Langfristiges Angebotsdefizit: Forscher halten deutlich höhere Kupferpreise für notwendig
Der Metallexplorer Prismo Metals CA74275P1071 A2QEGD verkündete Anfang März einen strategischen Beteiligungsdeal. Das Unternehmen erhält 24 % der Anteile an Blade Resources und wird damit dessen größter Einzelaktionär. Im Gegenzug überträgt Prismo das Kupferprojekt Hot Breccia im US- Bundesstaat Arizona an Blade.
Alain Lambert, CEO von Prismo, erläutert: "Hot Breccia ist unserer Ansicht nach eines der vielversprechendsten Kupferexplorationsprojekte in Nordamerika. Seit wir uns im Januar 2023 die Option auf das Projekt gesichert haben, verfolgen wir konsequent das Ziel, Bohrungen durchzuführen."
Prismo Metals überträgt Hot Breccia für 24 % an Blade Resources
Dafür wurden Optionen geprüft, darunter die interne Finanzierung eines Bohrprogramms, eine Partnerschaft mit einem großen Unternehmen oder der Zusammenschluss mit gleichgesinnten Explorern. Die Wahl fiel auf den Deal mit Blade – auch, weil dadurch der Fokus auf die beiden anderen Projekte in Arizona, Silver King und Ripsey, gerichtet werden kann.
Prismo Metals und der neue Partner suchen bei Hot Breccia in Nevada das Metall der Stunde: Kupfer. Im Zuge des Irankriegs hat der Preis des Basismetalls leicht nachgegeben. Am 27. Februar kostete eine Tonne an der London Metal Exchange (LME) noch 13.484 USD. Aktuell liegt der Preis mit 12.238 USD niedriger, weil die Märkte einen kriegsbedingten Rückgang der Nachfrage befürchten.
Kupfer mit langfristig zu wenig Angebot für steigende Nachfrage
Doch langfristig, so jedenfalls lautet das Kalkül von Explorern wie Prismo Metals, kann mit Kupfer im Portfolio wenig schiefgehen. Das Narrativ an den Märkten ist eindeutig: Die Nachfrage nach Kupfer steigt in den kommenden Jahren und Jahrzehnten zwangsläufig, weil das Metall an jedem Megatrend in einer Hauptrolle mitspielt. Ob Rüstung, KI, Elektrifizierung, erneuerbare Energien: Ohne Kupfer geht in den kommenden Jahren wenig.
Die Angebotsseite sieht weitaus weniger dynamisch aus. In den vergangenen Dekaden wurden nur wenige Kupfervorkommen von erheblicher Größe neu entdeckt. Bis neue Minen an den Start gehen, dauert es dabei leicht 15 Jahre oder länger. Und die bestehenden Minen leiden unter allerlei Schwierigkeiten wie den sinkenden Kupfergehalten im abgebauten Erz.
ERSS Studie: "Starke Preissignale" bei Kupfer notwendig
Wie dramatisch die Lage am Kupfermarkt perspektivisch werden könnte, zeigt nun eine neue Studie, die im März in Energy Research & Social Science (ERSS) erschien. "Die wachsende Kluft zwischen Kupferangebot und -nachfrage wird Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung und die Energiezukunft haben", teilen die Autoren Adam Simon, Lawrence Cathles, Dan Wood und Morgan Bazilian mit.
Die Autoren warnen, "dass die Kupferförderung kurz- bis mittelfristig wahrscheinlich nicht ausreicht, um den gesamten Bedarf zu decken." Vielmehr müsse "der Preis weiter deutlich steigen und starke Preissignale liefern", um "eine signifikante Anzahl bekannter Kupfervorkommen" zur Produktion zu bringen.
Die Studie verweist zunächst darauf, dass die Kupfernachfrage aus klassischen Sektoren nicht unterschätzt werden darf, da Entwicklungsländer im Lebensstandard aufholen. "Man bedenke, dass die gebaute Umwelt in den Vereinigten Staaten etwa 200 kg Kupfer pro Kopf enthält, während es in Indien nur 0,5 kg Kupfer pro Kopf sind."
Die zentrale Frage der Studie lautet: Wie stark und wie schnell kann die Kupferproduktion ausgeweitet werden? "Projiziert man diese historische Produktion nach üblicher Methode, ergibt sich für das Jahr 2050 eine Nachfrage nach gefördertem Kupfer von 37,1 Mio. Tonnen pro Jahr", heißt es im Hinblick auf die historische Entwicklung der Kupferproduktion.
Braucht die Welt 2050 fast 100 Mio. Tonnen Kupfer?
"Wenn die Weltwirtschaft darüber hinaus nach 2035 ausschließlich batterieelektrische Fahrzeuge produziert und das entsprechende Stromnetz zum Laden dieser Fahrzeuge aufbaut, müssen wir in diesem Zeitraum 13 % mehr Kupfer abbauen und die Fördermenge im Jahr 2050 auf 45,7 Mio. t/Jahr steigern. Ersetzen wir fossile Brennstoffe durch Strom aus erneuerbaren Energien, müssen wir zwischen 2018 und 2050 fast doppelt so viel Kupfer abbauen und die Fördermenge im Jahr 2050 um das 2,5-Fache steigern", rechnen die Forscher vor. Dies entspräche dann 91,7 Mio. t/Jahr.
Doch beim derzeitigen Preisniveau, so die Forscher, lassen sich auch die weniger ambitionierten Angebotsszenarien nicht erreichen. Die Studie rechnet vor, dass die Produktion aus 112 Porphyr-Kupferminen aufgrund geplanter Minenschließungen zurückgehen wird – und zwar um 2,6 Mio. Tonnen Jahresproduktion im Zeitraum von 2018 bis 2050.
Die Forscher sehen es als "nahezu sichere Tatsache", dass der Kupferpreis deutlich steigen muss, damit die Förderraten die Erwartungen erfüllen – selbst ausgehend von ihren derzeitigen Höchstständen. Zusätzlich sei "eine aktive Förderung des Kupferbergbaus" notwendig. Dieses Preissignal müsse mit Reformen der Genehmigungsverfahren einhergehen, um erfolgreich zu sein. "Die wachsende Versorgungslücke sollte sowohl in den USA als auch weltweit eine Frage der politischen Prioritätensetzung sein", warnen die Autoren.
Aussichtsreiche Kupferprojekte werden profitieren
Künftige Kupferproduzenten würden von einem starken Preisumfeld stark profitieren. Davon geht auch Prismo Metals CEO Lambert aus: "Wir gehen diese Transaktion mit einer langfristigen Perspektive an. Eine erfolgreiche Entwicklung in Hot Breccia hätte erhebliche Auswirkungen auf den Aktionärswert."
Das Potenzial dafür hat der an der Börse derzeit mit nur knapp 6 Mio. EUR bewertete Explorer. Positive Meldungen von Hot Breccia sind ebenso wie Explorationserfolge auf den übrigen Arizona-Projekten Ripsey und Silver King denkbare Auslöser einer Neubewertung durch den Markt. Bei Silver King hat Prismo diesen Ausblick zuletzt bereits untermauert: Nach Abschluss eines ersten Bohrprogramms berichtet das Unternehmen von sichtbarer Silbermineralisierung und sieht in der Tiefe zudem Hinweise auf ein mögliches Kupfersystem. Wenn sich dieser Eindruck mit den anstehenden Laboranalyseergebnissen bestätigt, würde das die Projektperspektive deutlich erweitern.