In der Vergangenheit wurde Gold oft als der „sichere Hafen“ in Zeiten großer Unsicherheit über die finanzielle Zukunft bezeichnet. Die jüngste Beinahe-Zahlungsunfähigkeit der USA hat jedoch gezeigt, dass die Anleger in Zeiten der Unsicherheit nicht mehr zwangsläufig auf ein Investment in Gold ausweichen.

Lange hat es gedauert, und der jetzt ausgehandelte Kompromiss ist keine ernsthafte, dauerhafte Lösung des Haushaltsstreits zwischen Republikanern und Demokraten, sondern verlagert das Problem nur in das erste Quartal 2014. Trotz der hitzigen Diskussion, der Zwangsbeurlaubung zahlreicher Staatsdiener und der vorübergehenden Schließung von touristischen Attraktionen wie der Freiheitsstatur oder den großen Nationalparks hat sich der Goldpreis diesmal nicht nach oben bewegt, sondern ist von einem Niveau um 1325 USD/Unze auf ca. 1275 USD/Unze gefallen.

Als sich gestern im Tagesverlauf eine Lösung des Haushaltskonflikts abzeichnete, gab der Goldpreis zwar Intraday nochmal ab (bis auf ca. 1270 USD/Unze), ging aber quasi unverändert aus dem Handel. Wer im heutigen Handelsverlauf durch die Wiedergewonnen Sicherheit mit weiter fallenden Goldnotierungen rechnete, wurde erneut auf dem falschen Bein erwischt, der Goldpreis startete eine kurze Zwischenrally von 1275 USD/Unze auf ca.1315 USD/Unze. Es liegt die Vermutung nahe, dass sich die Anleger, die im Vorfeld der Lösung auf weiter fallende Notierungen gesetzt hatten und entsprechende Short-Positionen aufgebaut haben, sich nun eindecken, um nicht einem steigenden Goldpreis hinterherzulaufen.

Auch wenn Gold nicht mehr zwangsläufig als der „sichere Hafen“ bezeichnet werden kann, so zeigt sich, dass der Goldmarkt nicht primär durch das Angebot und die physische Nachfrage von Gold gesteuert sind, sondern der Markt kurzfristig von Psychologie und Spekulationen bestimmt wird. Auch wenn es eine physische Nachfrage beim Gold seitens der Industrie gibt, so ist Gold doch in erster Linie eine (Ersatz-)Währung, deren Wechselkurs von zahlreichen Faktoren abhängt. Da Gold nicht einem globalen Handelsmonopol unterliegt, gibt es anders als bei den anderen Währungen keine „Notenbank“, welche die Ausgabe neuer Währungsanteile kontrolliert, sondern jeder Goldproduzent darf seine Produktion frei in den Markt bringen, und somit zu einer „Inflation“ der Goldwährung beitragen. Da die jährlich produzierte Goldmenge von ca. 2.700t aber im Vergleich zu der in den vergangenen 10000 Jahren hervorgebrachten Goldmenge von ca. 160.000t relativ gering ist, ergibt sich eine „rechnerische Inflation“ beim Gold von ca. 1,8%. Damit dürfte die Erhöhung des Goldbestandes unter der Geldmengenausweitung der meisten Währungen wie USD, Euro, SFR, JPY liegen. Die Annahme, dass es sich bei Gold um eine „relativ stabile Währung“ handelt, ist also durchaus begründet.

Vor dem Hintergrund des fallenden Goldpreises sind die Aktienkurse einiger Goldproduzenten zuletzt wieder deutlich gefallen. Der Bereich zwischen 1200USD und 1300 USD/Unze scheint hier besonders „kursrelevant“, da in diesem Bereich scheinbar zahlreiche Unternehmen damit kämpfen, überhaupt noch kostendeckend (bezogen auf die Overall-Kosten) zu arbeiten. Setzt man in der aktuellen Phase auf wieder steigende Goldpreise, so können die Aktienkurse von (Junior-) Goldproduzenten hier quasi wie ein Optionsschein auf steigende Goldpreise angesehen werden. Die Entwicklung der Aktienkurse sollte auf Preisänderungen des Edelmetalls deutlich intensiver reagieren als die Entwicklung des Goldpreises selbst, dies gilt jedoch sowohl für steigende als auch für fallende Goldpreise.

Ihr Manuel Giesen

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