Skandinaviens Rohstoffpotenzial ist noch lange nicht gehoben

Skandinaviens Rohstoffpotenzial ist noch lange nicht gehoben picture alliance / imageBROKER / Thomas Krämer

Der schwedische Metallexplorer Arctic Minerals SE0024172779 A411LJ zeigte sich in seinem Bericht für das vierte Quartal zufrieden. Beim Flaggschiff-Projekt Hennes Bay in der südwestschwedischen Provinz Dalsland, wo das Unternehmen nach Kupfer und Silber sucht, wurde eine deutliche Vergrößerung des Zielgebiets erreicht. Die Gesamtfläche ist dem Bericht zufolge zehnmal größer als die Fläche der bestehenden Mineralressourcenschätzung, die sich auf 55 Millionen Tonnen mit 1,0 % Kupfer-Äquivalent bei der Lagerstätte Dingelvig beläuft.

Europas Rohstoffkammer liegt in Skandinavien

Arctic Minerals gehört zu den Hoffnungsträgern in der europäischen Rohstoffversorgung. Da die Rohstoffsouveränität weltweit an Bedeutung gewinnt, richtet sich der europäische Fokus auf Skandinavien. Das Potenzial hier ist, so legen es die Explorationsergebnisse der vergangenen Jahre nahe, noch deutlich größer als lange Zeit angenommen.

Das schwedische Bergbauunternehmen LKAB hatte im Frühjahr 2025 basierend auf Explorationsarbeiten im Vorjahr seine Mineralressourcen deutlich ausbauen können. 6,1 Milliarden Tonnen wurden gemeldet – 500 Millionen Tonnen mehr als 2023. Allein die Lagerstätte Per Geijer in Kiruna umfasst nun Mineralressourcen von insgesamt 1,2 Milliarden Tonnen, darunter 2,2 Millionen Tonnen Seltenerdoxide – ein Anstieg von fast 30 % gegenüber dem Vorjahr und eine Verdopplung gegenüber 2022.

Im März 2020 wurden der Industriepark für kritische Mineralien der LKAB in Luleå, die Apatitgewinnung in der Mine in Gällivare und die neue Lagerstätte Per Geijer in Kiruna durch die EU-Kommission in den Status strategischer Projekte gemäß dem Critical Raw Materials Act eingestuft.

Umfeld für Bergbauunternehmen attraktiv

Auch andere skandinavische Länder erregten in den vergangenen Jahren durch große Funde Aufmerksamkeit in der Rohstoffbranche. Die norwegische Erdöl-Direktion (NPD) berichtete 2023 von einem großen Fund auf dem norwegischen Meeresboden. Dieser enthält 45 Millionen Tonnen Zink, 38 Millionen Tonnen Kupfer sowie größere Mengen an Magnesium, Kobalt und Seltenen Erden. Norwegen hat allerdings den Tiefseebergbau zeitweise auf Eis gelegt, da derzeit keine ausreichende politische Mehrheit im Parlament für die Lizenzvergabe besteht. Dies könnte sich jedoch nach den nächsten Wahlen in einigen Jahren ändern.

Finnland wurde im Jahr 2025 in einer branchenweit beachteten Umfrage des Fraser-Instituts zum attraktivsten Standort weltweit für Investitionen im Bergbau-Sektor gekürt und verwies sogar die vier US-Bundesstaaten Nevada, Alaska, Wyoming und Arizona auf die Plätze. Schweden und Norwegen belegten den sechsten bzw. zehnten Platz.

"Ein solides, berechenbares Regulierungssystem in Verbindung mit einer wettbewerbsfähigen Finanzpolitik macht eine Region für Investoren attraktiv", erläuterte Elmira Aliakbari, Direktorin des Centre for Natural Resource Studies des Fraser Institute und Mitautorin des Berichts damals.

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Skandinavische Explorer mit starken Ergebnissen

Die Kombination aus starken Rahmenbedingungen und großen Rohstoffvorkommen zieht eine Vielzahl von Explorern an. Allein seit dem Jahreswechsel haben etliche Unternehmen bereits Fortschritte zu ihren Projekten gemeldet. Blue Moon Metals CA09570Q5095 A413T9 etwa kündigte Anfang Februar für das Kupfer-Gold-Silber-Projekt Nussir im äußersten Norden Norwegens 3.000 m Oberflächenbohrungen sowie 7.000 m Untertagebohrungen an.

Aurion Resources CA05156F1071 A1H6VS legte am 19. Januar Bohrergebnisse für das Goldprojekt Risti 20 km nordwestlich von Sodankylä vor, in das KoBold Metals mittlerweile Explorationsausgaben in Höhe von einer Million US-Dollar investiert hat. Unter den Ergebnissen waren 10,93 Gramm pro Tonne Gold über 5,00 m ab 289,90 Meter und 1,68 Gramm pro Tonne Gold über 13,00 Meter ab 308,90 Meter.

FireFox Gold CA31816R8369 A419WJ gab am 21. Januar die ersten Ergebnisse aus dem 2025er Bohrprogramm beim Goldprojekt Sarvi im finnischen Lappland bekannt. Bohrloch 25SA003 stieß auf eine hochgradige Goldzone von 1,75 Metern mit durchschnittlich 27,48 Gramm Gold pro Tonne, einschließlich 0,8 Metern mit 53,50 Gramm Gold ab einer Bohrlochtiefe von 73,4 Metern.

Nordic Resources AU0000221244 A3DM73 legte am 27. Januar Bohrergebnisse für das Kupfer-Goldprojekt Kopsa in Zentralfinnland vor. Unter den Ergebnissen: 17 m mit 2,71 g Gold pro Tonne sowie 0,12 % Kupfer (entspricht 2,84 Gramm Goldäquivalent) und 5 Gramm Silber pro Tonne ab 216 m, liegend innerhalb von 63 m mit 0,94 Gramm Gold pro Tonne und 0,15 % Kupfer (entsprechend 1,11 g Goldäquivalent) und 3 Gramm Silber ab 178 m.

Goldsky Resources CA3814951008 A41XQ1 (ehemals First Nordic) meldete am 3. Februar den Start eines Bohrprogramms beim Rajapalot Goldprojekt im Norden Finnlands (das Projekt hatte Mawson Finland gehört, das im vergangenen Jahr übernommen worden war). Geplant sind insgesamt 10.000 Meter.

European Resources AU0000448102 A41ZNN meldete am 12. Februar Bohrergebnisse und metallurgische Updates für das Korsnas-Seltenerdprojekt. Unter den Resultaten der insgesamt 1326 Meter umfassenden Diamantbohrlöcher: 27,0 Meter mit 3.767 ppm TREO ab 198 Meter (NdPr-Anreicherung 27 %).

Auch Arctic Minerals setzt die Exploration vor Ort. Beim Flaggschiff-Projekt Hennes Bay steht im nächsten Schritt eine Überprüfung der Explorationsergebnisse vor Ort auf dem Plan. Danach sind die Festlegung einer Zielrangfolge und Priorisierung für Bohrtests geplant. Außerdem stehen 2026 weitere magnetotellurische Vermessungen auf dem Programm.

Analysten sehen günstiges Umfeld für Arctic Minerals

Analysten sehen das Unternehmen positiv. In einer Analyse von Aktiespararna heißt es, nicht zuletzt Bezug nehmend auf die jüngst gemeldete Vergrößerung des Zielgebiets: "Hennes Bay in Dalsland verfügt über eine erste JORC-konforme Mineralressource von 55,4 Mio. Tonnen mit 1,0 % CuEq, was etwa 543 kt enthaltenem CuEq entspricht. Das Projekt befindet sich noch in einem frühen Stadium mit erheblichem Potenzial, da bisher nur ein kleiner Teil des potenziellen Gebiets durch Bohrungen untersucht wurde."

Der nächste wichtige Schritt, das geplante Bohrprogramm von rund 4.000 Metern, besitze "das Potenzial, sowohl die Ressourcenmenge zu erhöhen als auch die Qualität der geologischen Grundlage für eine zukünftige Ressourcenerweiterung zu verbessern", konstatieren die Analysten. Vor dem Hintergrund der starken Kupfernachfrage werde so "ein günstiges Umfeld für Arctic Minerals geschaffen, um von der Exploration zur Minenplanung überzugehen".