Mit dem Kasachstan-Exit von Laramide Resources wird der Uranmarkt noch fragmentierter

Mit dem Kasachstan-Exit von Laramide Resources wird der Uranmarkt noch fragmentierter picture alliance/dpa/TASS / Donat Sorokin

Kasachstan war 2025 mit einer Förderung von fast 26.000 Tonnen der größte Uranproduzent weltweit. Im Angesicht einer absehbar deutlich steigenden Nachfrage nach dem Brennstoff zeichnet sich laut Red Cloud Financial Analyst David Talbot ab, dass kasachisches Uran "zunehmend für östliche Abnehmer (Russland, China) bestimmt sein und dem Westen weniger zur Verfügung stehen wird."

Dass die politische Kontrolle über die Bodenschätze verstärkt wird, ist spätestens seit einer Gesetzesänderung aus dem vergangenen Jahr klar. Das staatliche Unternehmen Kazatomprom erhält dadurch Vorrang bei der Vergabe von Explorationslizenzen in aussichtsreichen Gebieten. Die meisten Projekte müssen in Joint Ventures durchgeführt werden. Das neue Gesetz sieht vor, dass Kazatomprom mindestens 75 % der Anteile daran halten muss.

"Wird jedes Unternehmen abhalten, in Kasachstan nach Rohstoffen zu suchen"

"Diese Regelung wird jedes Unternehmen davon abhalten, in Kasachstan nach Rohstoffen zu suchen, wobei es vorher auch nicht viele gab", sagt Talbot. Die Änderungen kämen einer "faktischen Verstaatlichung der Uranindustrie in Kasachstan" gleich.

Die Auswirkungen werden in diesen Tagen konkret: Laramide Resources CA51669T1012 157084 kündigte im Januar an, den Optionsvertrag mit Aral Resources für das Chu-Sarysu-Projekt in Kasachstan mit sofortiger Wirkung zu kündigen.

Der Vertrag verschaffte Laramide Zugang zur Exploration in einem über 5.500 km² großen Gebiet des ertragreichen Chu-Sarysu-Beckens. Die erteilten Lizenzen befinden sich in unmittelbarer Nähe zu einigen der größten Uranlagerstätten und aktiven Minen von Kazatomprom.

Laramide finanziert seit dem vierten Quartal 2024 Greenfield-Explorationsprogramme, um die vorrangigen ersten Bohrziele für Uranmineralisierungen zu identifizieren. Ein erstes 15.000-Meter-Bohrprogramm mit mehreren Bohrgeräten war für das dritte Quartal 2025 geplant. Doch es wurde nie gestartet.

"Am 26. Dezember 2025 formalisierte der Präsident Kasachstans eine Reihe von Änderungen der Bodenschatzgesetzgebung des Landes, deren kollektive Wirkung darin besteht, die potenzielle Beteiligung – und wirtschaftliche Attraktivität – jeder neuen Uranentdeckung im Land durch eine andere Partei als Kazatomprom, dem quasi-staatlichen Uranunternehmen des Landes, drastisch zu reduzieren", begründete das Unternehmen seinen Rückzug.

Kazatomprom-Anteil mindestens 75 %

Laramide-CEO Marc Henderson zufolge hatte sich im Herbst abgezeichnet, dass das Gesetz kommen könnte. Es sei dann jedoch härter ausgefallen als gedacht. "Wir dachten, die Verhandlungsspanne würde zwischen 30 und 50 Prozent liegen", sagte er. "Aber sie machten per Gesetz fest, dass die neuen Bedingungen zwischen 75 und 90 Prozent liegen mussten. Das war eine völlig andere Sache."  

Laramide plant nun, sich wieder auf seine Projekte in Australien und im Südwesten der USA zu konzentrieren. Henderson warnt jedoch vor den Konsequenzen für den Uranmarkt: "Der Uransektor hinkt bei der Exploration neuer Vorkommen hoffnungslos hinterher." Neben Laramide hat mit C29 Metals AU0000174237 A3C8WP ein weiteres westliches Unternehmen Kasachstan verlassen.

Mehrere westliche Konzerne wie Cameco CA13321L1085 882017, das französische Unternehmen Orano und die japanischen Konzerne Sumitomo Corp. US8656131039 A0NBL6 und Kansai Electric Power JP3228600007 853264 sind ebenfalls in Kasachstan investiert.

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Cameco JV endet 2045

Der Vertrag von Cameco im Inkai-Joint-Venture – an dem Cameco zusammen mit Kazatomprom eine Beteiligung von 40:60 hält – endet im Jahr 2045. Orano ist zusammen mit Kazatomprom an Katco, das aus dem Ölfeld South Tortkuduk/Muyunkum besteht, im Verhältnis 51:49 beteiligt.  

Cameco betont, dass die Gesetzesänderung zwar große Auswirkungen habe, die bestehenden Verträge aber unverändert gültig seien. Dies bestätigt auch Kazatomprom, schränkt dabei aber ein: Vertragsverlängerungen oder Produktionssteigerungen würden jedoch voraussetzen, dass Kazatomprom mindestens 90 % des Joint Ventures hält oder dass der ausländische Partner Uranumwandlungs- und Anreicherungstechnologien an Kazatomprom überträgt und nachgelagerte Produktionskapazitäten aufbaut.

Talbot glaubt, dass die Entwicklung in Kasachstan sich auf den Uranpreis auswirken könnte. "Die Unsicherheit hinsichtlich der Versorgungssicherheit mit Uran ist oft ein Auslöser für steigende Uranpreise." Die Entwicklung könne zudem "potenzielle Fusionen und Übernahmen begünstigen, da westliche Produzenten um die zukünftige Produktion konkurrieren."