Elon Musk hält Lithium für eine Goldgrube und rät Unternehmen, in das Geschäft damit einzusteigen. Da Lithium nicht nur in  E-Autos, sondern auch in vielen anderen elektrischen Geräten benötigt wird, steigt der Preis weiter rasant an.

Tesla CEO Elon Musk stellte in der vergangenen Woche die Quartalszahlen des Autoherstellers vor. Am Rande der Bilanzpressekonferenz – Teslas Gewinnmarge erreichte 19,2 %, der durchschnittliche Gewinn pro Fahrzeug mehr als 10.000 EUR – thematisierte Musk auch den begehrten Rohstoff Lithium.

Musk: Lithium „wie Gelddrucken“

Wer noch höhere Gewinnspannen erreichen wolle als Tesla, solle in die Lithiumbranche einsteigen. Dort gebe es Gewinnmargen von bis zu 90 % – ähnlich wie in der Softwarebranche. Lithium sei „wie Gelddrucken“.

Der Hintergrund: die Nachfrage nach Lithium steigt deutlich, weil dieser Rohstoff für Elektroautos benötigt wird. Hier kommt es in den Akkus zum Einsatz. Auch viele andere elektronische Geräte wie etwa Smartphones und Laptops benötigen Lithium.

Seit geraumer Zeit übersteigt die Nachfrage das Angebot. Global betrachtet konnte das Angebot bislang noch nicht signifikant auf die gestiegene Nachfrage reagieren. Dies macht sich im Preis bemerkbar: aktuell werden für 1 t Lithium 81.500 USD gezahlt. Diesen Preis nannte die London  Metal Exchange (LME) am 21. April. Noch im Januar 2021 wurde eine Tonne Lithium für 17.000 USD gehandelt.

Elon Musk wäre nicht er selbst, würde er angesichts dieser Preisentwicklung nicht darüber nachdenken, Lithium selbst zu fördern und zu veredeln. Damit könnte Tesla seine Abhängigkeit vom weltweiten Rohstoffmarkt reduzieren – und ganz nebenbei seine Gewinnspannen weiter erhöhen. Teslas Produktionsmodell hat sich in der aktuellen Lieferkettenkrise als Vorteil erwiesen. Model 3 und Co. sind mit kürzeren Lieferzeiten erhältlich als viele andere Fahrzeuge.

Tesla hat – ebenso wie andere Automobilhersteller – bereits verschiedene exklusive Lieferverträge mit Lithiumunternehmen abgeschlossen.

Neuer Goldrausch durch Lithium?

Musk ist nicht der erste Unternehmer, der auf den begehrten Rohstoff aufmerksam wird. Bislang wird das Metall überwiegend in Südamerika und Australien gefördert. Australien förderte 2021 55.000 t, Chile 26.000 t. Weitere wichtige Produzenten sind China (14.000 t) und Argentinien (6200 t).

Grundsätzlich ist Lithium weltweit gesehen kein knapper Rohstoff. Auch in Deutschland ist das Metall zu finden. Sogar im deutschen Oberrheingraben wird danach gefahndet. Verantwortlich dafür ist das deutsch-australische Unternehmen Vulcan Energie Ressourcen GmbH, das in der Thermalsole des Rheingrabens nach Lithium sucht.

Das Unternehmen will im Produktionsprozess entstehende Wärme zur Stromproduktion nutzen und dadurch Energie (kosten) einsparen. Das so gewonnene Lithiumoxid soll dadurch umweltfreundlich sein.

Kritiker zweifeln jedoch an Machbarkeit und Profitabilität des Vorhabens. So wird bemängelt, dass die Kosten zu niedrig angesetzt worden seien, die prognostizierte Produktionsmenge und Qualität dagegen zu hoch. Mittlerweile wächst auch der Widerstand von Anwohnern und Umweltinitiativen.

Der Rheingraben ist jedoch nicht die einzige Lagerstätte in Deutschland. Die Deutsche Lithium GmbH will ein Vorkommen im Erzgebirge nahe der tschechischen Grenze ausbeuten. Das Vorkommen wird auf 125.000 t geschätzt.

Wer profitiert vom Lithiumboom?

Nicht allzu weit weg arbeitet das kanadisch-deutsche Unternehmen Rock Tech Lithium an einem weiteren Projekt in der Lithium Wertschöpfungskette. Im brandenburgischen Guben ist aktuell die erste europäische Lithiumraffinerie im Bau befindlich. Die Jahresproduktion soll bereits 2024 für 500.000 E-Auto-Akkus ausreichen.

Ein weiterer Standort innerhalb Deutschlands ist geplant, zusätzlich drei weitere in Europa. Rock Tech Lithium plant allerdings, den Rohstoff aus Kanada zu importieren.

Da die Nachfrage nach Lithium absehbar weiter steigen wird, können neue Produzenten ihre Produktion unkompliziert und zu attraktiven Preisen am Markt platzieren. Davon profitieren Unternehmen im Explorationsstatus.

Zu diesem Unternehmen gehört etwa der australische Lithium-Developer Galan Lithium Ltd. (ASX: GLN; WKN: A2N4CD; ISIN: AU0000021461). Das Unternehmen arbeitet mit Hochdruck an dem Hombre Muerto Projekt im argentinischen Hochland. Das 25.000 ha große Projekt erscheint Ressourcenschätzungen zufolge sehr vielversprechend.

Ein weiteres Beispiel für Lithium Explorer ist die kanadische Foremost Lithium Resource & Technology Ltd. (ISBN: CA3455101012, WKN: A3DCC8). Dieses Unternehmen vereint gleich vier Lithium Projekte in Kanada im Portfolio.