Indonesien festigt Rolle als Nickel-Supermacht

Indonesien festigt Rolle als Nickel-Supermacht picture alliance / dpa / Lgl Gold / Handout

Indonesien hat laut einem aktuellen Bericht von S&P Global im Jahr 2024 2,28 Mio. Tonnen Nickel produziert. Der US Geological Survey schätzt die globale Produktion für das Jahr auf 3,7 Mio. Tonnen. Indonesien kommt damit auf einen Marktanteil von fast 62 %.

Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht. So geht der Bericht davon aus, dass Indonesien seine Produktion im nächsten Jahrzehnt voraussichtlich mehr als verdoppeln und bis 2035 schätzungsweise 4,97 Mio. Tonnen erreichen wird.

Indonesiens Angebot erdrückt die Konkurrenz

Der Nickelpreis ist gemessen am Cash-Kontrakt der LME in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen. Wurden am 16. Dezember noch 14.125 USD pro Tonne gezahlt, liegt der Kurs aktuell bei 16.745 USD – ein Plus von 18 % in wenigen Wochen.

Sollte der Trend anhalten, wäre Indonesien einer der größten Profiteure. Notwendig sind hohe Preise für die Nickelproduzenten des Landes jedoch nicht: Laut S&P lag die AISC-Marge im Jahr 2024 bei 3.047 USD. Der durchschnittliche Preis des Metalls lag in jenem Jahr laut Statista bei 16.814 USD pro Tonne und damit auf einem ähnlich hohen Niveau wie gegenwärtig der Fall.

Die bereits große und weiter wachsende Marktmacht des südostasiatischen Landes erdrückt die Konkurrenz regelrecht. "Das schwache Marktumfeld mit Überangebot macht es für Regionen mit hohen Produktionskosten ungünstig, ihre Betriebe aufrechtzuerhalten, wie die jüngste Einstellung der Nickel-West-Aktivitäten von BHP und des Nickelprojekts West Musgrave in Westaustralien zeigt. Diese Stilllegungen sind allesamt auf das Überangebot an Nickel aus Indonesien zurückzuführen", konstatiert der Bericht.

Während langfristig eine deutliche Steigerung der Nickelproduktion absehbar ist, sorgt die Regulierung kurz- und mittelfristig für einen Dämpfer. So müssen alle Bergbauunternehmen Anträge auf jährliche Produktionsquoten für das jeweils nächste Jahr einreichen.

Die Regierung will dadurch die Produktionsmengen besser kontrollieren. Die zuletzt steigenden Nickelpreise sind auf die Erwartung sinkender Quoten zurückzuführen. Vale musste kürzlich die Aussetzung der Produktion vermelden, da die Genehmigung des Produktionsplans sich verzögerte.

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Indonesiens Bergbau kann mehr als Nickel

Der Bergbau des Landes kann mehr als nur Nickel. Von 2024 bis 2030 wird Indonesien den Produktionsanteil an Aluminiumoxid, Aluminium und Bauxit deutlich steigern.

Im Kupferbergbau spielt der Staat schon jetzt eine bedeutende Rolle: 2024 wurden 983.000 Tonnen produziert, was im Ranking der Kupferproduzenten den siebten Platz und 4,28 % der Gesamtproduktion bedeutet. "Trotz dieser enormen Produktionsmenge weist Indonesien mit 1,72 US-Dollar pro Pfund produziertem Kupfer eine der niedrigsten Gesamtkosten (AISC) weltweit auf", merkt S&P Global an. Dies ist unter anderem auf die Größe der Grasberg-Mine zurückzuführen.

Auch das Batteriemetall Kobalt wird in großem Stil produziert: 11,65 % des weltweiten Angebots entfallen auf das Land.

Die Ambitionen des Bergbaus spiegeln sich auch in den Explorationsausgaben wider. Diese erreichten im Zeitraum von 2019 bis 2024 durchschnittlich 126 Mio. USD, was dem höchsten Wert in der Pazifik-Südostasien-Region entspricht. 2024 lag das Budget bei 113,8 Mio. USD und fokussierte vor allem Aktivitäten an risikoarmen Minenstandorten, wie etwa die Erweiterung von Ressourcen an oder in der Nähe bestehender Betriebe.