Erdgaspreise: Normalisierung in Europa und den USA voraus

Erdgaspreise: Normalisierung in Europa und den USA voraus Getty Images / Unsplash

Die Erdgaspreise in den USA sind infolge des Wintersturms drastisch gestiegen. Gemessen am Februar-Future der Chicago Mercantile Exchange (CME) stieg der Preis pro MMBtu von 3,10 USD am 16. Januar auf bis zu 7,44 USD am Montag. Aktuell werden 6,88 USD gezahlt. Die jüngsten Kurse markieren den höchsten Wert seit mehr als zehn Jahren.

US-Gaspreise auf langjährigem Rekordhoch

Doch die Terminpreise zeigen nicht das gesamte Ausmaß der Verknappung: Der Henry Hub Spotpreis ist im Zuge der Sturmlage zeitweise auf mehr als 30 USD pro MMBtu gestiegen. Der Sturm beeinträchtigt die Erdgasproduktion und erhöht die Nachfrage nach Heizgas. Schätzungen zufolge fielen rund 11 % der US-Erdgasproduktion durch den Sturm aus.

Entscheidend für die weitere Preisentwicklung bei US-Erdgas ist die Dauer der Lage mit eingeschränkter Versorgung und erhöhter Nachfrage. Hier scheinen die Zeichen auf Erholung zu stehen. So verweist ING darauf, dass die Gasförderung im Perm-Becken am Montag schätzungsweise um 11 % gegenüber dem Vortag anstieg. "Sollte sich dieser Trend fortsetzen, deutet dies darauf hin, dass die Preise ihren Höhepunkt erreicht haben."

Der Terminmarkt preist eine solche Erholung bereits weitgehend ein. So notiert der März-Kontrakt bei 3,49 USD. Das ist zwar immer noch deutlich mehr als vor dem Wintersturm (2,67 USD), liegt aber in etwa auf dem Niveau von Anfang Dezember. Von Anfang Dezember bis Mitte Januar hatten die Erdgaspreise in den USA um rund 30 % nachgegeben. Auch die CME-Kontrakte mit Fälligkeit im April, Mai und Juni notieren unter 4 USD.

Die Entwicklung auf dem US-Gasmarkt wirkt bis über den Atlantik zum europäischen Erdgasknoten TTF, da Versorgungsengpässe die LNG-Exporte nach Europa belasten könnten. "In den letzten Tagen haben US-amerikanische LNG-Anlagen ihre Gasaufnahme deutlich reduziert, schätzungsweise um rund 48 %, was zu geringeren LNG-Exporten dieser Anlagen führen wird", berichtet ING.

Nahezu im gesamten Jahr 2025 waren die Erdgaspreise in Europa rückläufig: Kostete eine MWh gemessen am Dutch TTD Natural Gas Future am 12. Februar 2025 noch 51,72 EUR, sank der Preis bis Mitte Dezember auf 26,55 EUR. Vor allem ab Anfang Januar, also vor dem Sturm in den USA, setzte ein deutlicher Kursanstieg auf bis zu 40 EUR ein.

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Europas Gasspeicher sinken unter 25 %

Der Grund: Die bedrohlich leeren Gasspeicher in Europa. "TTF wird weiterhin mit einem deutlichen Aufschlag gegenüber asiatischem LNG gehandelt, um sicherzustellen, dass LNG-Lieferungen nach Europa gelangen, wo die Speicherkapazität mittlerweile unter 45 % gesunken ist. Es wird immer wahrscheinlicher, dass die Speicherkapazität zum Ende der Heizperiode 2025/26 unter 25 % liegen wird", schreiben die ING Analysten Warren Patterson und Ewa Manthey in einem Bericht. Aktuell notiert der TTF Erdgas-Future mit Fälligkeit im Februar bei 38,55 EUR.

Die deutschen Gasspeicher sind aktuell noch zu knapp 40 % gefüllt. Die Bundesnetzagentur schätzt die Gefahr einer angespannten Gasversorgung im Augenblick als gering ein. "Die deutschen Gasspeicher sind ein wichtiger Versorgungsbaustein, aber keineswegs allein relevant. Deutschland verfügt über ausreichende Import- und Speichermöglichkeiten. Aktuell ist auf dem Weltmarkt ausreichend Gas verfügbar und es sind ausreichend Importmöglichkeiten vorhanden", heißt es bei der Behörde.

Die europäische Terminpreiskurve zeigt mittelfristig eine deutliche Entspannung an: Der März-Kontrakt notiert bei 36,93 EUR, der April-Kontrakt bei 32,98 EUR und der Mai-Kontrakt bei 30,16 EUR. Für die ab dem zweiten Quartal fälligen Kontrakte sinken die Preise noch einmal deutlich auf zumeist unter 25 EUR.