McKinsey sieht Investitionsschub für Südamerika im Rohstoffsektor

McKinsey sieht Investitionsschub für Südamerika im Rohstoffsektor picture alliance / imageBROKER / Peter Giovannini

Lateinamerika entwickelt sich zum Zentrum der globalen Bergbauinvestitionen. Laut dem Future Minerals Barometer Report 2025, einer Studie von McKinsey & Company in Zusammenarbeit mit dem Future Minerals Forum, flossen in den ersten drei Quartalen 2025 rund 74 % des weltweiten M&A-Volumens im Bergbausektor in die Region. Insgesamt lag der Wert der Fusionen und Übernahmen bei etwa 30 Mrd. USD.

Der Boom in Lateinamerika kommt nicht von ungefähr. Während dort die Investitionen seit 2021 um mehr als 200 % gestiegen sind, ist das M&A-Volumen in Afrika im gleichen Zeitraum um fast 80 % eingebrochen. Grund dafür ist laut McKinsey ein "Reset der Risikowahrnehmung": Kapital fließt zunehmend in Länder, die als politisch stabil und wirtschaftlich verlässlich gelten.

Rohstoffvorkommen allein reicht nicht mehr

Dabei zeigt der Bericht eine paradoxe Entwicklung: Mehr als die Hälfte der globalen Reserven an kritischen Rohstoffen wie Kupfer, Nickel, Lithium und Seltenen Erden befindet sich in der sogenannten Superregion – Afrika, Westasien und Zentralasien. Dennoch verzeichnet diese Region die weltweit niedrigsten Ausgaben für Exploration und Projektentwicklung.

Ein Grund: Die Herausforderungen vor Ort bleiben immens. Lange Genehmigungsprozesse, fehlende Infrastruktur und politische Unsicherheit bremsen Investitionen. Dabei wächst der Bedarf rapide. McKinsey schätzt, dass der jährliche Kupferbedarf bis 2050 auf 56 Mio. Tonnen steigen könnte – ein Plus von 75 %. Um diese Nachfrage zu decken, müssten in den nächsten zehn Jahren rund 60 neue Kupferminen vom Kaliber der Quellaveco-Mine in Peru erschlossen werden.

Nachfrage steigt schneller als das Angebot

Hinzu kommt die geostrategische Abhängigkeit bei der Verarbeitung. Laut Bericht stammen über 45 % der weltweit raffinierten Materialien für Elektrofahrzeuge aus nur einer Region – ein Klumpenrisiko, das anfällig für geopolitische Spannungen, Handelskonflikte und Preisschwankungen ist.

Branchenvertreter fordern daher entschlossene Gegenmaßnahmen. Der CEO von Anglo American GB00B1XZS820 A0MUKL, Duncan Wanblad, betont die Notwendigkeit eines beschleunigten Ausbaus der Versorgungsketten. Die Zeit drängt: Vom Fund einer Lagerstätte bis zur ersten Produktion vergehen laut McKinsey im Schnitt 16 Jahre. Neue Projekte, die heute gestartet werden, könnten somit zu spät kommen, um die Klimaziele für 2030 oder 2035 zu stützen.

Mit unserem kostenlosen Newsletter bleiben Sie stets zu interessanten Rohstoffthemen und Minenfirmen auf dem neuesten Stand. Verpassen Sie keine Marktkommentare und Hintergrundberichte zu spannenden Metallen mehr.

Mit dem Absenden bestätigen Sie, dass Sie unseren Disclaimer / AGB, unsere Datenschutzerklärung und Informationsvertragsbedingungen gelesen haben und akzeptieren.
Sie haben es fast geschafft!

Öffnen Sie Ihr Email Programm (eventuell den Spam Ordner prüfen) und klicken Sie in der Email mit dem Betreff: "Miningscout: Bitte Anmeldung bestätigen" auf den Bestätigungslink.

Fügen Sie info@miningscout.de als Kontakt in Ihrem Email-Programm hinzu, damit unser Newsletter nicht aus Versehen als Spam markiert wird.

Regulierung, Finanzierung und Tempo entscheiden

Der Report ruft deshalb zu einer umfassenden Koordination zwischen Regierungen, Investoren und Unternehmen auf. Entscheidend seien dabei regulatorische Vereinfachungen, neue Finanzierungsinstrumente und internationale Kooperationen, um die potenzialreichen, aber derzeit unterversorgten Regionen wie Afrika und Zentralasien besser anzubinden.