Eigentlich hat der Senegal gar keine schlechten Voraussetzungen für eine florierende Bergbauindustrie. Der westafrikanische Küstenstaat hat einiges an noch nicht erschlossenen Rohstofflagerstätten zu bieten, das gilt vor allem für Eisenerz, aber auch Gold, Zirkon und Öl. Bereits jetzt gehört man zu den wichtigeren Exporteuren von Phosphaten. Mit dem Hafen in Dakar steht ein wichtiger Baustein bei der Transportinfrastruktur bereit, der Präsident des Landes, Macky Sall, ist studierter Geologe und der Senegal gilt als ein einigermaßen politisch stabiles Land. Die wirtschaftlichen Wachstumsraten schwanken seit einigen Jahren in einer Spanne rund um 4 Prozent.

Dennoch ist der Bergbau in dem Land alles andere als ein bedeutender Wirtschaftszweig. Die Landwirtschaft bestimmt große Teile der ökonomischen Leistung. Nicht einmal jeder 50. CFA-Franc, der gemeinsamen Währung der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion, kommt aus dem Bergbausektor. Hier liegen viele Potenziale brach – und der Geologe an der Staatsspitze will dies ändern.

Eisenerz-Projekt mit ArcelorMittal scheiterte

Die bisherigen Aktivitäten zum Ausbau des Rohstoffsektors im Senegal waren allerdings nicht immer von Erfolg gekrönt. Schuld daran hat auch die weltweite Branchenkrise, in deren Rahmen Bergbaukonzerne einige Aktivitäten einstampfen mussten. Zum Opfer fiel dem auch das Eisenerz-Großprojekt Faleme im Senegal, das die Regierung gemeinsam mit dem Konzernpartner ArcelorMittal (ISIN : LU0323134006) vorangetrieben hatte. 2007 kam es zu einem Abkommen der beiden Partner zur Entwicklung von Eisenerzbergwerken im Osten des Landes. Doch diese Zusammenarbeit ist passé, seitdem ArcelorMittal die Arbeiten aufgrund der Krise eingestellt hat. Senegal hat daraus die Konsequenzen gezogen und die Kooperation beendet.

Zugleich ist dies eine Chance für die Westafrikaner, neue Investoren ins Land zu bekommen. Das ist zumindest das erklärte Ziel des Präsidenten Sall, das er jüngst auf dem Weltwirtschaftsforum im Schweizer Davos noch einmal gegenüber Bloomberg bestätigt hat. Wachstumsraten von rund 5 Prozent seien gut, so der 52-jährige gegenüber der Nachrichtenagentur, man habe aber höhere Ambitionen beim Wachstum.

Zirkon-Bergwerk soll in wenigen Wochen Produktion starten

Sall hat tatsächlich Wachstumsraten von mindestens 7 Prozent pro Jahr über eine Dekade im Visier und will diese unter anderem über einen starken Ausbau des Bergbausektors erreichen. Die Branche werde ein Wachstumspfeiler für das Land sein, kündigt der Politiker an. Dabei wird nicht nur ein neuer Partner für das Faleme-Eisenerzprojekt gesucht. Zudem will Sall unter anderem noch eine neue Gesetzgebung für den Bergbausektor auf den Weg bringen. Insgesamt will der Staatschef des Senegal ein investitionsfreundliches Umfeld schaffen, dass dann die Geldgeber aus dem Ausland anlocken soll.

Eine Hilfe könnte dabei ein Zirkon-Projekt sein. Der Rohstoff wird unter anderem in der Schmuckindustrie verwendet, im Senegal gibt es abbaureife Vorkommen des Minerals. In wenigen Wochen soll das Projekt Grande Côte von Mineral Deposits Ltd. (ISIN: AU000000MDL9) an den Start gehen. Die erwartete Lebensdauer der Mine liegt bei rund 20 Jahren.