Kinross forciert Goldprojekt in Atacama-Region
Kinross Gold CA4969024047 A0DM94 konkretisiert sein Vorhaben im chilenischen Hochland. Für die erste Entwicklungsstufe veranschlagt das Unternehmen einen Kapitalbedarf von 1,5 Mrd. USD. Mit der im April 2026 eingereichten Umweltverträglichkeitsprüfung ist nun die behördliche Validierung im Gange.
Auf 22 Jahre ist das Vorhaben in der Atacama-Region ausgelegt, was den gesamten Zyklus von Bau, Betrieb und Schließung umfasst. Die geplante Anlage soll täglich rund 35.000 Tonnen Erz verarbeiten. Aus der Lagerstätte, die laut Kinross insgesamt 6,7 Millionen Unzen Gold birgt, will das Unternehmen 4,7 Millionen Unzen wirtschaftlich gewinnen. Mit einem durchschnittlichen Edelmetallgehalt von 1,29 Gramm pro Tonne rückt Lobo Marte damit in die Riege der bedeutendsten nationalen Bergbauvorhaben auf.
Aufbau eines regionalen Förderbezirks
Kinross verankert das Vorhaben ausdrücklich in seiner Landesstrategie. Max Combes, Vizepräsident von Kinross Chile, bezeichnete Lobo Marte als die nächste Stufe der operativen Ausrichtung. Das Management zielt auf den Aufbau eines dauerhaften Goldförderbezirks ab, um die regionale Wertschöpfung langfristig zu sichern.
Diese Strategie integriert auch die benachbarte La-Coipa-Mine, wo Kinross weitere Abbaufelder prüft und die Minenlaufzeit verlängern will. Diese Betriebsstätte bezieht ihren Strom bereits vollständig über einen Liefervertrag für erneuerbare Energien. Die Verknüpfung des laufenden Betriebs mit dem künftigen Wachstum stärkt das operative Zusammenspiel und erhöht den Anteil grüner Energie im Chile-Geschäft.
Logistische Herausforderungen in 4.200 Metern Höhe
Das Projektgelände liegt auf rund 4.200 Metern Höhe. Dort will Kinross die beiden Abbaufelder Marte und Lobo nacheinander erschließen. Schwere Lastkraftwagen transportieren das geförderte Gestein zu den Brecheranlagen und weiter zur Haufenlaugung. Wasser bezieht Kinross aus bestehenden Brunnen der Tochter Mantos de Oro, während eine 220-Kilovolt-Leitung die Stromzufuhr sichert. Obwohl das Vorhaben auf bestehender Infrastruktur aufbaut, erfordern die extreme Höhenlage und die Abgeschiedenheit einen hohen logistischen Aufwand.
Der langfristige Zeitplan sieht den Minenbau zwischen 2027 und 2030 vor, sodass die Förderung zu Beginn des nächsten Jahrzehnts anlaufen kann. Für 2026 plant Kinross vor allem Ingenieurarbeiten, technische Studien und erste Umweltanalysen. Der Übergang vom Konzept in das offizielle Prüfverfahren verleiht dem Vorhaben am Markt bereits neues Gewicht.
Rückenwind durch den hohen Goldpreis
Die weltweite Marktlage begünstigt die Pläne des Bergbaukonzerns. Der World Gold Council berichtet für das erste Quartal 2026 von einer weltweiten Goldnachfrage von 1.231 Tonnen, zwei Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Zugleich sprang der Wert der Quartalsnachfrage wegen des starken Preisanstiegs auf den Rekordwert von 193 Mrd. USD. Für etablierte Produzenten erleichtert dieses hohe Preisniveau die Freigabe milliardenschwerer Investitionen mit langen Vorlaufzeiten.
Für Chile gilt das Vorhaben als industriepolitische Weichenstellung. Das Land versucht, im globalen Wettbewerb um Gold, Kupfer und Lithium mehr Planungssicherheit zu bieten. Das Prüfverfahren fungiert somit als Gradmesser für die chilenische Genehmigungspraxis. Ein erfolgreicher Abschluss sichert Kinross den Standort weit über das nächste Jahrzehnt hinaus.
