NovaGold übernimmt Donlin Gold vollständig von Paulson
Der Deal macht NovaGold Resources CA66987E2069 905542 zum alleinigen Eigentümer des Donlin-Goldprojekts in Alaska. Die verbindlichen Vereinbarungen wurden am 21. Juli 2026 unterzeichnet. Jede heutige NovaGold-Aktie soll im Verhältnis 1:1 in eine stimmberechtigte Aktie der neu gegründeten NovaGold Corporation getauscht werden. Die Muttergesellschaft soll künftig in Delaware sitzen und eine Notierung an der New York Stock Exchange anstreben.
Paulson bleibt trotz Verkauf Großaktionär
Die heutigen NovaGold-Aktionäre einschließlich des US-Investors John Paulson sollen rund 65 % der neuen Gesellschaft halten. Der Gründer von Paulson & Co. erhält für seinen Anteil an Donlin Gold etwa 35 % der Aktien auf vollständig verwässerter Basis. Zusammen mit seiner bisherigen NovaGold-Beteiligung kommt er wirtschaftlich auf rund 40 %, darf aber nur 19,99 % der Stimmen kontrollieren. Thomas Kaplan und Paulson sollen den Verwaltungsrat gemeinsam führen.
NovaGold beziffert den erwarteten Eigenkapitalwert der gesamten neuen Gesellschaft auf rund 4,2 Mrd. USD. Paulsons neu ausgegebene Beteiligung von 35 % entspräche damit rechnerisch etwa 1,47 Mrd. USD. Der Wert umfasst neben Donlin Gold auch NovaGolds Barmittel sowie sämtliche übrigen Vermögenswerte und Verpflichtungen.
Paulson hatte seinen Donlin-Anteil erst im Juni 2025 erworben. Damals kaufte er im Rahmen des Ausstiegs von Barrick Mining CA06849F1080 A417GQ 40 % des Projekts für 800 Mio. USD. NovaGold zahlte weitere 200 Mio. USD und erhöhte seinen Anteil dadurch von 50 % auf 60 %. Der heutige rechnerische Wert von Paulsons neuen Aktien liegt somit mehr als 80 % über seinem damaligen Kaufpreis. Wegen der unterschiedlichen Vermögensbasis ist dieser Vergleich jedoch keine Berechnung eines realisierten Gewinns.
Für den Abschluss müssen mindestens zwei Drittel der bei der Sonderversammlung abgegebenen NovaGold-Stimmen zustimmen. Führungskräfte, Verwaltungsräte sowie die Großaktionäre Electrum und Paulson haben bereits Unterstützungserklärungen abgegeben. Zusammen vertreten sie rund 28 % der ausstehenden Aktien. Der Abschluss wird für das vierte Quartal 2026 erwartet und hängt zusätzlich von Gerichts-, Börsen- und Behördenzustimmungen ab.
Die Börse reagierte deutlich. Die NovaGold-Aktie stieg am Mittwoch zeitweise bis auf 6,44 USD und lag zuletzt bei 6,41 USD. Das entsprach einem Plus von knapp 14 % gegenüber dem Vortag.
100 % Eigentum lösen das Finanzierungsproblem nicht
Die Bezahlung mit neu ausgegebenen Aktien schont zunächst die Liquidität. NovaGold verfügte Ende Mai über 370,2 Mio. USD und sieht damit die Machbarkeitsstudie sowie die Rückzahlung eines Schuldscheins über 100 Mio. USD an Barrick finanziert. Der deutlich größere Kapitalbedarf für den Minenbau bleibt offen.
Der Bau der Mine liegt in einer anderen Größenordnung. Die Ende 2025 aktualisierte technische Untersuchung veranschlagt die anfänglichen Investitionen mit 9,23 Mrd. USD. Hinzu kommen über die Betriebszeit weitere 2,33 Mrd. USD für den Erhalt und die Erneuerung der Anlagen. Gegenüber der Untersuchung von 2021 stiegen die geschätzten Baukosten damit um rund 25 %.
Mit dem vollständigen Eigentum steigt auch NovaGolds Anteil an künftigen Projektkosten von 60 % auf 100 %, sofern kein neuer Projektpartner oder Infrastrukturfinanzierer einsteigt. Die einheitliche Eigentümerstruktur erleichtert Entscheidungen und Verhandlungen. Gleichzeitig konzentriert sie den Kapitalbedarf in der neuen Gesellschaft.
NovaGold will deshalb nicht nur klassische Banken und den Kapitalmarkt ansprechen. Das Unternehmen nennt auch staatliche Stellen, staatliche Finanzierungsprogramme und Staatsfonds als mögliche Geldgeber. Teile der Infrastruktur könnten von Dritten gebaut und betrieben werden, damit nicht sämtliche Kosten vor Produktionsbeginn aus der Bilanz des Goldentwicklers finanziert werden müssen.
Hohe Goldmenge trifft auf niedrige Projektrendite
Donlin Gold verfügt über rund 560 Mio. t gemessene und angezeigte Ressourcen mit durchschnittlich 2,22 g/t Gold. Daraus ergeben sich etwa 40 Mio. oz Gold. Rund 33 Mio. oz davon sind als nachgewiesene und wahrscheinliche Reserven eingestuft.
Der aktuelle Minenplan sieht in den ersten zehn vollständigen Betriebsjahren eine durchschnittliche Produktion von rund 1,3 Mio. oz Gold pro Jahr vor. Über die geplante Betriebszeit von 27 Jahren sollen es im Mittel etwa 1,1 Mio. oz pro Jahr sein. Damit wäre Donlin nach den heutigen Planungen eine der größten einzelnen Goldminen der USA.
Bei einem angenommenen Goldpreis von 2.100 USD je oz erreicht das Projekt laut der technischen Untersuchung einen Kapitalwert nach Steuern von 5,1 Mrd. USD bei einem Abzinsungssatz von 5 %. Die interne Rendite beträgt 10,3 %, die Rückzahlungszeit nach Produktionsbeginn 6,5 Jahre. Die Zahlen zeigen die starke Abhängigkeit vom Goldpreis. Trotz der großen Ressource bleibt die Rendite für ein abgelegenes Projekt mit mehr als 9 Mrd. USD Anfangsinvestitionen vergleichsweise knapp.
Rabi Nizami, Bergbauanalyst bei National Bank Financial, bewertete die Kostensteigerungen laut Mining.com als weitgehend durch höhere erwartete Erlöse ausgeglichen. Die aktualisierte Untersuchung bestätige vor allem Größe und Gehalt des Vorkommens. Den größeren Einfluss auf die endgültige Wirtschaftlichkeit werde die neue bankfähige Machbarkeitsstudie haben, die 2027 fertiggestellt werden soll.
Die ausgewiesene Ressource erstreckt sich bislang über etwa 3 km eines rund 8 km langen mineralisierten Korridors. Insgesamt deckt sie nur rund 7,5 % des größeren Landpakets ab. Weitere Bohrungen könnten die Goldmenge erhöhen. Zusätzliche Ressourcen verbessern jedoch erst dann den Projektwert, wenn sie in einen finanzierbaren Minenplan einfließen.
Bundesgenehmigungen bleiben unter Vorbehalt
Donlin Gold besitzt die wesentlichen bundesstaatlichen Genehmigungen aus dem Jahr 2018. Ein US-Bundesgericht ordnete jedoch eine ergänzende Umweltprüfung an. Untersucht werden müssen die Folgen eines größeren Bruchs des geplanten Rückhaltebeckens für Bergbaurückstände. Das US Army Corps of Engineers kann anschließend bestehende Entscheidungen bestätigen, ändern oder aufheben.
Der offizielle Genehmigungsplan sieht die Entscheidung über die wasserrechtliche Bundesgenehmigung und die Überprüfung des Wegerechts für die Gasleitung bis Ende Mai 2027 vor. Die bestehenden Genehmigungen bleiben während des Verfahrens in Kraft. Parallel wartet das Projekt auf eine Entscheidung des Obersten Gerichts von Alaska über die noch angefochtene Wasserqualitätsbescheinigung des Bundesstaats.
Das Projekt liegt auf Flächen zweier Alaska-Native-Gesellschaften. Calista Corporation besitzt die Mineralrechte, The Kuskokwim Corporation die Oberflächenrechte. Mit NovaGold als künftig einzigem Projekteigentümer erhalten Landbesitzer und Behörden einen zentralen Ansprechpartner. Die laufenden Gerichts- und Umweltverfahren werden durch den Eigentümerwechsel jedoch nicht beendet.

