Es ist sehr informativ, wenn man von Zeit zu Zeit einen Überblick über die Veränderungen am weltweiten Bergbausektor erhält. Aufstrebende und produzierende Unternehmen, die ihre Produktionen ausweiten und damit die Landesstatistik positiv beeinflussen zeugen nicht nur von guter regionaler Entwicklung sondern vor allem bieten sie einem interessierten Investor gute Investmentchancen. Denn nur in politisch gutem Umfeld und angepasster Infrastruktur können sich Goldminen dementsprechend behaupten und entwickeln. Speziell dafür bietet GFMS Thompson Reuters mit seinem Bericht über das erste Halbjahr 2015 eine sehr gute Zusammenfassung.

Gesamt gesehen wird geschätzt, dass die weltweite Neuproduktion an Gold um ca. 2% auf 1.507 Tonnen gesteigert werden konnte. Der Großteil der Steigerungen entstammt dem asiatischen Raum, wo die Produktionsmengen nahezu verdoppelt werden konnten. Dies jedoch in erster Linie dank China, das mit 219 Tonnen und einer Zunahme im ersten Halbjahr von 10 Tonnen maßgeblich für den asiatischen Anstieg verantwortlich zeichnet. China hat ja bereits 2007 Südafrika als Spitzenreiter im Goldabbau überflügelt. Bis dahin hatte Südafrika uneingeschränkt diesen Platz seit mehr als 100 Jahren für sich beansprucht.

Indonesien steigerte seine Produktionen um volle 28% oder 14,5 Tonnen auf mehr als 66 Tonnen im ersten Halbjahr.

Aber auch kleinere Länder wie Kazakhstan, Kyrgystan und die Mongolei zeigen Zuwächse. Sowohl die kyrgysische Kumtor Mine, im Mehrheitsbesitz des kanadischen Produzenten Centerra Gold, aber auch das Riesenprojekt Oyu Tolgoi, wo Gold als Nebenprodukt zu Kupfer anfällt, sah im ersten Halbjahr eine Steigerung von nahezu 50%. Die Investition von USD 5 Mrd. in den Untergrund von Oyu Tolgoi, wo die besseren Erzkörper liegen, könnten die Mongolei in den nächsten Jahren unter die Top 20 der produzierenden Länder aufsteigen lassen.

Kolumbien hat mittlerweile den Aufstieg unter die Top 20 geschafft. GFMS rechnet damit, dass die Anzahl der registrierten heimischen Kleinstbetriebe die Zahl von 100.000 überschritten haben. Deren steigende Produktionen werden mit 21,6 Tonnen für das erste Halbjahr beziffert. Nach wie vor ist Kolumbien allerdings ein Problemland was die Genehmigungen von Tagebauminen anbelangt. Dies verhindert alleine schon eine noch höhere Verbesserung im Ranking.

Peru, 5.größter Goldproduzent auf der Weltkarte zeigt ebenfalls aufstrebende Tendenz mit einer um 7% auf 86,7 Tonnen gesteigerten Produktionsmenge. Auch Argentinien verzeichnete einen Mehrausstoß von 15% gegenüber dem 1. Halbjahr 2014.

Kanada überholte Südafrika und nimmt nun dessen 6. Platz unter den Topländern ein. Dies nachdem Kanada nun seit 7 Jahren permanent steigende Produktionen verzeichnete und nun, auf Jahresbasis gerechnet, heuer erstmals auf 150 Tonnen des Edelmetalls kommen sollte.

Auf Tonnenbasis gehört die USA zu den größten Verlierern. Die Produktionsmengen sanken um 4% auf unter 100 Tonnen. Als Grund dafür werden die fallenden Grade der Cortez Mine von Barrick Gold angeführt, sowie der Beendigung der Arbeiten auf der Hollister Mine. Die USA ist aber nach wie vor 4. größter Produzent und rangiert weiterhin hinter Russland und Australien.

Die größten Produktionseinbußen verzeichnete neben Ghana auch Südafrika. Südafrika alleine verzeichnete einen 14%igen Einbruch auf nur mehr 70 Tonnen im ersten Halbjahr. Ein trauriges Bild für ein Land das noch in den 60er- und 70er Jahren fast 80% der globalen Produktion bereitstellte. In guten Jahren waren dies an die 1.000 Tonnen jährlich. Gegen die die nun nur mehr 70 Tonnen absolut mickrig wirken. Stark haben natürlich in der vergangenen Zeit die Streiks und Produktionsstopps aus Sicherheitsgründen auf den Produktionsausstoß gewirkt. In Ghana sind es andere Probleme. In erster Linie mangelt es dort an ausreichender Energieversorgung, aber auch das Einstellen der Untergrundarbeiten auf Obuasi führte daher zu einer Minderproduktion von 9% oder 5 Tonnen im ersten Halbjahr. Gesamt gesehen fiel in Afrika die Produktion um 2% zurück, obwohl in der Demokratischen Republik Kongo durch Randgolds Kibali Mine ein 31% Anstieg zu verzeichnen ist.

Interessant ist, dass sich im Report der Produktionsriese Australien überhaupt nicht wiederfindet. Dies kann zum einen daraus resultieren, dass aus Australien keine statistischen Werte zu erhalten waren, oder anderseits die kanadische Untersuchung nur an den weltweit tätigen kanadischen Unternehmen interessiert war. Dabei ist speziell der westaustralische Bereich, in dem sich der Großteil der Produzenten befindet, eine enorm aufstrebende Region, deren Minenentwicklungen sich absolut sehen lassen können. Ohne statistisches Material in Händen zu halten darf man sicher annehmen, dass die Produktionen dieses Kontinents ebenfalls im Beobachtungszeitraum zugenommen haben. Schon alleine die durch den schwachen Australischen Dollar begründeten hohen Goldkurse und die damit verbundenen guten Gewinnmargen helfen den Unternehmen zu expandieren und so zu höherem Produktionsausstoß zu gelangen. Ein mehr als aussagekräftiges Beispiel dafür wäre Metals X Ltd. (ASX: MLX; WKN: A0LG1C; ISIN: AU000000MLX7), die sich in den letzten Jahren vom reinen Basismetallproduzenten durch Erwerb von Produktionsstätten und Liegenschaften zu einem der Top 5 australischen und schuldenfreien Produzenten empor gearbeitet haben. Wie etliche andere Unternehmen des Kontinents wird auch Blackham Resources (ASX: BLK; WKN: A0KFUC; ISIN: AU000000AEK4), das seine Produktion im ersten Halbjahr 2016 starten wird, seinen Anteil an den steigenden Produktionsziffern des Landes beitragen.