Gericht verpflichtet Rinehart zu Millionenzahlungen an Rivalen
Australiens reichste Unternehmerin Gina Rinehart muss nach einem Urteil des Obergerichts von Western Australia gemeinsam mit Rio Tinto laufende und rückwirkende Royalty-Zahlungen an zwei rivalisierende Minengesellschaften leisten. Das Gericht gab Wright Prospecting und DFD Rhodes teilweise recht, nachdem sich der Rechtsstreit seit 2010 über 16 Jahre hingezogen hatte.
Die Richterin Jennifer Smith wies zahlreiche Forderungen gegen Hancock Prospecting ab, bestätigte jedoch den Anspruch der beiden Familienunternehmen auf Anteil an Royalties aus mehreren Eisenerzminen im Pilbara-Gebiet. Die konkrete Höhe soll in einem separaten Verfahren bestimmt werden.
Alte Vereinbarungen aus der Hancock-Ära im Mittelpunkt
Der Fall geht auf Vereinbarungen zwischen Lang Hancock, Rineharts Vater, und seinen damaligen Partnern Peter Wright und Don Rhodes zurück. Diese hatten in den 1960er-Jahren weite Gebiete in der eisenreichen Region Pilbara erkundet und sich Rechte für spätere Förderung gesichert.
Hancock Prospecting hatte argumentiert, die Partnerfamilien hätten keine gültigen Ansprüche mehr. Das Gericht folgte dieser Sicht nicht vollständig: Wright Prospecting und DFD Rhodes hätten auf Grundlage der historischen Verträge Anspruch auf eine prozentuale Beteiligung an den Erlösen, die seit Beginn der Produktion 2007 anfielen.
Laut Hancock-Projektleiter Jay Newby beläuft sich die Zahlung an DFD Rhodes auf rund 4 Mio. AUD pro Jahr, jene an Wright Prospecting auf etwa 14 Mio. AUD jährlich. Einschließlich Zinsen summieren sich die Verpflichtungen über fast zwei Jahrzehnte auf einen hohen dreistelligen Millionenbetrag.
Familienkonflikte und Eigentumsfragen abgewiesen
Neben den Partnerfamilien hatten auch zwei von Rineharts Kindern, John Hancock und Bianca Rinehart, Ansprüche aus einem Familientrust geltend gemacht. Diese Klagen wurden "bereits an der ersten Hürde" abgewiesen, so die Vorsitzende Richterin.
Wright Prospecting hatte zusätzlich Anspruch auf Teile der Eigentumsrechte eines der Hope-Downs-Tenements erhoben, war damit jedoch gescheitert. Das Gericht stellte fest, dass Hancock Prospecting Eigentümerin bleibt, Wright jedoch mit Blick auf laufende Royalty-Einnahmen berechtigt ist.
Ein Sprecher von Wright Prospecting erklärte, das Unternehmen begrüße die Entscheidung und prüfe weitere Schritte. Rio Tinto, seit 2005 Joint-Venture-Partner in der Hope-Downs-Förderung, will das Urteil im Detail evaluieren.
Konsequenzen für den australischen Erzsektor
Das Urteil beendet einen der längsten Wirtschaftsstreitigkeiten des Landes, bleibt aber für die beteiligten Unternehmen kostspielig. Neben den Nachzahlungen belasten künftig laufende Royalty-Abgaben die Profitabilität der Pilbara-Minen.
Zugleich sichert der Spruch historische Beteiligungsrechte der ursprünglichen Entdeckerfamilien. Für Rinehart und Rio Tinto bedeutet er, dass frühere Vereinbarungen aus der Explorationsphase des australischen Eisenerzbooms weiterhin bindend sind – und damit potenziell als Präzedenzfall für ähnliche Streitigkeiten dienen könnten.

