Lithium und Co: USA und Kanada sichern Lieferketten ab

Lithium und Co: USA und Kanada sichern Lieferketten ab

In Nordamerika laufen gerade größere Bestrebungen zur Absicherung der Lieferketten für wichtige Rohstoffe wie Lithium. Die USA haben nach dem Inflation Reduction Act weitere Maßnahmen beschlossen. Kanada indes zwingt chinesische Unternehmen, ihre Beteiligungen an Lithiumproduzenten zu veräußern – und wird durch die US-Gesetzgebung zu einem Schlüsselproduzenten.

Der Inflation Reduction Act gilt manchen als das erste Klimagesetz der USA. Tatsächlich enthält das 750 Milliarden USD umfassende Gesetz auch Regelungen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen. Diese sollen zwischen 2005 und 2030 um 40 % sinken.

10 % Zuschuss für Bergbauunternehmen

Das Gesetz geht jedoch deutlich weiter. Für Bergbauunternehmen ist insbesondere Abschnitt 45X(c)(6) entscheidend. Hier werden 50 kritische Mineralien genannt, die für die Energiewende benötigt werden. Darunter sind zum Beispiel Lithium, Kobalt, Caesium, Beryllium, Neodym, Aluminium, Zinn, Nickel, Graphit und Chrom.

Bergbauunternehmen, die einen der im Gesetz genannten Rohstoffe in den USA abbauen, können einen Zuschuss in Höhe von 10 % der Produktionskosten beantragen. Dazu müssen die geförderten Rohstoffe bestimmte Feinheiten erreichen.

Mit der Unterstützung der heimischen Bergbauindustrie konnte US-Präsident Joe Biden das Gesetz erst durchbringen. Dieser Passus sichert ihm die Unterstützung seines Parteikollegen Joe Manchin aus West Virginia. Der sieht in der "anhaltenden und zunehmenden Abhängigkeit von ausländischen Energie- und Lieferketten" eine Gefahr – insbesondere, wenn es sich um Länder handele, die "Amerika hassen".

Steuergutschriften für Elektroautos

Ein weiterer Bestandteil des Inflation Reduction Act mit Relevanz für die Bergbauindustrie ist die Subventionierung von Elektroautos. Für Elektrofahrzeuge ist eine Steuervergünstigung vorgesehen, wenn ein bestimmter Anteil der verbauten Rohstoffe aus den USA oder Ländern mit Freihandelsabkommen stammt. Konkret gibt es eine Steuergutschrift in Höhe von 7.500 USD pro Fahrzeug.

Zu finden ist dieser Passus auf Seite 386 des Gesetzes. Zunächst müssen mindestens 40 % der sogenannten kritischen Mineralien in E-Auto-Akkus von US-Bergbauunternehmen, aus dem Recycling oder Ländern mit Freihandelsabkommen stammen. Dieser Schwellenwert steigt in jedem Kalenderjahr um zehn Prozentpunkte auf bis zu 80 % im Jahr 2027. Betroffen sind etwa Lithium, Kobalt, Nickel, Mangan und Graphit.

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USA: Neues Förderprogramm für inländische Lieferkette

Außerdem legt das Gesetz Schwellenwerte für Batteriekomponenten fest, die aus Nordamerika stammen müssen. Aktuell liegt der Schwellenwert bei 50 %. Ab 2024 steigt der Wert jedes Jahr um 10 % bis auf 100 % im Jahr 2029.

Ende Oktober hat das US-Energieministerium eine weitere Maßnahme zur Absicherung der Lieferketten verabschiedet. So wurden Subventionen in Höhe von 39 Millionen USD auf 16 Projekte in zwölf Bundesstaaten aufgeteilt.

Die durch Universitäten, Laboratorien und Privatunternehmen geführten Projekte haben jeweils das Ziel, kommerziell skalierbare Technologien zur inländischen Versorgung mit kritischen Mineralien zu entwickeln.

Kanada wirft China aus dem Markt

Durch die US Gesetzgebung entsteht indirekt ein neuer Markt für Bergbauunternehmen in Kanada. Die enge Verbundenheit der beiden Länder ermöglicht es, die großen Rohstoffvorkommen des Landes für Lieferungen an Abnehmer in den USA zu nutzen. Kanada ist ebenso wie die USA und Australien besorg im Hinblick auf die chinesische Dominanz auf vielen Rohstoffmärkten.

Vor kurzem wurden nun drei chinesische Unternehmen verpflichtet, ihre Anteile an kanadischen Rohstoffproduzenten zu veräußern. Betroffen waren drei erst kürzlich eingegangene Beteiligungen.

Sinomine (Hongkong) Rare Metals Resources musste eine im vergangenen Jahr begonnene Beteiligung an Power Metals Corp abgeben. Chengze Lithium International Ltd hatte Anteile an dem in der Provinz Alberta ansässigen Unternehmen Lithium Chile Inc erworben und muss diese ebenfalls abgeben. Zangge Mining Investment (Chengdu) muss seine Beteiligung an Ultra Lithium in Vancouver veräußern.

Es ist zu erwarten, dass sich die Beziehungen zwischen Kanada und China durch den Schritt verschlechtern. Dies wird jedoch von der Politik offenbar in Kauf genommen. Kanada verfügt über große Ressourcen, an deren Erschließung bereits viele Explorationsunternehmen arbeiten.

So ist etwa Foremost Lithium Resource & Technology Ltd. (CSE: FAT, FSE: F0R0, ISIN: CA3455101012) mit der Exploration von sechs Lithium-Hartgesteinprojekten in der Provinz Manitoba beschäftigt. Die Investitionen von Explorern führen – mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung – zu einem Anstieg der Produktion, mit dem Nordamerika seine Abhängigkeit von China reduzieren könnte.