Graphit: Nachfrage 2025 zu mehr als 50 % aus dem Batteriemarkt

Graphit: Nachfrage 2025 zu mehr als 50 % aus dem Batteriemarkt

Die Nachfrage nach Graphit könnte schon 2025 zu mehr als der Hälfte aus dem Batteriesektor kommen. Der gegenwärtig unter der Energiekrise und Konjunkturschwäche leidende Markt steht damit vor einem gewaltigen Umbruch.

Der Branchendienst Fastmarkets rechnet damit, dass die Nachfrage nach Graphit aus dem Batteriebereich deutlich steigt und schon bald den Markt dominiert. Dieser gewaltige Umbruch werde derzeit durch kurzfristige Faktoren überlagert.

Nach den Höchstständen Anfang 2022 haben die Graphitpreise nachgegeben – ebenso wie auch viele andere Rohstoffe wie Aluminium oder Nickel, die nach einer Rallye deutlich günstiger wurden. Ein Grund dafür ist die sinkende Nachfrage aus der Stahlproduktion.

Starke Nachfrage aus EV-Bereich

So ist dem Bericht von Fastmarkets zufolge die globale Rohstahlproduktion im Vergleich zum Vorjahr um rund 6 % zurückgegangen. Auch andere Bereiche der klassischen Graphitnachfrage wie feuerfeste Materialien und Elektroden sind konjunkturbedingt rückläufig. Auf diese Bereiche entfallen jedoch immer noch 75 % der gesamten Nachfrage nach natürlichem Graphit. So erklärt der Branchendienst auch den Preisrückgang.

Unter der Oberfläche des Marktes tut sich jedoch etwas. So haben sich die Preisunterschiede zwischen den verschiedenen Graphitsorten verringert. Graphit wird etwa in Form von Flocken, aber auch als kugelförmiges oder amorphes Material gehandelt. Die Verringerung der Preisdifferenzen führt Fastmarkets auf das starke Wachstum der Nachfrage aus dem Batteriesektor zurück.

Für die kommenden Jahre prognostiziert der Branchendienst einen weiteren starken Anstieg der Nachfrage im Zusammenhang mit Elektrofahrzeugen. So werde der Verbrauch von natürlichem Graphit im Batteriesektor bereits 2023 genauso hoch sein wie die Nachfrage aus dem Feuerfestsektor. 2024 werde die batteriebedingte Nachfrage dann deutlich größer sein und 2025 bereits die Nachfrage aus allen traditionellen Bereichen zusammen übersteigen.

Für dieses Jahr geht Fastmarkets von einem Anstieg der Nachfrage aus dem Batteriesektor um 40 % gegenüber dem Vorjahr aus. In Zahlen bedeutet dies, dass dieser Sektor 300.000 t nachfragen wird – nach 210.000 t im Jahr 2021.

Bereits für  Ende 2022 prognostiziert der Dienst ein Defizit auf dem Graphitmarkt. Ursächlich dafür ist neben der anhaltenden Nachfrage aus dem Batteriesektor die saisonal bedingt rückläufige Produktion in der chinesischen Provinz Heilongjiang. Das Defizit auf dem Markt soll demnach bis 2025 bestehen bleiben.

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"Ruhe vor dem Sturm": Deutlich höhere Graphitpreise erwartet

Die höhere Graphitnachfrage wird dem Bericht zufolge vor allem durch einen Anstieg der Produktion in China und Mosambik gedeckt werden können. Tatsächlich lagern in China Vorkommen im Umfang von 537 Millionen t – gegenüber rund 11 Millionen t in Europa (vorzufinden vor allem in Skandinavien).

Autohersteller versuchen bereits, sich privilegierten Zugang zu dem Rohstoff zu sichern. Der Autobauer Tesla etwa hatte sich 2021 nahezu die gesamte Produktion einer durch das Unternehmen Syrah Ressources (WKN: A0MXQX, ISIN: AU000000SYR9) in Mosambik betriebenen Mine gesichert.

Der Branchendienst betont jedoch auch, dass junge Bergbauunternehmen auf den Markt drängen und neue Produktionsstätten erschließen. Aufgrund der in diesem Bereich zu erwartenden Verzögerungen werde neues Angebot in größerem Umfang allerdings nicht vor 2025 auf den Markt gelangen.

Die Gemengelage aus Knappheit, steigenden Stromkosten, strengeren Umweltkontrollen und weiteren Faktoren wird Fastmarkets zufolge in den kommenden Jahren zu deutlich höheren Graphitpreisen führen. Die Preise befänden sich aktuell in einer Flaute, die sich jedoch als vorübergehende "Ruhe vor dem Sturm" erweisen könnte.

Graphit wird in Akkus bei der Herstellung Anoden benötigt und gilt hier als optimales, unverzichtbares Material. Bis zu 30 % des Gewichts einer Lithium-Ionen Batterie können aus Graphit bestehen. Graphit zwingt Lithiumatome dazu, sich einen festen Platz zu suchen. Dadurch können Akkuhersteller kürzere Ladezeiten, eine höhere Zyklenstabilität und eine geringe Leistungsvariabilität bieten.

Bei der Herstellung von Anoden wird Graphit auf foliertes Kupfer aufgetragen. Je reiner das Material, desto besser seine Funktion. Deshalb kommt neben natürlichem Graphit zunehmend auch synthetisches Graphit zum Einsatz. Bei natürlichem Graphit wird Flockengraphit mit einem Reinheitsgrad von 99,95 % verwendet, das zuvor entsprechend weiterverarbeitet wird.