Lithium Future an der CME verzeichnet Rekordvolumen
Die Lithiumhydroxid Futures an der Chicago Mercantile Exchange (CME) erfreuen sich wachsender Beliebtheit unter Anlegern. Wie aus CME Daten hervorgeht, erreichte der Kontrakt in der ersten vollen Handelswoche des laufenden Jahres ein Handelsvolumen von 8.286 Stück– ein neuer Rekord. Bislang hatte das höchste wöchentliche Handelsvolumen Mitte Februar 2025 bei 6.366 t stattgefunden.
Ein Kontakt entspricht gemäß den Spezifikationen der CME 1 t Lithiumhydroxid. Die CME hatte den Future 2021 eingeführt. Abgerechnet wird der Kontrakt auf Basis von Preisen des Branchendienstes Fastmarkets.
Lithiumpreise: Das Volumen bestätigt den Trend
Das steigende Handelsvolumen untermauert die Aussagekraft der zuletzt wieder steigenden Lithiumpreise. Es gilt die alte technische Regel: Das Volumen sollte den Kurstrend bestätigen.
"Angesichts des jüngsten Anstiegs der Spotpreise und der Marktaktivität ist es großartig zu sehen, dass die Mengen dem Preistrend folgen", sagt Przemek Koralewski von Fastmarkets. Ihm zufolge stellen die Futures "angesichts der steigenden Volatilität ein wichtiges Instrument des Risikomanagements für die Lithium-Lieferkette dar."
Auch aktuell ist das Handelsvolumen im CME Lithium Future noch deutlich höher als im Dezember. Am 21. Januar wurden etwa 1.268 Kontrakte gehandelt. Das Open Interest lag bei 23.886 Kontrakten. Neben dem Lithiumhydroxid Future gibt es auch einen Lithiumcarbonat Future an der CME. Hier ist das Handelsvolumen deutlich geringer: Am 21. Januar wurden 345 Kontrakte gehandelt. Das Open Interest lag bei 5.889 Kontrakten.
Interessant ist ein Blick auf die Terminpreiskurve. Der Januar Kontrakt notiert bei 18,06 USD pro Kilogramm. Der Preis steigt auf 21,58 USD im Februar und 22 USD im März. Auch danach steigen die Preise kontinuierlich weiter – bis auf 27,20 USD im Dezember 2028.
Es gibt laut Regelwerk der CME monatliche Kontrakte für das laufende Jahr und die beiden folgenden Kalenderjahre. Nach Beendigung des Handels mit dem Dezember-Kontrakt des laufenden Jahres werden die Monatskontrakte für ein neues Kalenderjahr aufgelistet. Der Handel ist jeweils bis zum letzten Geschäftstag des Kontraktmonats möglich.
Lithium schwimmt auf der Metallwelle mit – die Fundamentaldaten klaren auf
Die positive Marktstimmung ist laut Fastmarkets auf den jüngsten Lagerabbau in der Lieferkette, die erwartete starke Nachfrage aus dem Sektor der Batteriespeichersysteme (ESS) und eine breitere Stimmungsverbesserung bei den Basis- und Industriemetallen Anfang 2026 zurückzuführen.
Die Lithiumpreise befinden sich wieder im Aufwind. Der Preis in Shanghai lag am Donnerstagnachmittag bei 19.723 USD pro Tonne. Noch am 22. Dezember waren gut 11.000 USD pro Tonne gezahlt worden. Auch Lithiumcarbonat ist deutlich teurer geworden. Aktuell werden in Shanghai 164.500 CNY gezahlt. Dies entspricht in etwa einer Verdopplung innerhalb von zwei Monaten.
Die Preisentwicklung spiegelt sich in den Kursen von Lithiumproduzenten wider. Die Albemarle Aktie US0126531013 890167 etwa hat in den letzten sechs Monaten um rund 120 % zugelegt. Aktionäre von SQM US8336351056 895007 können sich im selben Zeitraum über ein Plus von 100 % freuen.
Auch Lithium Explorer wie Q2 Metals CA74739G1072 A3D4CR sind gefragt: Das Kursplus des kanadischen Unternehmens beträgt auf Sechsmonatssicht 190 %. Q2 Metals konnte zuletzt sehr starke Bohrergebnisse beim Lithiumprojekt Cisco in Quebec vorlegen: 457,4 Meter mit 1,65 % Li20. Canaccord Genuity sieht in Cisco ein Lithiumvorkommen von Weltformat – das Kursziel für Q2 Metals wurde daher deutlich auf 4,30 CAD erhöht.
Der Lithiummarkt kämpft seit der zweiten Hälfte des Jahres 2022 mit einem Überangebot. Dieses entstand infolge des ersten Preisbooms und sah sich lange keiner ausreichenden Nachfrage gegenüber.
Nachfrage nach Energiespeichern wächst
Doch Reformen im chinesischen Energiesektor haben maßgeblich zu einer steigenden Lithiumnachfrage beigetragen. Dort werden, nicht zuletzt für Rechenzentren, Energiespeicher benötigt. Die Nachfrage aus diesem Bereich hat in der zweiten Jahreshälfte 2025 die Erwartungen übertroffen.
Jinyi Su, Analystin beim Beratungsunternehmen Fubao in Wuxi, sagt: "Mit Blick auf die Zukunft dürfte die Energiespeicherung für Lithium eine entscheidende Rolle spielen und dessen Fundamentaldaten verbessern, aber ein zu hoher Preis könnte die Wirtschaftlichkeit der Energiespeicherung untergraben und die Preise in die Höhe treiben", sagte Su.
Batteriespeicher haben sich in China zu einem Exportschlager entwickelt. In den ersten zehn Monaten 2025 wurden Waren im Wert von 66 Mrd. USD exportiert. Im selben Zeitraum wurden Elektrofahrzeuge Wert von rund 54 Mrd. USD ausgeführt.
Morgan Stanley prognostiziert für 2026 ein Defizit von 80.000 Tonnen Lithiumcarbonat-Äquivalent (LCE), während die UBS ein Defizit von 22.000 Tonnen erwartet, verglichen mit einem erwarteten Überschuss von 61.000 Tonnen im Jahr 2025.

