Was Anleger über die Öl- und Gasmärkte jetzt wissen müssen

Was Anleger über die Öl- und Gasmärkte jetzt wissen müssen picture alliance/dpa / Katharina Kausche

Die Öl- und Gasmärkte haben auf den Kriegsausbruch im Iran reagiert. Der Preis für WTI-Öl ist auf mehr als 75 USD gestiegen. Brent Öl kostet rund 83 USD. Der Preis für Erdgas am europäischen Knotenpunkt TTF ist von 31,96 EUR am vergangenen Freitag auf 53,60 EUR pro Megawattstunde gestiegen. Auch am US-Erdgasknotenpunkt Henry Hub kam es zu einem spürbaren Preisanstieg auf bis zu 3,20 USD/MMBTU.

Die wichtigsten Entwicklungen am Gasmarkt

Für den Gasmarkt gilt: Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormuz ist praktisch zum Erliegen gekommen, da iranische Streitkräfte damit gedroht haben jedes durchfahrende Schiff unter Feuer zu setzen. Nach iranischen Angriffen auf die wichtigste Produktionsanlage in Ras Laffan in Katar wurde die dortige Flüssiggasproduktion eingestellt.

Der Anstieg der Gaspreise in Europa fällt deutlich moderater aus als 2022. Damals erreichten die Preise in der Spitze 343 EUR pro Megawattstunde. Die meisten Analysten gehen davon aus, dass vor allem ein Konflikt mit begrenzter Dauer keine Auswirkungen nach sich ziehen wird, die denen in der Energiekrise Anfang 2022 nach dem Ausbruch des Ukrainekriegs nahekommen. Natasha Fielding von Argus Media etwa sagt, dass bei einer etwa einwöchigen Störung kein Vergleich zu dem Ereignis von 2022 bestehe.

Der Ausfall Katars wirkt sich vor allem auf den LNG-Markt aus. Dieser hat große Auswirkungen auf die Preise in Europa und Asien. Katar ist der zweitgrößte LNG-Produzent weltweit und kommt auf einen Marktanteil von etwa 20 %. Europa bezieht lediglich rund 10 % des LNG aus Katar. Betroffen wäre hier vor allem Italien, das ein Drittel der Lieferungen aus der Golfmonarchie erhält. China, Indien und andere asiatische Länder sind gemessen an der Versorgungssicherheit am stärksten betroffen.

Ersatz für LNG von der arabischen Halbinsel ist kurzfristig schwierig, da der Ausbau der US-Kapazitäten nur schrittweise erfolgt und die Pipeline-Kapazitäten ebenfalls weitgehend erschöpft sind. Dennoch profitieren amerikanische Exporteure von der Situation. US-Flüssiggasexporte sind größtenteils FOB-basiert und können dadurch schnell in den jeweils lukrativsten Markt umgeleitet werden.

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Die wichtigsten Entwicklungen am Ölmarkt

Die Sperrung der Straße von Hormuz betrifft auch den Ölmarkt, da rund ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung durch dieses Nadelöhr muss. Laut einer Schätzung der Internationalen Energieagentur IEA könnten nur 4,2 der durchschnittlich täglich dort transportierten 20 Millionen Barrel Öl umgeleitet werden.

Die Region würde bei einem Andauern der Situation auf einen Mangel an Speicherkapazitäten zusteuern. JP Morgan schätzt, dass es in den von der Sperrung betroffenen Ölstaaten und im Iran selbst Speicherkapazitäten für rund 340 Millionen Barrel Öl gibt. Weitere 50 Millionen Barrel Öl könnten in leeren Tankern der Region gelagert werden. Die Förderung am Golf kann somit nur noch rund 25 Tage lang laufen, bevor die Produktion mangels Lagerkapazität eingestellt werden muss. JP Morgan rechnet für diesen Fall mit Brent-Preisen zwischen 100 USD und 120 USD pro Barrel.

Entscheidend ist also, wie lange der Konflikt dauert. Was verrät die Terminpreiskurve über die Einschätzung der Marktteilnehmer in dieser Hinsicht? Je weiter die Lieferung eines Kontrakts noch entfernt liegt, desto geringer sind die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf den Preis. Der im Februar 2027 fällige WTI-Kontrakt an der CME schloss am vergangenen Freitag bei 63 USD pro Barrel und notiert aktuell bei 64 USD pro Barrel.