nachteilige Verwerfungen sind absehbar. Von außen, wenn Saudi Arabien zum Beispiel seine jüngst getätigten Ankündigungen wahr macht und USD 750 Mrd. an gehaltenen Staatsanleihen auf den Markt wirft. Gar nicht daran zu denken wenn China oder Japan, die mehr als 1.000 Mrd. an Staatsanleihen halten, einen ähnlichen Schritt einleiten. Und von innen, wenn es Donald Trump tatsächlich schaffen sollte der nächste Präsident zu werden. Denn einer seiner glorreichen Vorschläge wäre es, wie in einem Sanierungsverfahren, Staatsanleihen mit gehörigem Discount zurückkaufen zu wollen um auf diese Weise die Schuldenlast der USA zu reduzieren. Welchen Aufschrei bei den Großgläubigern er damit hervorrufen würde scheint man nicht zu bedenken. Hoffen wir wenigstens, dass es USA-intern nicht dazu kommt, denn die Schuldenlage ist auch ohne diese einschneidende Maßnahme schlimm genug und von der Wirtschaftsleistung alleine nie und nimmer rückzahlbar.

Daher klingt es fast wie ein Hohn wenn seitens des FED auf weitere Zinsanhebungen spekuliert wird. Natürlich kann es geschehen dass man im Laufe des Jahres, schon alleine um entgegen jeder Regel der Vernunft Recht zu behalten, die Zinsen um einen viertel Prozentpunkt anheben wird. Jedoch wird allgemein bezweifelt, sollte es überhaupt dazu kommen, ob dies eine positive Wirkung erzielen kann. Vor allem, wenn weltweit der Negativzins auf Vormarsch ist. Auf Sicht ist eher zu erwarten dass auch die USA in ihrer Verzweiflung diesen Schritt wird gehen müssen.

Doch was hat das alles mit Gold zu tun?

Ganz einfach. Die US-Staatsanleihen wurden seit Generationen als die sicherste Anlageform überhaupt dargestellt. Die Bonität der USA war stets über alle Zweifel erhaben. Aber was ist, wenn sich in der fortschreitenden Misere der US-Verschuldung herausstellt dass diese ach so sichere Anlageform von einschneidenden Maßnahmen für die Schuldenreduzierung betroffen wird? Wenn auf einmal die Bonität und das Vertrauen in diese Werte sinkt? Wenn sich die großen Massen der inländischen und ausländischen Gläubiger um neue Absicherungen gegenüber dem Werteverfall umsehen müssen? Wie viele Investoren werden sich dann auf einen Wert zurück besinnen, der im Gegensatz zu den vergänglichen Staatsversprechen bei Anleihen, seit Jahrtausenden seinen Wert behalten hat? Gold und Silber bleiben hier tatsächlich als einzige Rettungsanker übrig.

Und der Weg scheint bereits zum Teil gepflastert zu sein, denn die Zentralbanker der USA haben, neben der hoffnungslosen Gelddruckerei, bislang noch keinen begehbaren Weg gefunden um Wirtschaftswachstum zu erzeugen und drohenden Inflationstendenzen entgegen zu wirken. Und an dieser Stelle traue ich mir zu sagen dass sie auch weiterhin keine brauchbare Lösung anbieten werden können.

Andere Zentralbanken sind, wie oftmals zu lesen, bereits in der Phase Gold als Sicherungsmittel zu horten. Der weltweite Goldbedarf ist gegenüber dem ersten Vorjahresquartal um 21% auf 1.290 Tonnen gestiegen. Es war somit das zweitstärkste je gemessene Quartal der Geschichte. Alleine die ETFs verzeichneten einen Zuwachs von 364 Tonnen. Ein deutlicher Indikator für einen Sentimentwandel und Zuwendung zu neuen Sicherheitsinstrumenten. Der mediale Meuchelmord an Gold, der noch vor etlichen Monaten politisch motiviert stark kursierte führte auch zu keiner Abkehr und ist seither verstummt. Liest man die endlosen Berichte über das Investmentverhalten quer durch alle Anlegerkreise, so ist eine zunehmende Bereitschaft Gold als Sicherungsinstrument verstärkt zu akzeptieren deutlich zu spüren. Vielfach wird angegeben man müsse sich vor einem drohenden Börsendesaster schützen und auf Nummer sicher gehen.

Dass es den Anleihemarkt, aber auch den Aktienmarkt bei fortschreitender Verschlimmerung der Finanzsituation Amerikas gehörig beuteln wird, davon scheinen so gut wie alle Analysten einer Meinung zu sein. Dass diese Anlageklassen schlussendlich Verlustbringer sein werden, davon darf man ebenso ausgehen. Auch wenn diese Entwicklung noch das eine oder andere Jahr benötigt um schlagend zu werden, es kann nie schaden, wenn man rechtzeitig auf der anderen Seite, nämlich in Gold und Silber, investiert ist, wenn die Gewitter auf den klassischen Märkten losbrechen. Denn eines ist klar; Wenn es regnet und jeder will einen Schirm, dann werden die Schirme sehr teuer und dann ist es gut wenn man seinen finanziellen Rettungsschirm bereits besitzt. Und dass es heftig regnen wird, davon darf man über kurz oder lang mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgehen.