Der Goldpreis leidet kurzfristig unter einem stärkeren US-Dollar, während der Markt ein schnelleres Ende der QE-Programme und erste Zinsanhebungen erwartet. Der Goldpreis konnte am Freitag nicht von den schlechten Arbeitsmarktdaten profitieren und notiert weiter unter der Unterstützung bei 1.800 US-Dollar.

Der Silberpreis testete am Freitag erneut die mittelfristige Unterstützung bei 22 US-Dollar und damit die Unterseite der einjährigen Handelsspanne zwischen 22 US-Dollar und 28 US-Dollar. Wir hatten nach dem kürzlichen Preisanstieg der letzten Wochen am Widerstand bei 25 US-Dollar zu Gewinnmitnahmen geraten und empfohlen, spätestens bei 23 US-Dollar einen Stop-Loss zu platzieren, da der Terminmarkt kurzfristig eklatante Schwäche und ein Überangebot am physischen Markt zeigte. Mittlerweile gibt es eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen Bruch dieser Unterstützung mit einer finalen Korrektur auf ca. 19 US-Dollar, sobald die Unterstützung bei 22 US-Dollar fällt. Bei 19 US-Dollar böte sich dann eine sehr gute mittel- bis langfristige antizyklische Kaufmöglichkeit.

Die Edelmetall- und Rohstoffpreise fielen in der letzten Woche stark

Der Internationale Währungsfonds warnte vergangene Woche vor einem weltweiten Wirtschaftskollaps, was der Grund für das hektische Treiben der Politik ist. Trotzdem sagt aktuell so gut wie jeder Fed-Chef, dass das Tapering beschleunigt werden muss und die Zinserhöhungen viel früher erfolgen sollten. Man scheint in Eile zu sein, denn die nächste Krise, auf der man mit erneuten QE-Programmen reagieren muss und wird, steht bereits vor der Türe. Man versucht kurzfristig dennoch den hawkischen Schein zu wahren und Druck auf die Märkte auszuüben.

Immer mehr Notenbanker konstatieren unterdessen, dass die Inflation nicht nur „vorübergehend“, sondern noch für längere Zeit hoch im Bereich von 6 % bleiben wird. Die US-Finanzministerin und ehemalige Chefin der US-Notenbank sagte beispielsweise: „Ich bin bereit, das Wort vorübergehend in Rente zu schicken. Ich stimme zu, dass dies keine treffende Beschreibung dessen ist, womit wir es zu tun haben.“

I’m ready to retire the word transitory. I can agree that that hasn’t been an apt description of what we’re dealing with.“

Der US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag fiel schlecht aus, was dem Goldpreis jedoch nicht auf die Beine verhalf und die unterliegende Schwäche noch einmal vor Augen führte. Aktuell trauen sich wenige Investoren im Umfeld eines Taperings sowie der Androhung von steigenden Zinsen in das fallende Messer zu greifen.

Der Marktkonsens lag bei 550 neu geschaffener Stellen im November, was der Markt als Bestätigung für das beschleunigte Ende des QE-Programms gesehen hätte und somit eine Ankündigung dessen bereits zur Notenbanksitzung am 15. Dezember. Diese Erwartungen wurden jedoch herbe enttäuscht, nachdem nur mickrige 210 Tsd. neue Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft geschaffen wurden. Dies war ein starker Rückgang um 336 Tsd. gegenüber den nach oben revidierten 546 Tsd. vom Oktober und damit der geringste monatliche Anstieg seit Dezember!

Die Gesamtzahl der Beschäftigten liegt immer noch um die 3,9 Millionen oder 2,6 % unter dem Niveau vor der Pandemie im Februar 2020. Die vielleicht wichtigste Nachricht war der Rückgang der Arbeitslosenquote von 4,6 % auf 4,2 %, womit wenigstens hier die Schätzungen von 4,5 % übertroffen wurden. Zum Rückgang der Arbeitslosenquote trug bei, dass die Zahl der Arbeitslosen von 7,419 Mio. auf 6,877 Mio. sank. Da die Zahl der Erwerbspersonen von 161,458 Mio. auf 162,052 Mio. gestiegen war, hat sich die Erwerbsquote von zuvor 61,6 % auf 61,8 % erhöht, was der höchste Wert seit Beginn der Corona-Lockdown-Krise ist.

Gold konnte von den schwachen Arbeitsmarktdaten nicht profitieren

Platin und Palladium kamen in den letzten Wochen stark unter die Räder, insbesondere nachdem die medialen Omicron-Nachrichten auch die Investoren infizierte und die Angst vor neuen weltweiten Lockdowns schürte. Palladium fiel im Vergleich zur letzten Woche auf 1.700 US-Dollar, während Platin auf 920 US-Dollar absackte. Die Nachfrage nach beiden Metallen, die in der Automobilproduktion verwendet werden, nahm wegen der weltweiten Knappheit an Halbleiterchips deutlich ab.

Die neuen Lockdowns und Markteingriffe der Notenbanken und Regierungen verhindern aktuell eine Erholung der Automobilnachfrage und ein Ende des Chipmangels. Im nächsten Jahr könnten Platin und Palladium weiterhin schwach bleiben, da aktuell kein Ende dieser Politik sichtbar ist. Das World Platinum Investment Council geht in seinem neuesten Report davon aus, dass es in diesem Jahr ein Angebotsüberschuss bei Platin in Höhe von 769 Tsd. Unzen geben wird und prognostiziert für das nächste Jahr einen Überschuss von 637 Tsd. Unzen.

Die Palladiumpreise sind um ein Drittel gesunken, nachdem sie vor sechs Monaten ein Allzeithoch erreicht hatten, da die Automobilhersteller auf Platin und andere Metalle umsteigen, die in ähnlicher Weise zur Begrenzung der Schadstoffemissionen von Benzinmotoren beitragen. Diese Substitution ist ein Trend, der sich auch im nächsten Jahr fortsetzen wird. Noch vor einem halben Jahr hatte man ein deutliches Defizit für Palladium erwartet, doch diese Erwartung hat sich mit den neuerlichen Lockdowns zerschlagen.

Die Minenaktien kamen auch zurück und sind weiterhin historisch unterbewertet zum aktuellen Goldpreis. Dem HUI-Goldminenindex gelang es nicht, über den Widerstand bei 280 Punkten anzusteigen und bliebt im mittelfristigen Abwärtstrend gefangen. Mit dem Unterschreiten der Unterstützung bei 250 Punkten wurden erste Stop-Loss-Orders ausgelöst. Insgesamt dürfte das Korrekturpotenzial jedoch begrenzt sein, während die Chancen auf der Oberseite extrem groß sind. Sobald die Fed im nächsten Jahr von ihrem Kurs abweicht, werden Gold und Silber davon mit starken Anstiegen profitieren, während die Minen überproportional stark ansteigen dürften. Minenaktien sind ein sehr volatiler Markt, doch bietet sich nach dem Ende der aktuellen Korrektur kurz- bis mittelfristig eine enorm hohe Chance auf stark steigende Minenaktien.

Bitcoin crasht und geht in Bärenmarkt über

Der Bitcoin crashte am Samstagmorgen auf unter 42.000 US-Dollar, wogegen dieser vor einem Monat noch bei 68.000 US-Dollar gehandelt wurde. Die Marktkapitalisierung der Krypto-Token fiel von 2,6 Billionen US-Dollar auf 2,07 Billionen am Samstag. Alle anderen Altcoins wurden ebenso mit nach unten gerissen. Mit etwas Glück konnten wir unsere Kunden am Freitag in einem Update noch vor einem möglicherweise bevorstehenden Crash warnen, wenn der Abwärtstrend bei 55.000 US-Dollar und folglich die Unterstützung bei 52.000 US-Dollar brechen sollte. Seit Ende Oktober weisen wir frühzeitig auf ein potenzielles Doppeltop und ein mögliches Ende der Hausse hin.

Nach dem ersten Einbruch im Mai, den wir ebenfalls prognostiziert hatten, wurden die Kleinspekulanten durch einen medialen Hype noch einmal mobilisiert, diesen Dip zu kaufen. Großinvestoren bot diese Liquidität die Möglichkeit, ihre Longpositionen zu hohen Preisen abzustoßen. Die Manie war diesmal so groß, dass ich in den letzten 2 Monaten dutzende Anfragen jeder Altersklasse bekam, die erstmals in Kryptowährungen investieren wollten, um auch schnell reich zu werden. Dabei wurden immer wieder die am meisten gehypten Tokens Dodgecoin und Shiba Inu genannt, die keinen Nutzen haben, doch durch gezieltes Pushen die größten Preissteigerungen aufwiesen. Die Stimmung am Kryptomarkt der letzten Monate erinnerte mich stark an das Ende der Dotcom-Blase der Jahrtausendwende, als vom Taxifahrer bis zur Sekretärin jeder in Aktien des Neuen Marktes investiert hatte.

Der Crash vom Wochenende kam nicht aus heiterem Himmel, sondern er bahnte sich langsam an. Nachdem im Oktober und November ein neues Allzeithoch mit einem Rückfall auf unter 62.000 US-Dollar nicht bestätigt wurde, bekamen die ersten Bullen kalte Füße. In einer Spekulationsblase reicht es völlig aus, dass das Momentum abnimmt, um bereits einen Crash auszulösen. Die Kleinspekulanten wurden in den letzten anderthalb Jahren darauf konditioniert, jeden Rücksetzer zu kaufen, da der Bitcoin vermeintlich nur steigen konnte. Jetzt, da viele Kleinanleger und Fondsmanager gehebelt auf einen steigenden Preis gewettet hatten, war das Umfeld für einen Crash da und es fehlte nur noch das charttechnische Setup, das mit dem Abschluss des Doppeltops. Diese spekulativ agierende Gruppe wird auch weiterhin Rücksetzer nutzen und trotz Verlusten verbilligen, in der Hoffnung bald steigender Preise. Tritt dies jedoch nicht ein, so wird ein Trader nach dem anderen einen Margin Call erhalten und alles liquidieren müssen, worauf sich die Talfahrt fortsetzen wird.

Der Bitcoin crashte am Samstagmorgen auf unter 42.000 US-Dollar

Hätte es noch Luft nach oben gegeben, so wäre der Bitcoin nach dem Ausbilden eines neuen Allzeithochs in einem Short-Squeeze oder aufgrund zusätzlicher Investmentnachfrage weiter angestiegen. Aktuell sehen wir alle Anzeichen für eine lange Baisse, in der sich der Markt von der spekulativen Manie bereinigen wird. Aufgrund des bevorstehenden Scheiterns des Kredit- und Schuldgeldsystems in den nächsten Jahren mit einer starken Abwertung der Fiat-Währungen, wäre nach einer Korrektur ein nochmaliges Aufbäumen des Kryptomarktes denkbar.

Technische Analyse zu Gold: Tapering und starker Dollar drücken auf den Goldpreis

Terminmarkt: CoT-Report vom 03.12.2021

Der Preis fiel um 16 US-Dollar zur Vorwoche, während die aggregierte Positionierung der Spekulanten um 9 Tsd. Kontrakte abgebaut wurde. Das ist auf den ersten Blick neutral und nach der schwachen Vorwoche waren Angebot und Nachfrage scheinbar ausgeglichen.

Eine Manipulation gab es diesmal nicht. Die BIG4 deckten sich mit 4 Tagen der Weltproduktion ein. Auf den zweiten Blick ist dies eher ein Zeichen dafür, dass die Nachfrage doch schwächer war.

Insgesamt sind die Daten noch nicht gut und der Markt weiterhin überkauft. Zur Vorwoche zeigt sich keine Besserung und noch immer keine Stärke, die wir jedoch sehen müssen, bevor wir kurzfristig einen steigenden Preis erwarten können. Es muss jetzt zusätzliche Investmentnachfrage aufkommen, sonst könnte der Goldpreis noch weiter fallen. Ein Katalysator dafür könnten neue totalitäre Maßnahmen der Regierungen sein, die neue Lockdowns verhängen. Die Notenbanken könnten dann mit weiteren QE-Programmen darauf reagieren, worauf Investoren in Gold flüchten dürften. Ein Risiko bleibt das Tapering in den USA und ein folglich kurzfristig noch stärkerer US-Dollar.

Die Terminmarktdaten für Gold sind weiterhin im neutralen Bereich
Die BIG4 hatten in den letzten Monaten ihre Netto-Shortposition abgebaut. Dies ist einerseits gut, doch zeigt es auch Schwäche am Goldmarkt

Der Goldpreis leidet kurzfristig unter einem stärkeren US-Dollar, während der Markt ein schnelleres Ende der QE-Programme und erste Zinsanhebungen schon Mitte nächsten Jahres erwartet. Der Goldpreis konnte am Freitag nicht von den schlechten Arbeitsmarktdaten profitieren und notiert weiter unter der Unterstützung bei 1.800 US-Dollar.

Mitte Oktober hatte der Goldpreis ein vorläufiges Hoch bei 1.870 US-Dollar ausgebildet. Nachdem der Goldpreis schnell stark um 110 US-Dollar gestiegen war, während der Dollar stärker wurde und der Terminmarkt für Gold keine Stärke zeigte, hatten wir dort erst einmal Gewinnmitnahmen empfohlen und dazu geraten, Stop-Loss Orders zu platzieren.

Die Korrektur fiel letztlich stark aus und mittlerweile hat der Goldpreis auch einen kurzfristigen Aufwärtstrend sowie die wichtige Unterstützung bei 1.800 US-Dollar gebrochen. Solange der Goldpreis unter dieser Marke notiert, sollten kurzfristig agierende Trader abwarten, wie weit die Korrektur in den nächsten Wochen bis Jahresende noch laufen wird.

Da sich in den CoT-Daten bisher keine Stärke zeigt, besteht noch immer eine Möglichkeit, dass der Preis seitwärts handeln oder weiter fallen wird. Auf der anderen Seite stimmt die niedrige Shortposition der großen vier Händler an der COMEX optimistisch. Erst mit einer Rückeroberung des Widerstands bei 1.800 US-Dollar gäbe es ein kurzfristiges Kaufsignal, das jedoch nur solange intakt bleibt, wie sich der Preis darüber halten kann.

Der Goldpreis fiel unter die wichtige Unterstützung bei 1.800 US-Dollar

Der Tageschart zeigt, dass der Preis wieder zurück in den letzten übergeordneten Abwärtstrend fiel. Der Ausbruch daraus war damit gescheitert. Da sich aktuell keine Stärke am Terminmarkt zeigt und sich potenzielle Investoren im Umfeld des Taperings zurückhalten, wäre ein nochmaliger Preisrücksetzer auf 1.680 US-Dollar durchaus denkbar.

Oftmals bildete der Goldpreis in den letzten Jahren im Dezember bis Neujahr ein Tief aus, bevor der Preis mit einer Rallye in das neue Jahr starten konnte. Womöglich ist dies ein weiterer Faktor, warum sich Käufer aktuell zurückhalten. Erst mit der Rückeroberung des Widerstands bei 1.800 US-Dollar hellt sich das Chartbild auf und erst mit dem Überwinden des Abwärtstrends würde es ein erneutes Kaufsignal geben.

Der Preis fiel zurück in den übergeordnet langfristigen Abwärtstrend

Der langfristige Abwärtstrend bei Gold in Euro wurde bereits im Mai bei 1.480 Euro gebrochen, was ein langfristiges Kaufsignal lieferte. Über ein halbes Jahr hinweg konsolidierte der Goldpreis in Euro an dieser neuen Unterstützung bei 1.480 Euro. Es bildete sich ein Abwärtstrend auf der Oberseite aus und der Preis keilte sich zunehmend ein.

Ein erneutes prozyklisches Kaufsignal gab es, nachdem der Goldpreis den blauen Abwärtstrend Mitte Oktober mit Schlusskursen über 1.540 Euro überwunden hatte. Daraufhin stieg der Preis bis auf fast 1.660 Euro an. Dieser Widerstand wurde gleichzeitig mit dem Widerstand bei 1.870 US-Dollar erreicht.

Während das Chartbild in US-Dollar eher schwer zu lesen war, so zeigten sich bei Gold in Euro sehr schöne charttechnische Muster. Solange der Goldpreis über 1.520 Euro bleibt, ist das neue mittelfristige Kaufsignal intakt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit dürfte an dieser Marke eine Korrektur erst einmal ihr Ende finden. Ein Rücksetzer nach einem Ausbruch ist ein typischer Vorgang in einem Bullenmarkt und es ist angesichts des bullischen Umfelds für Gold unwahrscheinlich, dass Gold zurück in den Keil fallen wird, aus dem er im Oktober ausgebrochen war.

Solange der Goldpreis über 1.520 Euro notiert, bleibt das bullische Setup intakt