Die Bemühungen in China, den Goldhandel auch für ausländische Investoren weiter zu öffnen, nehmen immer konkretere Formen an. Schon im Januar gab es entsprechende Meldungen (wir berichteten), inzwischen sickern immer mehr Einzelheiten durch.

Freihandelszone soll ausländische Investoren anziehen

Es soll in Shanghai eine Goldhandelsplattform entstehen, die Ausländern offen steht. Dieses Investitionsvehikel soll in der Freihandelszone der Stadt gegründet werden. Dafür soll die Goldbörse von Shanghai zeitnah eine Tochter ins Leben rufen, die „International Gold Trade Centre“. In der Freihandelszone existieren auf einem fast 30 Quadratkilometer großen Gebiet schon eine Reihe von Unternehmen, unter anderem die Shanghai International Energy Exchange, die sich um Öl-Futures kümmert.

Mit den Regeln der neuen Plattform beschäftigt sich derzeit unter anderem die Zentralbank des Landes. Wie aus Börsenkreisen zu hören ist, soll eine Genehmigung rasch erfolgen. Wahrscheinlich im zweiten Halbjahr kann die Plattform dann ihre Arbeit aufnehmen. Die Geschäfte sollen dabei auch in Yuan laufen. Das setzt voraus, dass die chinesische Währung stärker konvertibel ist. Ziel ist es, die Währung international salonfähiger zu machen. Hierzu bedarf es aber noch einer Reihe von Vorbereitungen. Inländischen Privatinvestoren wird der neue Börsenplatz nach bisherigen Plänen jedoch verschlossen bleiben.

Shanghai soll zum internationalen Finanzplatz ausgebaut werden

Die Goldbörse ist jedoch nur ein weiterer Schritt in Richtung eines auch international wichtigen Handelsplatzes. Dadurch sollen gute Voraussetzungen für eine Erweiterung der Möglichkeiten geschaffen werden. Die Initiatoren setzen darauf, mit dem Goldhandel viele internationale Händler und Banken anzuziehen, die hohe Umsätze tätigen werden. Künftig sollen auch in Yuan notierte Aktien und Futures (sowohl im Finanzbereich als auch bei Rohstoffen) für ausländische Investoren handelbar sein. All diese Investitionsmöglichkeiten sind Ausländern bisher verschlossen, was den Investitionsplatz China schwächt.

Mit der neuen Handelsplattform reagiert das Land zugleich auf die weiter steigende Nachfrage nach Gold. Im Vorjahr ist der Verbrauch um mehr als 41 Prozent auf 1.176,4 Tonnen angestiegen. Chinesische Banken allein können ein solches Volumen kaum noch bewältigen, zudem müssen Anleger teils unverhältnismäßig hohe Aufschläge für einen Ankauf von Gold zahlen. Man hofft, diese Probleme mit der neuen Plattform zu verringern.