Nach Achterbahnfahrt beim Ölpreis warnt Saudi-Aramco vor "katastrophalen Folgen"

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Der bereinigte Nettogewinn 2025 sank um 2,5 % auf 104,7 Mrd. USD. Dennoch war es ein auskömmliches Jahr für den saudi-arabischen Ölkonzern Aramco, dessen Aktienkurs seit Jahresbeginn um knapp 13 % zugelegt hat. Vorstandsvorsitzender Amin Nasser warnte jedoch vor "katastrophalen Folgen" für den Ölmarkt und drastischen Konsequenzen für die Weltwirtschaft, sollte sich der Krieg zwischen den USA und dem Iran hinziehen.

Aramco weicht auf das Rote Meer aus

Nasser zufolge arbeitet Aramco daran, die Exporte über seinen Rotmeerhafen Yanbu rasch zu steigern. Im Raum stehen 5 Millionen Barrel pro Tag, die den Weltmarkt ohne Passage der Straße von Hormuz erreichen könnten. Regulär exportiert Saudi-Arabien rund sieben Millionen Barrel pro Tag – allerdings nur einen kleinen Teil davon über das Rote Meer und den größten Teil über die Ostküste am Persischen Golf.

Von den iranischen Drohungen gegen die Schifffahrt auf der Straße von Hormuz sind rund 20 % des weltweiten Ölangebots betroffen. Irak, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate haben die Produktion mangels verbliebener Lagerkapazitäten bereits reduziert.

Nasser schließt sich mit seinen Warnungen dem katharischen Energieminister Saad Sherida Al-Kaabi an, der in der vergangenen Woche vor einer Unterbrechung der Energieversorgung gewarnt hatte. Eine solche Unterbrechung könne die Wirtschaft "zum Einsturz" bringen.

Der Krieg beeinträchtigt die Energieproduktion der Region mittlerweile nicht nur indirekt über die Logistik. Am Dienstag kam es zu einem Drohnenangriff und einem anschließenden Brand in der Raffinerie Ruwais in den VAE. Diese zählt mit einer täglichen Produktionskapazität von 900.000 Barrel zu den größten Raffinerien der Welt – und musste nun stillgelegt werden.

Aramco steht für rund ein Zehntel des globalen Ölangebots. Am 02. März war die Anlage Ras Tanura des Unternehmens angegriffen worden. Abgesehen davon wurde die Raffinerieproduktion bislang jedoch nicht reduziert. Die Ölfördermenge ist jedoch teilweise zurückgegangen.

Nasser wollte dazu keine konkreten Zahlen nennen, sagte aber: "Es gibt einen bestimmten Bereich, in dem wir mittlere und schwere Kapazitäten haben, die wir derzeit nicht nutzen, da wir über ausreichende Kapazitäten verfügen, um unseren Bedarf über die Ost-West-Pipeline zu decken." Aramco verfüge über Reservekapazitäten und könne im Fall einer notwendigen Stilllegung von Anlagen die Produktion innerhalb weniger Tage wiederherstellen.

Ölpreis beruhigt sich nach Achterbahnfahrt – vorerst

Der Ölpreis hat zu Beginn dieser Woche eine regelrechte Achterbahnfahrt hingelegt. Am Freitag hatte der Kurs von WTI noch bei 88,48 USD pro Barrel geschlossen. Am Sonntagabend eröffnete der Markt bei 99,89 USD, um danach innerhalb weniger Stunden auf bis zu 119,48 USD zu steigen.

Danach kam es – wiederum binnen Stunden – zu einem deutlichen Kursrückgang bis auf zeitweise unter 80 USD pro Barrel, nachdem Donald Trump hatte verlauten lassen, der Krieg sei bereits weit fortgeschritten. Absichtsbekundungen der G7-Staaten zum Einsatz der strategischen Ölreserven trugen ebenfalls zum Kursrückgang bei. Am Dienstagnachmittag wurde WTI zu knapp 82 USD pro Barrel gehandelt.

Die weitere Entwicklung wird davon abhängen, wie lange der Krieg – in einer Form, die Energieproduktion und Logistik beeinträchtigt – noch andauert. Derzeit glaubt der Markt offensichtlich Trumps Worten und rechnet mit einer Beruhigung binnen Wochen.  Das Blatt kann sich jedoch schnell wieder wenden, solange keine klare Exitstrategie Washingtons auf dem Tisch liegt.

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Chinas Stahlexporte am Persischen Golf kommen zum Erliegen

Neben Öl sind auch weitere Märkte von dem Krieg betroffen: Chinas Stahlexporte in die Region, die 2025 14 % des gesamten Exportvolumens von Fertigstahl ausmachten, wurden erheblich beeinträchtigt. Chinesische Stahlwerke haben laut dem Branchendienst Fastmarkets die Abgabe von Angeboten an Käufer aus der Golfregion eingestellt, die Frachtraten sind stark gestiegen.

"Die Schiffe werden warten, bis die Straße von Hormus geöffnet ist. Ich glaube nicht, dass Lieferungen auf dem Landweg aus Oman erfolgen werden, da dies derzeit nicht praktikabel ist. Ich höre von um etwa 10 USD pro Tonne gestiegenen Frachtkosten, aber aufgrund der Unsicherheit gibt es weder Angebote noch Käufer für Waren aus China oder Asien. Das Hauptproblem ist die Sicherheit", wird ein saudischer Händler zitiert.