Globale Goldnachfrage steigt über 5.000 Tonnen

Globale Goldnachfrage steigt über 5.000 Tonnen picture-alliance/ dpa/dpaweb / DB Bundesbank

Die Zahlen des World Gold Council (WGC) dokumentieren die starke Nachfrage nach dem gelben Edelmetall durch Anleger. Diese Gesamtnachfrage lag 2025 inklusive OTC-Markt dem neusten WGC-Bericht zufolge bei 5.002,3 Tonnen. Mengenmäßig ergab dies ein Plus von rund 1 % gegenüber dem Vorjahr. Wertmäßig ist das Bild deutlicher: In Verbindung mit den steigenden Goldpreisen stieg der Wert der globalen Goldnachfrage auf 555 Mrd. USD, was einem Plus von 45 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Nachfrage nach Barren und Münzen steigt um 16 %

Ein Blick auf die Zusammensetzung der Nachfrage zeigt, dass die Goldrallye wie allgemein vermutet primär durch Investoren und Zentralbanken getrieben wird. Investoren fragten Barren und Münzen (inklusive Medaillen) mit einem Gesamtgewicht von 1.374,1 Tonnen nach, was einem Anstieg um 16 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Interessant ist, dass die Nachfrage nach Barren und Münzen im vierten Quartal – also zu deutlich höheren Preisen als im Jahresdurchschnitt – um 30 % zulegte.

Preistreibend wirkte im Investitionsbereich allerdings vor allem die Goldnachfrage in Form von ETFs und ähnlichen Produkten (auf dem deutschen Markt also im Wesentlichen ETCs). Diese Nachfrage erreichte 801,2 Tonnen – nachdem im Vorjahr noch ein Minus von 2,9 Tonnen gemeldet worden war, was Mittelabflüssen entsprach. Im vierten Quartal lag die Goldnachfrage in Form von ETFs/ETCs mit 174,6 Tonnen etwas niedriger als im Jahresdurchschnitt. Dies könnte ein Indiz für eine im Vergleich zu physischen Käufern höhere Preissensitivität sein.

Drastischer Anstieg der ETF-Nachfrage – auch wegen Verschiebung aus OTC-Bereich

Der deutliche Anstieg der Nachfrage über ETFs/ETCs fällt nicht zufällig mit einem drastischen Rückgang der OTC-Nachfrage um 99 % von 331,3 Tonnen im Vorjahr auf 2,9 Tonnen im Jahr 2025. Dies ist größtenteils eine Nachwirkung der letzten in Kraft getretenen Elemente der Basel III Regulierung, die Banken verpflichtet, für nicht zugeordnetes Gold hohe Liquidität vorzuhalten.

Ein wesentlicher Bestandteil der Goldnachfrage waren auch 2025 die Goldkäufe der Notenbanken. 863,3 Tonnen kauften die Währungshüter zur Diversifizierung ihrer Reserven. Dies markiert allerdings einen Rückgang gegenüber 2024 um 21 %. Liefern die Daten zum vierten Quartal hier einen Hinweis auf künftige Käufe bzw. deren Intensität?

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Goldkäufe der Zentralbanken leicht rückläufig

Die Lage ist nicht ganz klar. Auf den ersten Blick scheinen die steigenden Goldpreise im Schlussquartal auf die Zentralbanknachfrage durchgeschlagen zu haben, da sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Minus von 37 % ergab. Mit 230,3 Tonnen lagen die Käufe mengenmäßig aber noch leicht über dem Jahresdurchschnitt.

Die Goldnachfrage aus anderen Bereichen war rückläufig. 322,8 Tonnen wurden aus dem Technologiebereich (Elektronik- und sonstige Industrie, Zahnmedizin) nachgefragt – ein Minus von 1 % gegenüber dem Vorjahr, das sich im vierten Quartal nicht ausweitete. Die Nachfrage aus der Schmuckherstellung sank im Gesamtjahr um 19 % auf 1.638 Tonnen.

Minenproduktion wächst um 1 %

Ein Blick auf die Angebotsseite des Goldmarktes: Die globale Minenproduktion reagiere wie erwartet kaum auf die Goldpreisrallye, da die Wiederinbetriebnahme stillgelegter und vor allem der Bau neuer Minen lange Vorlaufzeiten erfordere Weltweit produzierten Minen 2025 exakt 3.671,6 Tonnen Gold. Unter Berücksichtigung des 73,6 Tonnen umfassenden De-Hedgings stellten Minen damit 3.598 Tonnen Angebot zur Verfügung – ein Plus von 1 % im Vergleich zu 2024.

Interessant ist ein Blick auf das Sekundärangebot aus Recycling: Dieses legte im Gesamtjahr um 3 % auf 1.404,3 Tonnen zu. Im vierten Quartal lag der Anstieg trotz der hohen Preise bei lediglich 2 %.