Gold voll im Trend: Australiens Explorer setzen auf Edelmetalle statt Eisenerz
Der australische Edelmetallentwickler Barton Gold AU0000153215 A3DJY0 startete im April Bohrungen auf dem Goldprojekt Tunkillia. Die Diamantbohrungen zielen auf die Verdichtung und Erweiterung der geotechnischen und metallurgischen Datenbanken ab. Noch vor Ende 2026 sind eine Vormachbarkeitsstudie und der Antrag auf eine Bergbaupacht geplant.
Laut einer optimierten Scoping-Studie aus dem vergangenen Jahr können bei Tunkillia künftig rund 120.000 Feinunzen Gold und 250.000 Feinunzen Silber pro Jahr produziert werden. Ein lohnendes Geschäft, wenn man den Zahlen des Unternehmens folgt: "Bei den aktuellen Gold- und Silberpreisen würde Tunkillia im ersten Jahr einen Betriebsgewinn von über 1 Mrd. AUD und in den ersten beiden Jahren einen Betriebsgewinn von über 2 Mrd. AUD erzielen", rechnet Geschäftsführer Alexander Scanlon vor. Der Wert des Projektes wurde bei deutlich niedriger angesetzten Preisannahmen auf 1,4 Mrd. AUD geschätzt.
Ausgaben für Goldexploration steigen um fast 50 %
Goldprojekte liegen bei Australiens Explorern voll im Trend. Die Ausgaben für Mineralienexploration legten im vierten Quartal 2025 um 7,9 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu, wie das australische Statistikbüro Anfang März berichtete. Etwas mehr als 1 Mrd. AUD investierten Unternehmen in Down Under demnach in die Mineralienexploration.
Vor allem Gold ist von Interesse: Die Ausgaben legten im Schlussquartal um fast 50 % auf gut 469 Mio. AUD zu. Die Eisenerzexploration verzeichnete dagegen einen Rückgang um rund 13 % auf knapp 181 Mio. AUD. Noch stärker fiel der Rückgang mit rund 22 % bei der Exploration von Kohle aus.
Auch weitere Daten der Statistikbehörde belegen eine Zunahme der Goldexplorationsaktivität. So wurden im vierten Quartal saisonbereinigt 2.818 Kilometer gebohrt. Ein Jahr zuvor waren es 2.366 Kilometer: Ein Anstieg um 19 %. Die Zunahme bei gleichzeitiger Verschiebung der Prioritäten ist auf das Preisumfeld zurückzuführen. Auch wenn der Eisenerzpreis zuletzt leicht angestiegen ist, liegen die Höchststände weit zurück. Die mäßig wachsende Nachfrage steht einem robusten Angebot gegenüber, das durch Großprojekte wie Simandou in Guinea (seit 2025 am Markt) und Rhodges Ridge in Westaustralien (noch unerschlossen) aktuell und zukünftig ausreichen sollte, um allzu große Preisanstiege zu verhindern.
Hohe Metallpreise werten Projekte auf
Der Goldpreis dagegen notiert trotz der aktuellen Konsolidierung weiterhin nahe Rekordhochs. Da die Gründe für die hohe Nachfrage auf absehbare Zeit weiter bestehen, gelten Investitionen in Goldprojekte (und ebenso Silber-Assets) derzeit als hochrentabel. Wie sich das Preisniveau auf die Rentabilität auswirkt, zeigt ein Blick auf aktuelle Machbarkeitsstudien. Brightstar Resources AU0000126633 A2QK3Y etwa legte im Januar eine aktualisierte Studie für das Goldfields-Projekt in Westaustralien vor. Die Studie skizziert 9,4 Mio. Tonnen Gestein mit einem Goldgehalt von 1,7 Gramm pro Tonne. Dies entspricht 457.000 Feinunzen, die über rund sechs Jahre abgebaut werden sollen. Beim Goldpreis zum Zeitpunkt der Studie beläuft sich der Barwert des Projekts (abgezinst mit 8 %) auf 758 Mio. AUD – 150 % mehr als bei einem Goldpreis von 5.000 AUD.
Das Preissignal jedenfalls zeigt Wirkung: Der Minerals Council of Australia rechnet mit einem deutlichen Anstieg der (mengenmäßigen) Goldproduktion im Land, das bereits heute der drittgrößte Produzent des Edelmetalls ist. So werde die Produktion voraussichtlich von 293 Tonnen im Zeitraum 2024/25 auf 369 Tonnen im Zeitraum 2026/27 steigen, notierte der führende Interessenvertreter der australischen Mineralienindustrie in einem Bericht im vergangenen Herbst. Neue und erweiterte Projekte im ganzen Land – darunter Modernisierungen und Erweiterungen von Aufbereitungsanlagen sowie neue Minen – sollen die nationale Produktion um rund 67 Tonnen erhöhen.
Gold wird Australiens zweitwichtigstes Exportgut
Die Verbindung von hohen Preisen und steigenden Mengen wirkt sich auf Australiens Exportbilanz aus. Australiens Goldexporterlöse stiegen 2024/25 um 42 % auf 47 Mrd. USD und werden Prognosen zufolge 2025/26 um weitere 28 % auf 60 Mrd. USD wachsen, bevor sie sich 2026/27 stabilisieren. Mit dieser Entwicklung wird Gold nach Eisenerz zum zweitwichtigsten Exportgut Australiens.
Barton Gold arbeitet derweil auf breiter Front. Beim Challenger-Projekt liefern jüngste Bohrungen hochgradige Goldfunde, die Central Gawler Mill wurde als betriebsbereit bestätigt, und die definitive Machbarkeitsstudie (DFS) für einen Stage-1-Betrieb soll noch im zweiten Halbjahr 2026 fertiggestellt werden. Bei Tunkillia läuft das Bohrprogramm mit drei Geräten parallel weiter – Ziel sind JORC-Erzreserven und eine vorläufige Machbarkeitsstudie noch vor Jahresende. Eine Mitte 2026 abgeschlossene institutionelle Platzierung über rund 25,9 Mio. AUD, getragen von Ankerinvestoren wie Franklin Templeton und Aegis Financial, stellt die Finanzierung der wesentlichen Meilensteine sicher.
Die Barton-Gold-Aktie hat nach dem Allzeithoch zu Jahresbeginn zuletzt deutlich korrigiert. Mit betriebsbereiter Mühle, gefüllter Kasse und konkreten Studienterminen gewinnt der Pfad in Richtung Produktion nun an Kontur – und damit auch das Potenzial, dass sich die Marktkapitalisierung den durch die Studien ermittelten Projektwerten wieder annähert.