30 % Defizit bis 2030 befürchtet: Kupfer ist das Metall der Stunde
Der Metallexplorer Prismo Metals CA74275P1071 A2QEGD meldete kürzlich wesentliche Fortschritte bei seinem Projekt Silver King in Arizona, wo die Geologen nach vorrangig nach Kupfer und Silber suchen.
Analyseergebnisse der Proben von zwei Explorationszielen auf der Ostseite des Projekts – dem so getauften Zielgebiet Black Diamond und dem Crown Porphyr-Intrusionsziel – weisen auf substanzielle Mineralisierungen hin.
Prismo Metals findet bis zu 5% Kupfer in Arizona
So zeigten die Proben eine hochgradige Kupfermineralisierung bei Black Diamond. "Die Gesteinsproben wiesen generell hohe Kupfergehalte auf, wobei mehrere Proben über 1 % Cu und zwei Proben über 5 % Cu enthielten", teilten die Geologen des Explorers in ihrem Bericht mit.
Der Aktienkurs von Prismo Metals hatte sich in den letzten sechs Monaten stellenweise bereits verdreifacht und ist nach Gewinnmitnahmen nun auf zurück auf attraktivem Einstiegsniveau. Das liegt zum einen an den Fortschritten bei Silver King und dem ebenfalls in Arizona gelegenen Kupferprojekt Hot Breccia. Zum anderen spielt die Marktlage dem Unternehmen in die Hände: Kupfer ist in den USA (und nicht nur dort) derzeit das Metall der Stunde.
Die Minenproduktion des Landes lag 2024 laut US Geological Survey bei 1.100 Tonnen: 45 % des Bedarfs mussten importiert werden. Dabei kontrolliert ausgerechnet der geopolitische Rivale China große Teile des Marktes – wenn nicht im Bergbau, dann in der Raffination.
Kupfer wurde im November durch das US-Innenministerium auf die Liste der kritischen Mineralien gesetzt. Dies sind per Definition solche, die für die US-Wirtschaft und die nationale Sicherheit von entscheidender Bedeutung und zugleich potenziellen Risiken durch gestörte Lieferketten ausgesetzt sind.
Dem Kupfermarkt droht eine anhaltende und gravierende Verknappung. Das Metall wird für alle Megatrends benötigt, die in den kommenden Dekaden voraussichtlich relevant sein werden: Erneuerbare Energien, Elektrifizierung, Rechenzentren und KI. Und diese Bereiche betreffen nur den offenen Teil der Kupfernachfrage. "Ein Großteil der Kupfernachfrage ist verdeckt", sagt der Bergbauunternehmer Robert Friedland. "Der militärische Kupferbedarf wird nie öffentlich bekannt gegeben."
IEA Analyst warnt vor 30 % Kupferdefizit schon 2035
Shobhan Dhir, Analyst für kritische Mineralien bei der Internationalen Energieagentur (IEA), warnte auf der Jahrestagung der Critical Minerals Association Anfang Dezember, der Markt steuere auf eine Versorgungsknappheit zu, die bis 2035 30 % erreichen könnte. "Damit wird der Rohstoff zu einem der anfälligsten Glieder in den globalen Lieferketten, die die Energiewende und die Entwicklung künstlicher Intelligenz unterstützen", sagt S&P Global Analystin Annalisa Villa.
Während das Angebot in anderen Bereichen wie etwa Lithium durch neue Vorkommen relativ schnell wachsen kann, stößt Kupfer auf kaum überwindbar scheinende Widerstände. "Das prognostizierte Kupferdefizit resultiert aus sinkenden Erzgehalten, steigenden Kapitalkosten und langen Projektentwicklungszeiten", sagt Villa, wodurch die Skalierung der Kupferproduktion im Vergleich zu anderen kritischen Mineralien besonders schwierig sei.
"Kupfer ist das Mineral, das uns wirklich Sorgen bereitet", sagt auch Dhir. Es sei "eine große Herausforderung, die Versorgung mit diesem Mineral schnell zu steigern." Und: Der Nachfrageüberhang ist bereits eingetreten. Das Beratungsunternehmen Wood Mackenzie prognostiziert für 2025 einen Mangel von 304.000 Tonnen raffiniertem Kupfer – und geht von einem noch größeren Defizit im Folgejahr aus.
An der Preisentwicklung auf dem Rohstoffmarkt macht sich die Knappheit bereits bemerkbar. 11.620 USD kostete eine Tonne des Metalls, gemessen am 3-Monats-Kontrakt an der London Metal Exchange (LME), Anfang Dezember. Zum Jahreswechsel lag der Preis noch bei rund 8.800 USD. Vor allem seit Ende November hat sich der Preisanstieg verschärft.
Technologiekonzerne kaufen auch bei hohen Kupferpreisen
Charles Cooper von Wood Mackenzie weist daraufhin, dass die bei defizitbedingten Preissteigerungen am Metallmarkt üblichen Substitutionseffekte in der aktuellen Situation schwächer ausfallen könnten. So seien Technologiekonzerne bei der Kupfernachfrage für ihre Rechenzentren weniger preissensibel. Die Konzerne würden Netzbetreiber bei bestimmten Produkten wie Transformatoren preislich bereits überbieten.
Die Proben von Prismo Metals lassen die Geologen des Unternehmens hoffen, nach weiterer Explorationsarbeit ein signifikantes Kupfervorkommen zu entdecken. Die historische Mine Silver King und das umliegende Gelände wurden nicht umsonst als Explorationsziel auserkoren: Ganz in der Nähe befinden sich mehrere große Lagerstätten, deren Entwicklung in den USA derzeit höchste Aufmerksamkeit genießt.
Darunter ist mit Resolution eines der größten unerschlossenen Kupferprojekte der Welt im Besitz von BHP AU000000BHP4 850524 (45 %) und Rio Tinto GB0007188757 852147 (55 %). Resolution besitzt laut BHP das Potenzial, zum größten Kupferproduzenten Nordamerikas zu werden. Auf 1,8 Mrd. Tonnen Gestein mit 1,53 % Kupfergehalt wird die Lagerstätte geschätzt. Die beiden Bergbaukonzerne gehen davon aus, dass Resolution über vier Jahrzehnte hinweg genug Metall liefern wird, um bis zu einem Viertel des jährlichen US-Kupferbedarfs zu decken.
Im Kupferdreieck rund 100 Kilometer östlich von Phoenix liegen neben Resolution und Silver King weitere Projekte, darunter Miami von Freeport McMoran US35671D8570 896476 mit 1,6 Mrd. Tonnen Gestein und 0,63 % Kupfer und Pinto Valley von Capstone Copper CA14071L1085 A3DH8D mit 1,6 Mrd. Tonnen Gestein mit 0,28 % Kupfer.
Prismo Metals CEO Alain Lambert sieht auch aufgrund der prominenten Nachbarschaft in den Ergebnissen der Bodenproben das "enorme Explorationspotenzial" von Silver King bestätigt. Die neuen Ziele sollen in Zukunft erschlossen werden. Zunächst steht jedoch ein 1.000 Meter umfassendes Bohrprogramm auf dem historischen Minengelände von Silver King an, das bei Erfolg den Unternehmenswert schnell auf neue Höhen treiben kann.