Morgan Stanley hebt Kursziel an: Gold wird zur wichtigsten Reservewährung

Morgan Stanley hebt Kursziel an: Gold wird zur wichtigsten Reservewährung picture alliance / SvenSimon / Frank Hoermann / SVEN SIMON

Morgan Stanley hat die Goldpreisprognose auf 4.800 USD angehoben. Diesen Wert prognostiziert die Investmentbank für das vierte Quartal. Die für die Heraufstufung vorgetragenen Gründe sind mittlerweile altbekannt: Sinkende Zinssätze, der anstehende Führungswechsel bei der Federal Reserve sowie Käufe durch Zentralbanken und Fonds. Die Geschehnisse in Venezuela am Wochenende wurden zwar in einer Notiz genannt, aber nicht als Grund für die neue Prognose herangezogen.

Der Goldpreis erreichte am 26. Dezember sein bisheriges Rekordhoch von 4.549,71 USD pro Unze und beendete das Jahr 2025 mit einem Plus von 64 %, der besten Jahresperformance seit 1979. Am Mittwoch notierte der Markt bei 4.450 USD. Die Rallye hat auch andere Banken in letzter Zeit zur Anhebung der Prognosen motiviert. Bank of America erwartet für das Gesamtjahr einen durchschnittlichen Goldpreis von 4.538 USD, JP Morgan rechnet zum Jahresultimo mit 5.000 USD und langfristig sogar mit 6.000 USD.

Chinas Notenbank setzt Goldkäufe fort

Ein wesentlicher Kurstreiber sind die Käufe der Notenbanken. Die PBoC etwa setzte ihre Goldkäufe den 14. Monat in Folge fort. Ihre Goldbestände beliefen sich Ende Dezember auf 74,15 Mio. Feinunzen, gegenüber 74,12 Mio. im Vormonat. Der Wert der chinesischen Goldreserven stieg Ende letzten Monats auf 319,45 Mrd. USD, nach 310,65 Mrd. USD im Vormonat, wie am Mittwoch veröffentlichte Daten zeigen.

China ist kein Einzelfall: Auch andere Zentralbanken stocken seit Jahren ihre Goldreserven auf – auch, um weniger abhängig vom USD zu werden. Daten des World Council zufolge nähert sich der Wert der Goldreserven ausländischer Zentralbanken der Marke von 4 Billionen USD. US-Staatsanleihen kommen in der Rolle als Währungsreserve auf ein Volumen von 3,9 Mrd. USD: Gold wäre damit die wichtigste Reservewährung und würde US-Schuldtitel damit erstmals seit 1996 wieder übertreffen.

Die Käufe durch Notenbanken dürften weitergehen, da sich an der Zielsetzung einer Diversifizierung der Währungsreserven nichts geändert hat. Das hohe Preisniveau könnte die Käufe allerdings dämpfen.

Noch stärker als der physische Goldpreis haben viele Goldminenaktien und -fonds zugelegt. Der Earth Gold Fund UI EUR R brachte es 2025 auf eine Rendite von 161 % und ist damit laut Daten von Morningstar der aktiv verwaltete Fonds mit der höchsten Rendite auf dem deutschen Markt. Fondsmanager Joachim Berlenbach ist auch für 2026 optimistisch: "Eine konkrete Prognose für den Goldpreis ist schwierig, doch selbst bei stabilen Kursen bleiben die Margen der Produzenten auf Rekordniveau, was dem Minenaktiensektor Rückenwind gibt. Insgesamt beurteilen wir das Umfeld für Gold weiterhin positiv."

Berlenbach weist auf den Hebeleffekt von Minenaktien hin. "Dieser Effekt ist besonders ausgeprägt bei kleineren Entwicklern, die Minen aufbauen, sowie bei Explorationsunternehmen." Steige der Goldpreis beispielsweise um 10 %, könne sich die Bewertung solcher Unternehmen – gemessen am diskontierten Cashflow – um ein Mehrfaches verändern. Es gilt allerdings zu bedenken, dass der Hebel in beide Richtungen wirkt.

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Goldrallye: Gibt es erste Warnsignale?

Aktuell scheint es an Wall Street und Main Street ausschließlich Goldbullen zu geben. Grund genug, auch eine andere Perspektive einzunehmen. Aus technischer Sicht erscheint die Goldrallye seit Mitte Oktober längst nicht mehr so fulminant, wie sie medial dargestellt wird. Damals wurde ein Hoch bei 4.380 USD markiert. Es kam zu einer Korrektur und daran anschließend zu einem neuen Hoch. Dieses neue Hoch von Ende Dezember mit rund 4.550 USD liegt lediglich 3,8 % über dem vorangegangenen Hoch.

Goldinvestments sind, auch wenn Prognosen und Stimmungen derzeit etwas anderes suggerieren, kein risikoloses Investment. An eine Rallye kann sich eine lange Schwächephase anschließen, warnte bereits im September Morningstar Analystin Amy C. Arnott. "Gold hat in der Vergangenheit immer wieder längere Phasen des Booms oder des Einbruchs durchlaufen, wie die folgenden Grafiken zeigen. Zu den Boomjahren zählten die späten 1970er Jahre und der Zeitraum von 2001 bis 2011, in denen sich der Goldpreis jeweils mehr als verfünffachte", notierte sie damals. Abott warnt: "Wenn Gold inflationsbereinigt hohe Preise aufweist, sind diese in den darauffolgenden Perioden häufig gesunken."