Käufer kehren bei US-Rohstoffwerten zurück

Käufer kehren bei US-Rohstoffwerten zurück

Der SPDR S&P Metals & Mining ETF US78464A7550 A0MYHA, kurz XME, bündelt US-Aktien aus Stahl, Metall und Bergbau. Der Fonds hat sich an einer Kursmarke stabilisiert, die bereits früher Käufe ausgelöst hatte. Nun entscheidet die Entwicklung mehrerer Rohstoffmärkte über die Tragfähigkeit der Erholung.

Der XME kehrt an sein Vorjahrestief zurück

Seit 2025 bewegt sich der Fonds in einem langfristigen Aufwärtstrend, der sich im Jahresverlauf deutlich beschleunigte. In den vergangenen Wochen verlor der XME dennoch knapp 25 %. Am 8. Juli 2026 fiel er bis auf 99,95 USD und erreichte damit erneut das Tief des Vorjahres. Bis zum Handelsschluss am 13. Juli erholte sich der Kurs auf 102,09 USD.

Hinter den Schwankungen stehen gegenläufige Einflüsse. Zölle verschärften die Unsicherheit für Produzenten und Verarbeiter. Der KI-getriebene Ausbau von Rechenzentren und Stromnetzen stützte dagegen die Nachfrageprognosen für ausgewählte Metalle. Erwartungen eines länger anhaltenden Rohstoffbooms lieferten zusätzlichen Auftrieb. Sorgen über die Folgen des Iran-Kriegs belasteten zugleich die Wachstumsaussichten und erhöhten die Inflationsrisiken.

Mehrere Kursmarken prägen den weiteren Verlauf

Das Tief vom 8. Juli markiert zugleich eine Zone, in der Käufer bereits mehrfach zurückkehrten. Knapp darunter verläuft bei 99,40 USD die Unterkante des aktuellen Kurskanals. Ein dauerhafter Fall unter beide Marken würde die Erholungsthese schwächen und das Risiko weiterer Verluste erhöhen.

Unterstützung erhält die Gegenbewegung vom Relative-Stärke-Index, kurz RSI. Der Indikator misst Tempo und Stärke einer Kursbewegung. Zuletzt drehte er aus einem Bereich nach oben, der auf ungewöhnlich hohen Verkaufsdruck hingewiesen hatte. Das spricht dafür, dass die Verkäufer an Einfluss verlieren.

Auch das übergeordnete Kursbild lässt eine Fortsetzung des Aufwärtstrends möglich erscheinen. Es ähnelt einer Bull-Flag, bei der auf einen deutlichen Anstieg eine begrenzte Konsolidierung folgt. Die obere Begrenzung dieser Formation verbindet die Hochpunkte bei 134,46 USD und 132,87 USD. Zuvor trifft der Fonds auf mögliche Verkaufszonen bei 107,71 USD, 109,50 bis 110,00 USD, 112,51 USD und 116,40 USD.

Die Fondsstruktur verteilt Chancen und Belastungen

Am 13. Juli umfasste der XME 39 Aktien. Der zugrunde liegende Index verteilt das Gewicht relativ gleichmäßig auf seine Mitglieder. Dadurch prägen einzelne Großkonzerne die Entwicklung des Fonds weniger stark. Gegen einen branchenweiten Abschwung bietet diese Streuung allerdings nur begrenzten Schutz.

Stahl stellte 28,58 %, Gold 18,27 % und Kohle sowie Brennstoffe 17,88 % des Portfolios. Weitere 17,04 % entfielen auf diversifizierte Bergbauwerte, 9,17 % auf Aluminium, 4,79 % auf Silber und 4,26 % auf Kupfer. Diese Mischung verbindet Geschäftsmodelle mit unterschiedlichen Rohstoffpreisen und Nachfragezyklen. Stärke bei Gold oder Kupfer kann deshalb Schwächen in anderen Teilsektoren teilweise ausgleichen.

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Unternehmen liefern Rückhalt für einzelne Segmente

Der Stahlhersteller Nucor US6703461052 851918 hatte am 13. Juli ein Fondsgewicht von 4,10 %. Im ersten Quartal erzielte der Konzern 743 Mio. USD Nettogewinn und 1,51 Mrd. USD EBITDA. Das Vorsteuerergebnis der Stahlwerke stieg gegenüber dem Vorquartal von 516 Mio. USD auf 1,13 Mrd. USD. Höhere Preise und größere Mengen trieben den Anstieg und stützten damit den Stahlanteil des Fonds operativ.

Der Kernbrennstoffanbieter Centrus Energy US15643U1043 A12CTC wog im Fonds 4,48 %. Das US-Energieministerium vergab einen HALEU-Auftrag über 900 Mio. USD. HALEU bezeichnet niedrig angereichertes Uran mit höherem Anreicherungsgrad, das mehrere neue Reaktortypen benötigen. Mit Optionen steigt das Vertragsvolumen auf 1,07 Mrd. USD und umfasst zunächst zwölf Tonnen Jahreskapazität. Die erste neue Kapazität soll 2029 starten, wodurch langfristige Verträge den Ausbau teilweise absichern.

Politik und Preise ziehen Rohstoffmärkte auseinander

Die Entwicklungsbank World Bank Group erwartet 2026 einen Anstieg ihres Metall- und Mineralpreisindex um 17 %. Für Basismetalle prognostiziert sie 19 %, für Kupfer 21 % und für Aluminium 22 %. Der Edelmetallindex soll 42 % zulegen. Eisenerz dürfte wegen der schwachen Baukonjunktur dagegen auf ein Siebenjahrestief sinken. Gold-, Kupfer- und Aluminiumwerte erhalten damit mehr Rückenwind als stark eisenerzabhängige Unternehmen.

Die US-Regierung setzte Zölle von 50 % auf Metallprodukte und 25 % auf viele weiterverarbeitete Waren fest. Für bestimmte Industrieanlagen gelten zeitweise 15 %. Bei einem Anteil von mindestens 85 % US-Metall sinkt der Satz auf 10 %. Parallel verhandelt Washington über kritische Mineralien und mögliche Mindestimportpreise.

Die Rechtsgrundlage bildet Section 232 des Trade Expansion Act von 1962. Sie erlaubt Importbeschränkungen, wenn Einfuhren aus Sicht der Regierung die nationale Sicherheit gefährden. Das US-Handelsministerium untersucht dafür Lieferabhängigkeiten und die Belastbarkeit der heimischen Industrie. Heimische Produzenten erhalten dadurch Preisschutz, während Verarbeiter höhere Materialkosten tragen können.