Neue Projekte stärken Afrikas Rolle in der Versorgung mit Batterierohstoffen

Neue Projekte stärken Afrikas Rolle in der Versorgung mit Batterierohstoffen picture alliance / Matrix Images

Die Nachfrage nach Batterierohstoffen steigt weiter. Während der Markt in wenigen Jahren enger werden könnte, gewinnt Afrika im globalen Lithiummarkt zunehmend an Bedeutung. Im Jahr 2025 entwickelte sich der Kontinent zur bedeutendsten Quelle für zusätzliches Lithium-Angebot. Die neu erschlossenen Fördermengen übertrafen das Wachstum im Rest der Welt deutlich.

Zugleich bringt Afrika neue Projekte schneller in Richtung Produktion. Gemäß einer Prognose von Wood Mackenzie sollte der Lithiumbedarf in einem beschleunigten Szenario der Energiewende bis 2050 bei mehr als 13 Mio. Tonnen liegen. Neue Defizite könnten bereits ab 2028 entstehen.

Für Afrika ist das mehr als nur ein günstiges Marktfenster. Es geht um Exporterlöse, industrielle Entwicklung und um die Frage, wie viel Wertschöpfung im eigenen Land bleibt. Vor allem Länder mit neuen Hartgesteinsprojekten versuchen deshalb, nicht nur Erz oder Konzentrat auszuführen, sondern zugleich Verarbeitungskapazitäten aufzubauen und die Lieferkette breiter aufzustellen.

Durch neue Projekte gewinnt Afrika massiv an Marktanteilen

Besonders stark rückt die Demokratische Republik Kongo in den Blickpunkt. Dort soll das Projekt Manono den Einstieg des Landes in die Lithiumförderung markieren. Das Projekt zählt aktuell zu den größten Lithium-Hartgestein-Ressourcen. Eine geplante Produktionsaufnahme im Sommer 2026 wurde seitens des Betreibers und Mehrheitseigners Zijin Mining Group Co., Ltd CNE100000502 A0M4ZR angekündigt, während derzeit ein anhängiges Schiedsverfahren um Eigentumsrechte an Lizenzen mit AVZ Minerals die Rechtslage beeinflusst. Auch das noch nicht börsennotierte, KI-gestützte Unternehmen KoBold Metals ist beim Manono-Projekt im Gespräch.

Noch weiter ist Mali. Das Land hat sich in kurzer Zeit zu einem Schwerpunkt der neuen afrikanischen Lithiumförderung entwickelt. Das Bougouni-Projekt, ein Joint Venture zwischen dem britischen Unternehmen Kodal Minerals PLC GB00BH3X7Y70 A1XBMR und der chinesischen Hainan Mining Co. Ltd. CNE100001VS1 A14U8F, ist seit 2025 in Betrieb und liefert derzeit jährlich etwa 125.000 Tonnen Konzentrat. Im Anschluss an eine Erweiterung könnte sich die Produktionskapazität verdoppeln.

Beim größeren Goulamina-Projekt von Ganfeng Lithium Group Co. Ltd. CNE1000031W9 A2N6UN laufen die Planungen ebenfalls auf Expansion hinaus. Es zählt zu den größten Spodumenvorkommen weltweit mit einer jährlichen Fördermenge von rund 506.000 Tonnen Konzentrat. Auch hier gibt es Erweiterungspläne, die eine Million Tonnen Jahresproduktion anvisieren.

Zusammen stärken beide Vorhaben Malis Stellung im Markt und verschieben das Gewicht innerhalb Afrikas.

Mali, Ghana und Simbabwe setzen unterschiedliche Akzente

Während Mali auf schnellen Produktionsaufbau setzt, verfolgt Ghana mit dem Ewoyaa-Projekt einen späteren, aber strategisch wichtigen Einstieg. Das Projekt soll Ghana zur ersten Lithiumförderung des Landes führen und die Lieferbasis Westafrikas verbreitern. Entwickelt wird Ewoyaa von Atlantic Lithium AU0000237554 A3DTM0.

Simbabwe geht einen anderen Weg. Das Land ist bereits Afrikas größter Lithiumproduzent und versucht nun, mehr Verarbeitung im Inland zu halten. Restriktionen für den Export von Rohmaterial sollen Investitionen in Aufbereitung und Weiterverarbeitung anstoßen. Industriepolitisch ist das nachvollziehbar, birgt aber auch Risiken. Lokale Veredelung braucht Kapital, Energie, Logistik und verlässliche Regeln. Diese Faktoren entscheiden letztlich, ob aus Rohstoffreichtum tatsächlich ein tragfähiger Industriezweig wird.

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Der Kontinent rückt für Investoren stärker in den Fokus

Der Investitionsbedarf ist groß. Das Marktforschungsunternehmen Wood Mackenzie beziffert den zusätzlichen Kapitalbedarf zur Vermeidung der erwarteten Angebotslücken auf bis zu 276 Mrd. USD. Das erklärt, warum Afrika für internationale Bergbaukonzerne, Fonds und strategische Abnehmer interessanter wird. Wer sich heute Zugriff auf künftige Mengen sichern will, schaut verstärkt auf Länder mit fortgeschrittenen Projekten, politischem Willen und der Aussicht auf lokale Verarbeitung.

Gleichzeitig richtet sich der Blick des Marktes nicht nur auf die großen, bereits weit entwickelten Projekte. Auch in einer früheren Phase entstehen auf dem Kontinent neue Lithiumstories. Ein Beispiel dafür ist Lithium Africa KYG6003G1010 A425GC, ein Explorer und Projektgenerator mit Fokus auf afrikanische Lithiumprojekte. Das Unternehmen entwickelt in Südafrika mit Springbok ein Projekt rund um die historische Norrabees-Pegmatitmine und verfügt dort nach eigenen Angaben über einen Stockpile von mehr als 30.000 Tonnen bereits abgebauten Materials, das perspektivisch monetarisiert werden könnte. Der Ansatz ist bewusst kapitaleffizient: Früh entdecken, gezielt entwickeln und Projekte anschließend über Partnerschaften oder Transaktionen zu Geld machen, statt selbst zum Minenbetreiber zu werden. Zusätzliche strategische Relevanz erhält die Gesellschaft durch Ganfeng Lithium, das 13,2 % der Anteile hält.

Damit steht Lithium Africa exemplarisch für einen Teil des afrikanischen Lithiummarkts, der in der öffentlichen Wahrnehmung noch unterrepräsentiert ist: kleinere, früh positionierte Unternehmen, die sich in aussichtsreichen Regionen Land sichern, Exploration mit schlanker Kapitalstruktur vorantreiben und im Erfolgsfall zu Übernahmekandidaten oder begehrten Partnern werden können. Gerade wenn sich der Markt für Batterierohstoffe in den kommenden Jahren wieder verengt, dürfte nicht nur die Produktion selbst, sondern auch der Zugang zu neuen Entdeckungen an Wert gewinnen.

Damit ist die Richtung klar, aber der Weg bleibt anspruchsvoll. Zahlreiche Projekte stehen vorerst am Übergang von Planung zu Bau oder vom Bau zum stabilen Betrieb. Verzögerungen bei Genehmigungen, Finanzierung oder Infrastruktur können den Zeitplan schnell verschieben. Trotzdem zeigt die aktuelle Projektpipeline, dass Afrika nicht mehr nur als Randnotiz im Lithiummarkt betrachtet werden kann. Der Kontinent wird zu einem ernsthaften Baustein der globalen Batterieversorgung.