Im abgelaufenen Quartal setzte sich auf dramatische Weise ein seit längerem bestehender Trend fort. Waren schon in den Vorquartalen die Finanzierungen für die Minenbranche rückläufig, so war das abgelaufene Quartal eines der schlimmsten. Fallende Metallpreise, nervöse Banken und risikoscheue Investoren, für den Bergbau in Summe eine Katastrophe, die in den nachfolgenden Zahlen ihre Bestätigung erfahren.

Lt. dem Researchunternehmen IniterraRMG wurden im letzten Quartal lediglich 2,28 Mrd. USD an Finanzierungen weltweit genehmigt. Das ist erschreckend wenig im Vergleich zum Vorquartal, in dem noch 5,16 Mrd. USD über den Tresen wanderten. Vergleicht man dies mit dem Vergleichsquartal des Vorjahres, wo immerhin noch 6,12 Mrd. USD an Finanzierungen erreicht werden konnten, so erkennt man den für die Branche dramatischen Abwärtstrend überdeutlich.

An der australischen Börse notierte man nach 1,41 Mrd. USD im Vorquartal für dieses nur mehr mickrige 450 Mio. USD. Der Rückgang an der kanadischen Börse kann mit 1,09 Mrd. USD gegenüber 1,22 Mrd. USD aus dem Vorquartal noch als marginal bezeichnet werden. Einzig die an der Londoner Börse gelisteten Unternehmen verzeichneten mit 500 Mio. USD einen Zuwachs gegenüber dem historisch tiefsten Vorquartal, in dem nur 200 Mio. USD an Finanzierungen vermeldet wurden.

Dr. Hindle, Direktor bei IntierraRMG bemerkte dazu: „Besonders arg traf es die 555 beobachteten Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 100 Mio. USD, die im Juniquartal gerade einmal 1,43 Mrd. USD erhielten. Ein bemerkenswerter Rückgang gegenüber dem Vorquartal von 65%, wo noch 4,08 Mrd. USD an die Unternehmen ausbezahlt wurden“.

Nach Kip Keen, Autor bei Mineweb, trifft dies die Juniors in der Minenbranche besonders hart. Haben doch lt. einer Kaiser-Studie rd. die Hälfte der an der Venturebörse Toronto gelisteten 1.800 Unternehmen einen Kapitalstand von weniger als $ 200.000,-. Für die wird es unter den derzeitigen Bedingungen besonders schwer werden bis zum Jahresende an frisches Kapital zu kommen.

Diese Unternehmen versuchen nun vielfach durch eine Aktienkonsolidierung attraktiver für Investoren zu werden. Aber auch gleichzeitig sich für die neuen Regelungen der Börse Toronto zu rüsten. Diese besagen, dass ab 31. August 2013 Aktienausgaben nur mehr dann genehmigt werden, wenn die Kurse über $ 0,05 stehen. Das ist kein unwesentlicher Aspekt, wenn man bedenkt, dass in letzter Zeit mehr als ein Drittel aller „private placements“ zu Kursen unter $ 0,05 durchgeführt wurden. Damit ist es ab 1. September 2013 vorbei und zwingt die Unternehmen zu handeln.

Im Gegenzug will die Börse Toronto die Eröffnungskursgrenzen bei Börsengängen von derzeit $ 0,15 auf $ 0,10 senken und so den Unternehmen unter den aktuell schweren Marktbedingungen Erleichterung bei Börsengängen bieten.

Auch wenn sich die Börsen um Startverbesserungen bemühen, so darf dies nicht darüber hinweg täuschen, dass der Minenbranche noch extrem schwere Monate bevorstehen. Sehen sie sich doch neben den oben genannten Hindernissen durch gesunkene Metallpreise, restriktive Banken und Investoren noch zusätzlich inneren Problemen ausgesetzt. Rapide steigende Kosten, Vertrauensverlust durch mangelhafte Produktionskostenangaben sowie Managementfehler in der Expansions- und Rücklagenpolitik haben negative Bilder von der Branche entstehen lassen. Alles keine besonders guten Voraussetzungen für frisches Kapital. Die restlichen Monate des Jahres 2013 werden jedenfalls harte Monate für die Minenbranche und sie werden uns wenige Sieger, aber sehr viele Verlierer zeigen.