Angebotsausfälle treiben Aluminiumpreis im zweiten Quartal

Angebotsausfälle treiben Aluminiumpreis im zweiten Quartal picture alliance / Sven Simon / Malte Ossowski/SVEN SIMON

Goldman Sachs erwartet im zweiten Quartal 2026 einen deutlichen Preisanstieg bei Aluminium. Das US-Institut hat laut Reuters seine Prognose für den durchschnittlichen LME-Preis (London Metal Exchange) auf 3.200 USD je Tonne angehoben – ein Plus von 100 USD gegenüber der bisherigen Schätzung. Aktuell notiert der Preis bei 3.260,50 USD.

Produktionsausfälle im Nahen Osten und in Afrika belasten das Angebot

Hintergrund der neuen Einschätzung ist eine Serie von Produktionsausfällen in wichtigen Aluminiumregionen. In Bahrain hat Aluminium Bahrain (Alba) rund 19 % seiner Kapazitäten heruntergefahren. Das Schmelzwerk Qatalum in Katar arbeitet nach einer kontrollierten Abschaltung derzeit nur mit etwa 60 % seiner üblichen Leistung. Zusätzlich hat das Mozal-Werk in Mosambik, mit einer Jahreskapazität von 560.000 Tonnen, den Betrieb vollständig eingestellt und befindet sich nun in sogenannter "Care and Maintenance".

Auch der Iran trägt zur Angebotsverknappung bei: Laut Goldman Sachs könnte die dortige Produktion infolge von Schäden an der Energieinfrastruktur um 30 % zurückgehen. Zusammengerechnet hat die Bank rund 850.000 Tonnen aus ihrer Angebotsprognose für 2026 gestrichen.

Nachfrage wächst kaum noch trotz Wirtschaftserholung

Auf der Nachfrageseite zeigt sich ein anderes Bild: Wegen gestiegener Energiepreise und einer schwächelnden globalen Konjunktur rechnet Goldman Sachs nur noch mit einem minimalen Nachfragewachstum von 0,1 % – zuvor waren es noch 0,9 %. Insgesamt kürzt die Bank ihre Prognose für die weltweite Aluminium-Nachfrage um 600.000 Tonnen.

Trotz der sinkenden Nachfrage verschiebt sich das Gleichgewicht am Markt deutlich. Für das Gesamtjahr 2026 geht Goldman nun von einem Angebotsüberschuss von 550.000 Tonnen aus – deutlich weniger als die zuvor geschätzten 800.000 Tonnen. Im zweiten Quartal jedoch erwartet das Institut ein Defizit von 900.000 Tonnen.

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Engpässe an den Lagerbeständen treiben den Preis

Die Analysten warnen, dass die Lagerbestände auf historische Tiefststände gefallen sind. Diese Knappheit könnte den Preis im zweiten Quartal auf dem aktuellen Niveau halten oder sogar weiter steigen lassen. Goldman Sachs sieht zudem ein asymmetrisches Risiko nach oben: Sollte es zu anhaltenden Störungen der Energie- und Logistikketten kommen – etwa durch eine Eskalation in der Straße von Hormus – könnte der durchschnittliche Preis 2026 auf bis zu 3.400 USD steigen.

Dem gegenüber stehen potenzielle dämpfende Faktoren: Eine mögliche Erholung der chinesischen Produktion, ein Rückgang der spekulativen Marktpositionierungen sowie eine geringere Substitution von Kupfer durch Aluminium könnten die Preisrally begrenzen.