Kupfermarkt: Langfristig knapp, kurzfristig überversorgt?

Kupfermarkt: Langfristig knapp, kurzfristig überversorgt? picture alliance / imageBROKER / Piotr Dziurman

Einer aktuellen Analyse von der Citi Bank zufolge könnte der Kupferpreis für die nächsten drei Monate die Marke von 14.000 USD pro Tonne erreichen. Aktuell kostet das Metall an der London Metal Exchange (LME) 13.000 USD pro Tonne. Die Analysten führen die Wiederauffüllung chinesischer Lager nach den Feiertagen sowie die Bereitschaft zu Käufen nach Kursrückgängen durch Investoren als Gründe an.

Auch wenn das Risiko-Rendite-Verhältnis den Analysten zufolge positiv ist, räumt der Bericht ein, dass es derzeit schwierig ist, die Kursrichtung am Kupfermarkt präzise vorherzusagen. Den Durchschnittspreis für 2026 sieht Citi unverändert bei 13.000 USD und damit auf dem aktuellen Niveau. Ende Januar waren zeitweise mehr als 14.500 USD pro Tonne gezahlt worden.

Hohe Lagerbestände an Metallbörsen

Der Kupfermarkt ist derzeit auf verschiedenen Ebenen kompliziert – etwa im Hinblick auf die TC/RCs, aber auch hinsichtlich der Lagerbestände. Langfristig, daran besteht nahezu kein Zweifel, droht dem Markt eine gravierende und anhaltende Unterversorgung.

Kurzfristig aber scheint der Kupfermarkt überversorgt. Dafür sprechen zum einen die Lagerbestände. In den LME-Lagerhäusern befinden sich derzeit 241.825 Tonnen und damit so viel wie seit März 2025 nicht mehr.

Zum anderen hat sich einer der Gründe für die Preisrallye zu Beginn des Jahres, die Unterbrechung der Minenproduktion im vergangenen Jahr, wieder normalisiert.

Zudem beeinflusst die Möglichkeit der Einführung von US-Einfuhrzöllen den Kupfermarkt. Die US-Regierung wird diese Zölle nach Ansicht der Analysten von Goldman Sachs zur Jahresmitte 2026 ankündigen. Der dann verlautbarte Zollsatz in Höhe von 15 % wird der Investmentbank zufolge ab 2027 wirksam.

Für dieses Szenario rechnen die Analysten mit einem spürbaren Rückgang des Preises. Zur Erläuterung: Das jüngste Urteil des Obersten US-Gerichtshofs, das dem Präsidenten die Einführung von Zöllen untersagte, betrifft nicht die mögliche Einführung von Einfuhrzöllen auf Kupfer. Diese basieren auf einer anderen Rechtsgrundlage, die in dem Verfahren nicht Gegenstand war.

Kupferströme Richtung USA – Händler wollen Zöllen zuvorkommen

In die USA fließen seit geraumer Zeit große Mengen Kupfer. Importeure versuchen, den erwarteten Zöllen zuvorzukommen. Die Lagerbestände sind dort entsprechend gestiegen. Die Warehouse- und Depository-Stocks wurden zuletzt mit gut 600.000 Short-Tons angegeben.

Im Hinblick auf den Kupferpreis im laufenden Jahr gehören die Analysten von Citi deshalb eher zum Lager der Optimisten. Analysten der Deutschen Bank rechnen für 2026 mit einem durchschnittlichen Kupferpreis von lediglich 12,125 USD pro Tonne und einem Maximalpreis von 13,000 USD.

Ole Hansen von der Saxo Bank bekräftigt jedoch, dass der langfristige Ausblick für das Metall weiterhin positiv bleibe – und verweist auf die altbekannten Treiber der Nachfrage wie die Elektrifizierung, Rechenzentren, KI-Anwendungen und Elektromobilität.

Mit unserem kostenlosen Newsletter bleiben Sie stets zu interessanten Rohstoffthemen und Minenfirmen auf dem neuesten Stand. Verpassen Sie keine Marktkommentare und Hintergrundberichte zu spannenden Metallen mehr.

Mit dem Absenden bestätigen Sie, dass Sie unseren Disclaimer / AGB, unsere Datenschutzerklärung und Informationsvertragsbedingungen gelesen haben und akzeptieren.
Sie haben es fast geschafft!

Öffnen Sie Ihr Email Programm (eventuell den Spam Ordner prüfen) und klicken Sie in der Email mit dem Betreff: "Miningscout: Bitte Anmeldung bestätigen" auf den Bestätigungslink.

Fügen Sie info@miningscout.de als Kontakt in Ihrem Email-Programm hinzu, damit unser Newsletter nicht aus Versehen als Spam markiert wird.

BHP und Rio Tinto profitieren von Kupfer-Hausse

Die zunehmende Bedeutung von Kupfer zeigt sich auch in den Geschäftsberichten von Unternehmen. BHP AU000000BHP4 850524 etwa teilte anlässlich der Vorlage der Geschäftszahlen für das letzte Halbjahr mit, dass die Kupfersparte erstmals für mehr als die Hälfte des Konzernergebnisses verantwortlich war. Hier wurde ein Anstieg des EBITDA um 59 % auf 8 Mrd. USD gemeldet.

Dies war nicht zuletzt auf die Kupferpreise zurückzuführen, die im Berichtszeitraum um fast ein Drittel zugelegt hatten. Doch auch die Ausweitung der Produktion spielte eine Rolle: "Wir haben in den vergangenen vier Jahren unsere Kupferproduktion um rund 30 % gesteigert und uns damit frühzeitig im sich abzeichnenden stärkeren Kupfermarkt positioniert", erklärte CEO Mike Henry.

Auch Rio Tinto GB0007188757 852147 meldete für das vergangene Jahr eine Verdopplung des Gewinns mit Kupfer auf fast 7,4 Mrd. USD. Die Produktion des Metalls wurde um 11 % gesteigert, was ganz wesentlich auf die Erweiterung in Oyu-Tolgoi in der Mongolei zurückgeht. CEO Simon Trott erklärte, Rio Tinto werde Kupfer in den Mittelpunkt seiner Wachstumspläne stellen und 85 % seines Explorationsbudgets in das Metall investieren.