Project Vault: Kaufen die USA kritische Rohstoffmärkte leer?

Project Vault: Kaufen die USA kritische Rohstoffmärkte leer? picture alliance / Sipa USA

Project Vault ist als strategische Reserve an kritischen Mineralien geplant. Die Finanzierung setzt sich aus einem Darlehen der US-Export-Importbank in Höhe von 10 Mrd. USD und 1,67 Mrd. USD privatem Kapital zusammen.

Wie Benchmark Mineral Intelligence berichtet, besteht das Ziel offenbar in strategischen Vorräten in der Höhe des Bedarfs von 60 Tagen. Dadurch sollen zivile Branchen wie die Automobilindustrie vor Versorgungsengpässen und Preisschwankungen geschützt werden.

3,7 Mrd. USD für Kupfer, 991 Mio. USD für Batteriemetalle

Die Analysten von Benchmark haben nachgerechnet. Basierend auf der Nachfrage im Jahr 2026 würden demnach Batterie-Materialien (Lithium, Kobalt, Nickel, Mangan, Graphit und Koks) im Wert von 991 Mio. USD eingelagert. Der größte Anteil davon entfällt auf Lithium.

Weitere Kosten für den 60-Tages-Vorrat: 3,7 Mrd. USD für Kupfer und 235 Mio. USD für Seltene Erden. In einem Interview mit Bloomberg sagte EXIM-Chef Jovanovic, der Vorrat werde alle 60 Mineralien der Liste kritischer Mineralien des US Geological Survey für 2025 umfassen, mit besonderem Fokus auf die 17 Seltenen Erden und Mineralien, darunter Kobalt, die in gefragten Technologien verwendet werden.

"Kupfer dürfte angesichts prognostizierter Lieferengpässe ebenfalls Priorität haben, ebenso wie Materialien, deren Verarbeitungsketten von China kontrolliert werden, wie Germanium, Scandium und Gallium", heißt es in einem Bericht der Anwaltskanzlei Brownstein.

Eine strategische Reserve der USA löst nicht das grundlegende Problem der Konzentration des vorgelagerten Angebots, warnt Benchmark. So seien politische Maßnahmen erforderlich, um die Risiken inländischer und anderer Projekte außerhalb Chinas zu minimieren und die Finanzierbarkeit zu verbessern.

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Benchmark Minerals: Project Vault löst nicht das grundlegende Problem

Project Vault sei lediglich eines von vielen Instrumenten, darunter Exportbeschränkungen, Zölle, Vorgaben für den inländischen Wertschöpfungsanteil, staatlich geförderte Abnahmeverträge und Finanzierungen.

Den Analysten zufolge besteht aufgrund der chinesischen Dominanz auf wichtigen Rohstoffmärkten die Gefahr, dass die US-Reserve selbst von chinesischen Lieferungen, etwa im Bereich seltener Erden, abhängig wird.

Lösen lässt sich dieses Problem langfristig nur durch mehr Produktion im Inland und bei engen Verbündeten. Künftig womöglich entscheidende Akteure wie Q2 Metals CA74739G1072 A3D4CR, das mit Cisco in Kanada eines der größten Lithium-Hartgesteinsprojekte der Welt exploriert, können derzeit noch nicht liefern.

Einige Marktteilnehmer fürchten angesichts der bevorstehenden Beschaffung Engpässe. Dies gilt insbesondere für Kobalt, Gallium und Germanium. "Das Timing ist unglücklich, denn es heizt die ohnehin schon überhitzten Märkte weiter an… Wenn man im Laufe der Zeit einen wirtschaftlichen Vorrat aufbauen wollte, würde man nicht so vorgehen", sagte Christopher Ecclestone, Bergbaustratege bei Hallgarten, gegenüber Fastmarkets.

Dass staatliche Beschaffungsmaßnahmen zu Knappheiten führen können, belegt ein Blick auf den Markt für Indium. Hier gibt es, unabhängig von Project Vault, eine militärische Bevorratung. Diese hat den Markt Analysten zufolge bereits überlastet, der Preis hat sich im Januar annähernd verdoppelt.

Ähnliches wird nun für andere angespannte Märkte befürchtet. "Ich glaube, die Verbraucher werden mit der US-Regierung konkurrieren müssen. Insbesondere in Europa wird dies den Markt verengen", sagte ein europäischer Spezialmetallhändler gegenüber Fastmarkets.