Der westliche Lithiummarkt schaltet in den Skalierungsmodus
Der kanadische Lithiumexplorer Q2 Metals CA74739G1072 A3D4CR hat in den vergangenen Monaten mehrfach mit außergewöhnlich guten Explorationsergebnissen auf sich aufmerksam gemacht. Das Lithiumprojekt Cisco im kanadischen Quebec, so kristallisiert es sich mehr und mehr heraus, wird an Größe nur durch eine Handvoll Lithium-Hartgesteinsprojekte im Gesamtgehalt übertroffen.
Zuletzt berichtete das Unternehmen Ende März über Fortschritte und meldete mehrere Abschnitte von über 200 Metern durchgehendem Spodumen-Pegmatit. So war das breiteste zusammenhängende Intervall 264,6 m lang, gefolgt von einem Abschnitt in einer anderen Bohrung mit 240,4 Metern.
Q2 Metals hofft auf weitere Erfolge bei Cisco
Die Ergebnisse der Bohrungen stehen noch aus, doch die Hoffnung besteht, dass die Resultate sich in die Erfolgsmeldungen der letzten Monate einreihen könnten. Darunter: 95,1 und 81,9 Meter mit 1,56 % Li₂O sowie 457,4 Meter mit 1,65 % Li₂O, die im Dezember gemeldet wurden. Im Januar folgten 179,2 Meter mit 1,24 % Li₂O, im Februar 170,2 Meter mit 1,99 %.
"Die geologischen Messungen bestätigen, dass sich die Mineralisierung sowohl lateral als auch in der Tiefe über die derzeit modellierten Grenzen hinaus erstreckt", kommentierte Neil McCallum, Vizepräsident Exploration.
Q2 Metals reiht sich mit Cisco in die Riege der westlichen Lithiumprojekte ein, die für sichere Lieferketten des Batteriemetalls dringend benötigt werden.
Die Ausgangslage ist klar: Die Lithiumnachfrage steigt durch EV-Autos, Batteriespeicher, Robotik und weitere Sektoren in den kommenden Jahren und Jahrzehnten deutlich an, das Angebot hinkt hinterher – und wird obendrein durch China dominiert. Westliche Unternehmen arbeiten deshalb mit Hochdruck am Aufbau eigener Lieferketten. Die Anstrengungen der letzten Jahre münden zusehends in Resultaten mit relevanten Größenordnungen.
Der US-amerikanische Lithiumentwickler US Elemental bereitet seinen Börsengang an der Nasdaq durch eine Fusion mit dem SPAC Constellation Acquisition Corp I vor. Der Wert des Unternehmens wird auf rund 573 Mio. USD geschätzt. Das Ziel: Kapital für ein Lithiumprojekt in Oregon aufzubringen, das über geschätzte 21,5 Millionen Tonnen Lithiumcarbonat-Äquivalent verfügt und damit zu den größten (gemessen am Lithiumgehalt) zählt.
Von Oregon bis DR Kongo: Exploration im XXL-Maßstab nimmt Fahrt auf
Das McDermitt Projekt liegt etwa 35 Kilometer von der Thacker-Pass-Mine von Lithium Americas entfernt und ist Teil der FAST-41-Initiative der US-Bundesregierung, die die Genehmigungsverfahren für wichtige Rohstoffprojekte landesweit beschleunigen soll. Laut dem Genehmigungsportal der Regierung könnte US Elemental bereits im Juni die Baugenehmigung erhalten – und damit noch vor dem Börsengang, der für das zweite Quartal geplant ist.
Das private Explorationsunternehmen KoBold Metals (unter den Investoren sind Bill Gates und Jeff Bezos) hat mit der Suche nach Lithium in der DR Kongo begonnen und sieht darin die bisher größte Kampagne zur Suche nach dem Batteriemetall. Das Unternehmen hat 13 Lizenzen im Südosten des Kongo erworben. Bis zum Ende des ersten Quartals 2027 ist ein Budget von 50 Mio. USD vorgesehen. Geplant sind unter anderem Luftbildaufnahmen eines 30.000 Quadratkilometer großen Gebiets und der Einsatz künstlicher Intelligenz zur Suche und Analyse vielversprechender geologischer Vorkommen.
Vier Monate zuvor hatten Washington und Kinshasa eine Mineralienpartnerschaft unterzeichnet, die amerikanischen Investoren einen bevorzugten Zugang zu einigen der reichhaltigen Metallreserven des zentralafrikanischen Landes gewährt.
KoBold Metals hat in der DR Kongo weitere Pläne: Das Unternehmen will eine Mine auf einem bereits entdeckten riesigen Lithiumvorkommen in der Nähe der südöstlichen Stadt Manono errichten, konnte aber bisher keine Einigung mit dem australischen Unternehmen AVZ Minerals erzielen, das sich in einem Rechtsstreit um das Eigentum an dem Projekt befindet.
Sigma Lithium profitiert von Wende am Lithiummarkt
Nicht nur Lithiumexplorer, sondern auch Produzenten können Erfolge vermelden. Die Aktien des kanadischen Unternehmens Sigma Lithium CA8265991023 A3CTYQ etwa legten Anfang April zeitweise um mehr als 40 % zu, nachdem zwei Abnahmeverträge im Gesamtwert von 146 Mio. USD und damit verbundener Cashflow gemeldet worden waren. Sigma Lithium entwickelt das Projekt Grota do Cirilo im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais, das seit 2024 in Phase 1 produziert.
In diesem Jahr wird der Bau von Phase 2 wieder aufgenommen. Dadurch soll die jährliche Produktionskapazität bis 2027 von 240.000 Tonnen auf 520.000 Tonnen Lithiumoxidkonzentrat steigen. Phase 3 ist für 2028 anvisiert – dann mit 770.000 Tonnen jährlicher Kapazität.
Q2 Metals plant MRE
So weit wie Sigma Lithium ist Q2 Metals bei Cisco noch nicht. Doch das Projekt schreitet voran: Mittlerweile wurde die erste Mineralressourcenschätzung (MRE) vorgelegt. Diese berücksichtigt Analysedaten aus den 74 Bohrungen, die bis zum Abschluss der Bohrkampagne 2025 niedergebracht wurden, und löst das Explorationsziel ab, das basierend auf den ersten 40 Bohrungen ein potenzielles Lithiumvorkommen von 215 bis 329 Millionen Tonnen mit einem Gehalt von 1,0 bis 1,38 % Li₂O skizzierte.
Die MRE definiert in der abgeleiteten Kategorie eine Tagebaulagerstätte mit 270 Millionen Tonnen Li₂O mit einem vermuteten Gehalt von 1,36 % und einem Cut-off-Gehalt von 0,4 % Li₂O, was einem Gesamtgehalt von 9,1 Mio. Tonnen Lithiumcarbonatäquivalent (LCE) entspricht. Zusätzlich wurde eine weitere unterirdische Lagerstätte mit 24 Mio. Tonnen Li₂O mit einem vermuteten Gehalt von 1,34 % und einem Cut-off-Gehalt von 0,7 % Li₂O definiert, was einem Gesamtgehalt von 0,8 Mio. Tonnen LCE entspricht. Die hohen Erwartungen an die Ressource wurden damit erfüllt.
Neil McCallum betonte: "Die Ressource ist in alle Richtungen offen, und mehrere bekannte Spodumen- Pegmatit-Aufschlüsse bei Cisco wurden noch nicht durch Bohrungen untersucht, was die Möglichkeit einer weiteren Ressourcenerweiterung unterstreicht." Eine aktualisierte MRE soll deshalb noch in diesem Jahr folgen.
Q2 Metals wird an der Börse derzeit mit gut 310 Mio. EUR bewertet. Auch wenn der Markt eine starke MRE eingepreist hat, sind positive Überraschungen und damit weiteres Aufwärtspotenzial angesichts der Erfolgsserie des Projekts denkbar – entweder im Zusammenhang mit der MRE oder mit den Ergebnissen der jüngsten Bohrungen.