Chile ist wie kein anderes Land bekannt für seine Kupferproduktion. Neben Porphyr-Kupferlagerstätten, die reich an Molybdän sowie Gold- und Silbernebenprodukten sind, finden sich hier auch die meisten Eisenoxid-Kupfer-Gold(IOCG)-Vorkommen der Welt. Die Produktion findet dabei vor allem im Norden des Landes statt, wo sich der Atacama-IOCG-Gürtel befindet, statt.

Das Kupfer und der Staat

Im Jahr 2019 war der Bergbausektor mit 283 Milliarden US-Dollar für etwa 10 Prozent des BIP verantwortlich. Kein Wunder also, dass der chilenische Staat viel unternommen hat, um diesen Wirtschafszweig zu fördern. So existieren in Chile schon lange stabile rechtliche Rahmenbedingungen, die Rohstoffunternehmen unterstützen und Bergleute vor Korruption und fragwürdigen Transaktionen schützen. Die in den Regionen der hochwertigen Kupfervorkommen gut ausgebaute Infrastruktur sowie hoch qualifizierte Arbeitskräfte sollen ihr Übriges tun, um Unternehmen ins Land zu locken. Damit Kupferproduzenten auch bei sinkendem Erzgehalt die Möglichkeit haben Kupfer erfolgreich abzubauen und zu verarbeiten, wurde in Chile ein 15-Jahres-Plan entwickelt, der insbesondere neue Technologien zur Verbesserung der Nachhaltigkeit und betrieblichen Effizienz unterstützt.

Die Kupferproduktion

Trotz Wetterkapriolen und COVID-19 konnten selbst 2020 noch 5,7 Millionen Tonnen Kupfer produziert werden. Der größte Kupferproduzent der Welt, das chilenische Staatsunternehmen Codelco produzierte davon allein 1,73 Millionen Tonnen. Dabei betreibt es mit El Teniente die größte unterirdische und mit Chuquicamata die zweittiefste Kupfermine der Welt.

Mit Escondida und Collahuasi befinden sich noch zwei weitere der weltweit größten Minen auf chilenischem Staatsgebiet. Während Escondida BHP(WKN:850524), RIO Tinto (WKN:855018) und einem japanischen Konsortium unter der Leitung von Mitsubishi (WKN: 857124) gehört, teilen sich Anglo American (WKN: A0MUKL), Glencore (WKN: A1JAGV) und Mitsui (WKN: 860971) Collahuasi.

Zu den weiteren Produzenten gehören Lundin Mining (WKN: A0B7XJ) und Sumitomo (WKN: 859470), die sich den Candelaria-Bergbaukomplex im produktiven Atacama-IOCG-Gürtel teilen, sowie der chilenische Bergbaukonzern Antofagasta (WKN: 867578), der mit vier Minen im Land vertreten ist.

Die Kupferexploration

Die Kupferreserven des Landes belaufen sich auf etwa 200 Millionen Tonnen, wobei es trotz der langen Bergbaugeschichte des Landes wahrscheinlich ist, dass durch den Einsatz moderner unterirdischer Explorationstechniken weitere Entdeckungen gemacht werden.

Drei der bedeutendsten Explorationsprojekte des Landes führt Bastion Minerals durch: Das Garin-Projekt hat das Potenzial epithermale Silber-Blei-Gold-Mineralisierungen und porphyrische Kupfermineralisierungen zu beherbergen, die Gometa- und Capote-Projekte hingegen gelten als aussichtsreich hinsichtlich IOCG-artiger Mineralisierungen in der Atacama-Region.

Ebenfalls in dieser Region befinden sich die Projekte Tierra de Oro und Zulema von Chilean Metals Exploration sowie das Rosales-Projekt von Golden Arrow Resources (WKN: 2DSQD).

Mit Vizachitas wird eines der größten Kupfervorkommen in Südamerika von Los Andes Copper (WKN:
A2QA7U) erschlossen. Und Hot Chili (WKN: A1CVCJ) will auf seinem Kupfer-Gold-Projekt Cortadera gleich sechs der besten Kupfer-Gold-Porphyr-Bohrergebnisse der Welt verzeichnet haben und vergrößert dementsprechend die Präsenz. 

Inmitten steigender Kupferpreise und Prognosen über ein stotterndes Wachstum des Minenangebots gilt Chile nach wie vor als ein Hauptziel für Explorationen. Geschätzte 74 Millionen US-Dollar an Investitionen sollen im Verlauf des nächsten Jahrzehnts in den Bergbau fließen, wovon 90 Prozent auf Kupferprojekte entfallen. So dürfte Chile auch in Zukunft fest mit dem roten Erz verknüpft bleiben.