Der volatile und zudem gesunkene Goldpreis lässt Investoren nach neuen Investitionsmöglichkeiten Ausschau halten. Bisweilen fällt dabei ein Name, den viele eher mit der Schmuckbranche verbinden, aber nicht als Investitionsvehikel ansehen: Diamanten. Doch ein zweiter Blick lohnt sich, da Diamanten auf lange Sicht durchaus Wachstumspotenzial haben.

Diamanten sind ein langfristiges Investitionsgut

Kurzfristig orientierte Anleger sollten die Finger von Diamanten lassen, zu gering sind die Chancen, dass man rasch einen großen Gewinn einfahren kann. Die Edelsteine eigenen sich eher für langfristig orientierte Anleger. Für sie kann sich ein Kauf lohnen, wie die Statistiken zeigen. In den vergangenen 50 Jahren hat sich ihr Wert im Schnitt verzehnfacht. Im vergangenen Jahr lag das Plus bei mehr als 10 Prozent. Für 2014 wird mit weiter steigenden Preisen gerechnet.

Vor allem Asien erweist sich dabei als Zugpferd. Eine starke Nachfrage nach Diamanten war zuletzt aus China und Indien zu verspüren, doch auch Russland spielt am Markt eine immer wichtigere Rolle. Noch immer kommt die größte Nachfrage nach Rohdiamanten jedoch aus den USA. Deren Marktanteil lag 2012 bei 39 Prozent, bis 2020 soll er auf 31 Prozent sinken. Dann werden China und Indien die wichtigsten Marktteilnehmer sein. Ihr Anteil soll 2020 zusammen bei 37 Prozent liegen, 2012 kamen sie auf 26 Prozent.

Antwerpen liegt vor Dubai und New York

Sechs Städte spielen beim Vertrieb von Diamanten eine wichtige Rolle. Die belgische Stadt Antwerpen bleibt die führende Diamantenstadt, gefolgt von Dubai, New York, Hongkong, Mumbai und Tel Aviv. Wichtigster Förderer von Diamanten ist seit 2009 Alrosa (ISIN: RU0007252813). Deren Marktanteil lag 2012 bei 27 Prozent. Damit hat man die Spitzenposition von De Beers, dem Synonym für Diamanten, übernommen, die 2012 noch einen Marktanteil von 22 Prozent hatten.

An Russland kommt niemand vorbei

Was die Reserven im Erdreich angeht, so hat Russland mit 1,05 Milliarden Karat die Nase weit vorne. Es folgen mit großem Abstand Zimbabwe (200 Millionen Karat), Kanada (195 Millionen Karat), Brasilien und die Demokratische Republik Kongo (je 180 Millionen Karat) sowie Südafrika (162 Millionen Karat). Wenn man auf die Ressourcenschätzungen (ohne Reserven) blickt, liegt Kanada mit 282 Millionen Karat vor Südafrika (231 Millionen Karat) und Russland (230 Millionen Karat).

Die Preisfeststellung bei Diamanten ist alles andere als einfach, man kann keinen allgemeingültigen Preis festsetzen, wie dies bei der Unze Gold oder Silber möglich ist. Alles hängt von der Farbe, der Reinheit, dem Schliff und natürlich dem Gewicht ab. So kann ein Diamant mit Verfärbungen in einer mäßigen Qualität für einige Euro je Karat zu haben sein. In exzellenter Qualität kann ein solcher Diamant jedoch auch bis zu 10.000 Euro kosten.

Marktbeobachter sind sich einig: Die Kurssteigerungen bei Diamanten werden sich fortsetzen. Das ist eine der Schlussfolgerungen des aktuellen „Global Diamond Report 2013“ von Bain. Für Anleger könnte es also interessant bleiben.