Die aktuellen Daten des World Silver Survey von Thomson Reuters GFMS liegen vor. Die Nachfrage nach Silber übersteigt 2013 deutlich das Angebot. Weltweit gab es im Vorjahr eine physische Silbernachfrage von 1,08 Milliarden Unzen, angeboten wurden hingegen nur 978,1 Millionen Unzen Silber. Durch ETFs wird das Defizit noch etwas größer. Insgesamt übersteigt die Nachfrage das Angebot laut aktueller Studie um 113,3 Millionen Unzen Silber.

2012 kam das Angebot noch auf etwa 1,0 Milliarden Unzen, die Nachfrage stand bei 954,4 Millionen Unzen, es gab somit einen Überschuss von 51,0 Millionen Unzen Silber. Nur die Nachfrage von ETFs sowie die Lagerhaltung durch Börsen haben für ein Gesamtdefizit von 66,3 Millionen Unzen gesorgt.

Dritthöchster Silberpreis in der Geschichte

Der Silberpreis war und ist äußerst volatil. Über das Gesamtjahr berechnet, liegt er 2013 bei 23,79 Dollar je Unze. Nur zwei Mal lag er seit Erstellung des Berichts auf höherem Niveau. Wenn man sich im Vergleich dazu die Investitionskosten der Silberminen ansieht, lohnt sich der Abbau. Diese liegen bei 9,27 Dollar je Unze, das ist nur eine marginale Steigerung von einem Prozent im Vergleich zu 2012. In dieser Zahl sind jedoch nicht alle für die Förderung relevanten Daten mit einberechnet.

Minen fördern mehr Silber

Die Förderung in den Minen nimmt weiter zu. Kam sie 2012 noch auf 792,3 Millionen Unzen Silber, steigt sie 2013 auf 819,6 Millionen Unzen an. Das Plus geht sowohl auf neue Minen zurück, die 2013 in Betrieb genommen wurden, als auch auf bereits produzierende Minen, bei denen die Kapazitäten nach oben gingen. Weltweit größter Silberproduzent ist Mexiko. Auf den Plätzen folgen Peru, China, Australien und Russland.

Beim Altmetall gehen die Daten hingegen von 252,6 Millionen Unzen Silber auf 191,8 Millionen Unzen Silber zurück. Regierungen haben 7,9 Millionen Unzen Silber (2012: 7,4 Millionen Unzen) an den Markt gebracht. Dies ist im historischen Mittel ein geringer Wert. Zum Vergleich: Von 2002 bis 2011 lag diese Zahl jährlich im Schnitt bei 43 Millionen Unzen.

China und Japan stützen die Nachfrage an

Bei der Nachfrage sind die Industrie und die Schmuckhersteller die wichtigsten Abnehmer. In die Industrie gingen im vergangenen Jahr 586 Millionen Unzen Silber, das ist ein Minus von weniger als einem Prozent. Asiatische Industriekunden verlangen sogar mehr Silber als im Vorjahr, dies gilt vor allem für Unternehmen aus China und Japan.

Deutlich angesprungen ist die Nachfrage nach Silbermünzen und Barren. Sie steigt von 139,3 Millionen Unzen auf 245,6 Millionen Unzen an. Im Vorjahr hörte man immer wieder Münzprägeanstalten, unter anderem in Österreich und den USA, über die hohe Nachfrage nach Silbermünzen stöhnen. Teils waren die Bestände sogar ausverkauft. Die Zahlen untermauern dies deutlich.

Verbraucher haben mehr Interesse

Auch die Schmuckindustrie verzeichnet eine steigende Nachfrage. Dort erhöht sich die Nachfrage von 181,4 Millionen Unzen auf 198,8 Millionen Unzen Silber. Die bessere Konjunktur zeigt dabei ihre Spuren, Verbraucher haben wieder mehr Geld für Schmuck ausgegeben. Abgerundet wird die Nachfrage-Statistik von der Silberware. Hier steigt die Nachfrage um rund 12 Prozent auf 50 Millionen Unzen.