Gericht bestätigt Hancock-Eigentum, spricht Rivalen aber Royalties zu

Gericht bestätigt Hancock-Eigentum, spricht Rivalen aber Royalties zu picture alliance / paul mayall

Australiens reichste Unternehmerin Gina Rinehart hat im langjährigen Rechtsstreit um Hope Downs ein gemischtes Urteil erhalten. Der Supreme Court of Western Australia bestätigte zwar Hancock Prospectings Eigentum an den zentralen Hope-Downs-Assets, sprach Wright Prospecting und DFD Rhodes jedoch teilweise Ansprüche auf laufende und rückwirkende Royalty-Zahlungen zu. Hancock Prospecting und Rio Tinto sind demnach für bestimmte Zahlungen aus der Pilbara-Förderung verantwortlich.

Richterin Jennifer Smith wies zentrale Eigentumsforderungen gegen Hancock Prospecting ab, bestätigte jedoch begrenzte Royalty-Ansprüche der beiden Familienunternehmen. Die konkrete Höhe der Nachzahlungen und der künftigen Zahlungen soll in einem separaten Verfahren bestimmt werden.

Der Fall geht auf Vereinbarungen zwischen Lang Hancock, Rineharts Vater, und seinen damaligen Partnern Peter Wright und Don Rhodes zurück. Diese hatten in den 1960er-Jahren weite Gebiete in der eisenreichen Region Pilbara erkundet und sich Rechte für spätere Förderung gesichert.

Hancock Prospecting hatte argumentiert, die Partnerfamilien hätten keine gültigen Ansprüche mehr. Das Gericht folgte dieser Sicht bei den Royalty-Fragen nicht vollständig, wies aber die Eigentumsansprüche von Wright Prospecting zurück. Wright Prospecting und DFD Rhodes haben demnach auf Grundlage historischer Vereinbarungen Anspruch auf bestimmte Royalty-Zahlungen aus Teilen der Hope-Downs-Produktion seit Beginn der Förderung 2007.

Nach Angaben von Hancock-Projektleiter Jay Newby könnten sich die laufenden Zahlungen an DFD Rhodes auf rund 4 Mio. AUD pro Jahr und an Wright Prospecting auf etwa 14 Mio. AUD jährlich belaufen. Einschließlich möglicher Zinsen könnten sich die Verpflichtungen über fast zwei Jahrzehnte auf einen hohen dreistelligen Millionenbetrag summieren. Die exakte Höhe bleibt jedoch einem weiteren Verfahren vorbehalten.

Familienkonflikte und Eigentumsfragen abgewiesen

Neben den Partnerfamilien hatten auch zwei von Rineharts Kindern, John Hancock und Bianca Rinehart, Ansprüche aus einem Familientrust geltend gemacht. Diese Klagen wurden nach Angaben der Richterin bereits "an der ersten Hürde" abgewiesen. Auch die Eigentumsansprüche von Wright Prospecting an Hope-Downs-Tenements hatten keinen Erfolg.

Wright Prospecting hatte zusätzlich Anspruch auf Teile der Eigentumsrechte an Hope-Downs-Tenements erhoben, scheiterte damit jedoch. Das Gericht bestätigte, dass Hancock Prospecting Eigentümerin bleibt. Zugleich sprach es Wright Prospecting bestimmte Ansprüche auf laufende und rückwirkende Royalty-Einnahmen zu.

Ein Sprecher von Wright Prospecting erklärte, das Unternehmen begrüße die Entscheidung und prüfe weitere Schritte. Rio Tinto, seit 2005 Joint-Venture-Partner in der Hope-Downs-Förderung, will das Urteil im Detail evaluieren.

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Konsequenzen für den australischen Erzsektor

Das Urteil markiert eine wichtige Etappe in einem der längsten Wirtschaftsstreitigkeiten Australiens, dürfte aber noch weitere Verfahren zur genauen Berechnung der Zahlungen nach sich ziehen. Für Hancock Prospecting und Rio Tinto entstehen zwar zusätzliche Royalty-Verpflichtungen. Zugleich bleibt die für Hancock zentrale Eigentumsfrage entschieden: Die wesentlichen Eigentumsansprüche der Gegenseite wurden abgewiesen.

Der Spruch zeigt dennoch, dass historische Vereinbarungen aus der Explorationsphase des australischen Eisenerzbooms auch Jahrzehnte später finanzielle Folgen haben können. Für die Gegenseite liegt der Erfolg vor allem in den zugesprochenen Royalty-Ansprüchen. Für Hancock Prospecting liegt der entscheidende Erfolg darin, dass das Eigentum an den zentralen Assets bestätigt wurde.

Hinweis der Redaktion: Der Artikel wurde präzisiert, um klarzustellen, dass das Gericht zwar Royalty-Ansprüche gegen Hancock Prospecting bestätigte, zugleich aber wesentliche Eigentumsansprüche gegen Hancock abwies.