Ghana drängt große Goldförderer zum Wechsel auf lokale Minenfirmen

Ghana drängt große Goldförderer zum Wechsel auf lokale Minenfirmen picture alliance / Visually / GS International

Ghana erhöht den Druck auf drei der größten Goldförderer des Landes. Nach Informationen von Reuters hat die Minerals Commission Newmont Corp. US6516391066 853823, AngloGold Ashanti plc GB00BRXH2664 A3EQAK und die ghanaische Tochtergesellschaft von Zijin Mining CNE100000502 A0M4YQ aufgefordert, ihre Bergbauarbeiten bis Dezember 2026 auf lokale Auftragnehmer umzustellen. Wer die Frist verfehlt, muss demnach mit Sanktionen rechnen. Im Raum stehen hohe Geldbußen, im äußersten Fall sogar Minenschließungen.

Betroffen sind Unternehmen, die ihre Minen in Ghana bisher noch selbst betreiben. Genau das macht den Fall politisch und wirtschaftlich so heikel. Denn fast alle anderen großen Betreiber haben laut Regierungsvertretern und Managern längst auf sogenanntes Contract Mining umgestellt – also auf externe Dienstleister, die den Abbau im Auftrag übernehmen.

Ghana will mehr Wertschöpfung im eigenen Land

Hintergrund sind verschärfte Vorgaben zur lokalen Beteiligung, die Ghana Anfang 2025 überarbeitet hat. Seither gilt, dass der Tagebau vollständig von ghanaisch kontrollierten Firmen ausgeführt werden muss. Im Untertagebau ist mindestens eine ghanaische Beteiligung von 50 % vorgeschrieben. Die Regeln zielen darauf, Know-how im Land aufzubauen und einen größeren Teil der Erlöse im Inland zu halten.

Für Accra ist das mehr als eine technische Frage der Betriebsorganisation. Die Regierung will heimische Dienstleister stärken und verweist laut Reuters auf Unternehmen wie Rocksure oder Engineers & Planners, die heute deutlich größere Rollen im Bergbau übernehmen könnten. Ein Regierungsvertreter sagte, lokale Firmen hätten die Kapazität für zusätzliche Aufträge, die Behörde werde sie bei der Umsetzung begleiten.

Newmont stößt mit Verlängerungswunsch auf Widerstand

Besonders heikel ist der Fall bei Newmont. Der Konzern betreibt in Ghana die Minen Ahafo North und Ahafo South. Reuters zufolge war die Umsetzung noch in diesem Monat Gegenstand der Verhandlungen in Accra zwischen Konzernchefin Natascha Viljoen und der Minerals Commission. Newmont habe demnach erneut um mehr Zeit gebeten und als börsennotiertes Unternehmen auf zusätzliche regulatorische Compliance-Vorgaben verwiesen.

Nach Angaben von Regierungsquellen stieß dieser Wunsch jedoch auf Widerstand. Der Verweis der Behörden ist politisch wirksam, weil andere börsennotierte Produzenten wie Gold Fields die Umstellung bereits vollzogen haben sollen. Das schwächt die Argumentation, dass ausgerechnet eine internationale Börsennotierung den Prozess unzumutbar verzögere.

Auch AngloGold Ashanti ist betroffen, konkret mit der kleineren Iduapriem-Mine. Das Unternehmen reagierte auf eine Anfrage von Reuters zunächst nicht. Gleiches galt für Newmont. Zijin erklärte dagegen, man stehe seit November 2025 mit der Behörde im Austausch, bereite Ausschreibungen und technische Rahmenbedingungen vor und teste neue Technologien, bevor ein vollständiges Ausschreibungsverfahren starten könne.

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Der Schritt passt zu einem härteren Kurs in Westafrika

Die Auseinandersetzung ist Teil eines größeren Trends. Mehrere afrikanische Staaten ziehen ihre Bergbaugesetze an, um in Zeiten hoher Preise für Gold und andere Rohstoffe mehr Einnahmen und mehr Kontrolle über die Wertschöpfung zu sichern. Reuters erinnert in diesem Zusammenhang an Mali, das einen langen Konflikt mit Barrick über die Durchsetzung eines neuen Bergbaugesetzes erst im vergangenen Jahr beigelegt hatte.

Für Ghana ist der Fall deshalb ein Test. Das Land ist Afrikas größter Goldproduzent und zugleich auf ausländisches Kapital und technisches Können angewiesen. Hier liegt die Spannung dieser Entscheidung. Die Regierung will nationale Unternehmen stärken, darf dabei aber die Betriebsstabilität der Minen nicht gefährden. Ob die Umstellung reibungslos gelingt, wird deshalb nicht nur an der Frist hängen, sondern an der Frage, ob genügend leistungsfähige lokale Partner bereitstehen.

Noch ist die Tür für eine geordnete Lösung offenbar offen. Ein Vertreter aus dem Umfeld der Ghana Chamber of Mines sagte Reuters, Auftragsbergbau könne sinnvoll sein, sollte aber aus wirtschaftlichen Erwägungen erfolgen. Dahinter steckt ein Kernkonflikt: mehr lokale Kontrolle auf der einen Seite, betriebliche Effizienz auf der anderen. Bis Dezember 2026 muss Ghana zeigen, dass sich beides verbinden lässt.