Gold konnte seit dem Test des Märztiefs Mitte vergangener Woche bei 1.680 US-Dollar deutlich um 56 US-Dollar auf aktuell 1.735 US-Dollar ansteigen. Damit probt der Goldpreis den Ausbruch über einen mittelfristigen Aufwärtstrend. Der Goldpreis war nach einem Preisrückgang um 16 % auf diesem Preisniveau günstig und so nutzen langfristig agierende Investoren den Test der technischen Unterstützung bei 1.680 US-Dollar, um noch einmal günstig in den Goldmarkt einsteigen zu können.

Sollte dieser Ausbruchsversuch gelingen, dann dürfte die Korrektur des Goldpreises ihr Ende gefunden haben. Auch der Silberpreis konnte deutlich ansteigen und erste Widerstände überwinden, wobei noch ein mittelfristiger Abwärtstrend den Weg versperrt. Das Säbelrasseln um Taiwan und die Krim sind Faktoren, die vergangene Woche womöglich den Preisanstieg etwas unterstützt haben.

Primär wird die Erholung des Goldpreises von einer kurzfristigen Korrektur des US-Dollars getrieben, während der Euro nach seinem Einbruch zu einer Zwischenerholung ansetzen kann. Mittelfristig dürfte der Dollar jedoch weiterhin zu Stärke neigen und auch die Zinsen im Laufe des Jahres weiter ansteigen, wobei hier kurzfristig eher ein Rückgang zu erwarten ist. Steigende Zinsen und ein stärkerer US-Dollar dürften den Goldpreis noch einige Zeit belasten, doch ein möglicher schwarzer Schwan, wie beispielsweise ein bewaffneter Konflikt zwischen der Ukraine und Russland, könnte ein Katalysator sein, um den nächsten Anstieg auszulösen. Gold ist auf dem aktuellen Preisniveau relativ günstig und mittel- bis langfristig agierende Investoren finden hier bereits ein gutes Kaufniveau.

Weltweite Mindeststeuer auf Unternehmen

Die Finanzministerin der USA, Janet Yellen, warb gestern unter ihren G20 Amtskollegen für eine Mindeststeuer auf Unternehmensgewinne. „Wir arbeiten mit den G20-Ländern an der Zustimmung für eine globale Mindeststeuer für Unternehmen, die den 30 Jahre währenden Unterbietungswettbewerb beendet.“

Die Regierung in Washington ist gerade dabei die größte Steueranhebung seit 1942 umzusetzen, wobei eine Anhebung der Steuer auf Unternehmensgewinne von 21 % auf 28 % geplant ist. Dies soll einen Teil der gigantischen Infrastruktur- und Konjunkturausgaben finanzieren. Ziel des Vorstoßes ist den Unternehmen die Verlagerung der Gewinne in Steueroasen und Niedrigsteuer-Länder zu erschweren.

Janet Yellen hatte in Ihrer Funktion als Chefin der US-Notenbank, sowie insbesondere in ihren Interviews als Finanzministerin gezeigt, dass sie keinerlei ökonomischen Sachverstand besitzt und haarsträubende gemeinwirtschaftliche Ansichten vertritt. Mit den Steueranhebungen und insbesondere der Finanzierung der Staatsausgaben über die Druckerpresse befindet sich die Harris/Biden-Regierung auf dem direkten Weg die amerikanische Wirtschaft, deren Mittelstand und den Wohlstand des Landes zu zerstören. Bereits Marx glaubte, der einzige Weg den Kapitalismus zu zerstören läge in Steuern, Steuern und noch mehr Steuern. Insbesondere die US-Vizepräsidentin Kamala Harris machte in der Vergangenheit keinen Hehl aus ihrer freiheits- und wirtschaftsfeindlichen Gesinnung.

Der Staat besitzt kein Geld und alles was dieser verschwenderisch und ziellos ausgibt, wird letztlich die Bevölkerung doppelt und dreifach bezahlen müssen. Regierungen verstehen es Steueranhebungen für Unternehmen dem Bürger als Steuergerechtigkeit zu verkaufen, indem man multinationale Unternehmen medial verteufelt, die geschickt zum Teil sämtliche Steuern vermeiden. Man suggeriert, es wäre ungerecht, dass diese Unternehmen sich der Steuer entziehen können und würden so dem Staat und der Gemeinschaft einen vermeintlichen Schaden zufügen. Feinde der Freiheit und der Marktwirtschaft fordern daher gerne populistisch Unternehmen stärker zu besteuern.

Doch wie so oft, liegt die Wahrheit diametral gegensätzlich von dem, was Regierungen behaupten. Werden Unternehmen stärker besteuert, müssen sie die Preise für ihre Produkte folglich erhöhen, womit die Steueranhebungen letztlich immer die Endverbraucher an der Supermarktkasse bezahlen müssen. Jene, die die stärkere Besteuerung von Unternehmen verlangen, fordern praktisch eine verdeckte stärkere Besteuerung der Bevölkerung. Je weniger Unternehmen an Steuern zahlen und je weniger Geld der Staat wohlfahrtsmindernd und unproduktiv umleiten kann, desto besser ist es für die Wirtschaft und den Wohlstand aller Verbraucher.

Höhere Unternehmenssteuern zerstören zusätzlich die internationale Wettbewerbsfähigkeit der inländischen Unternehmen, was Arbeitsplätze im Land vernichtet und somit das Durchschnittseinkommen verringert. Genau hiervor fürchtet sich die US-Regierung, weshalb man versucht den Wettbewerb durch globale politische Gleichschaltung zu eliminieren, was ein extrem freiheitsfeindlicher Akt der neuen US-Administration ist. Es ist mehr als bedenklich, dass dieser Vorstoß gerade aus dem ehemaligen Land der Freiheit angestoßen wird.

Dazu kommt, dass den Unternehmen durch höhere Steuern Geld für Investitionen in Forschung und Entwicklung fehlt, weshalb bessere und günstigere Produkte langsamer oder gar nicht erst entstehen können. Dies schadet zusätzlich dem Endverbraucher, der auch hier schlechter gestellt wird.

Geld, das der Staat dem Bürger raubt, wird immer unproduktiv verschwendet, kostet produktive Arbeitsplätze und zerstört Wohlstand. Die Steuerzahler könnten stattdessen ihr hart verdientes Geld für benötigte Produkte und Dienstleistungen ausgeben, was neue Arbeitsplätze und neue Investitionen in Forschung und Entwicklung schafft. Stattdessen leitet der Staat ihr Geld um, reibt einen großen Teil in der eigenen Bürokratie auf und gibt es in der Regel für unproduktive und unnötige Zwecke aus. Je mehr Steuern der Staat erhebt, desto ärmer und rückständiger wird eine Gesellschaft. Die über die Inflationssteuer finanzierten Infrastrukturprogramme der Harris/Biden-Regierung sollen später vermeintlich die Wirtschaft ankurbeln, doch handelt es sich hierbei nur um unproduktive Fehlinvestitionen.

Mittlerweile haben 170 Millionen US-Amerikaner Helikoptergeld im Rahmen der dritten Runde von Konjunkturhilfen erhalten. Abgeordnete der Sozialdemokraten fordern bereits weitere Stimulus-Checks für die Bevölkerung und sogar automatische regelmäßige Zahlungen, praktisch ein Grundeinkommen, für einen Teil der Bevölkerung.

Das Einzige, was die Stimulus- bzw. Konjunkturprogramme auf Pump bewirken werden, ist ein Anstieg der Inflation und eine Umverteilung von Vermögen, weg vom kleinen Mann hin zu jenen, die große Schulden und Vermögen haben. Die vermeintlichen Hilfsprogramme und Stimulusschecks der US-Regierung sorgen diametral gegensätzlich dafür, dass die Armen noch ärmer und die Reichen noch reicher werden. Die bisherigen Konjunkturprogramme kosten jeden amerikanischen Steuerzahler 50.000 US-Dollar, während er von der Regierung vermeintliche Hilfen in Höhe von 2.000 US-Dollar erhält, doch auch nur dann, wenn er nicht zu viel verdient.

Würden demokratische Regierungen wirklich das Wohl der Menschen im Sinn haben, so würden diese die Steuern auf ein Mindestmaß senken und die Staatsausgaben größtenteils kürzen. Die Wirtschaft würde sofort einen nachhaltigen Boom erleben und die Krise binnen zwei/drei Jahren überwunden sein, worauf diese mit rekordhohen Raten wachsen und den Wohlstand der Bevölkerung schnell erhöhen würde.

Stattdessen setzen die neue US-Regierung sowie die europäischen Staaten auf höhere Steuern, mehr Staatsausgaben, höhere Schulden und noch mehr Inflation, was letztlich auch nur eine weitere Steuer ist. Das Einzige was aus dieser Politik wachsen wird, ist die Zerstörung des Mittelstandes, von Ersparnissen und Wohlstand. Während die Fiat- -Money-Währungen abwerten, werden die inflationsgeschützten Assetklassen, allen voran Gold und Silber enorme Preisanstiege erleben. Rentner und Pensionäre werden durch die Inflationssteuer einen Großteil ihrer Ersparnisse verlieren, weshalb es gerade für jene Gruppen besonders wichtig ist, sich mit Gold und Silber vor der Enteignung von Inflation zu schützen.

Technische Analyse zu Silber: Kurzfristige Kaufsignale – ist das die große Trendwende?

Terminmarkt zur Hälfte bereinigt

Der Preis fiel zur Vorwoche um 1,05 US-Dollar, während die Spekulanten gerade einmal 4,4 Tausend Kontrakte netto abbauten. Ebenso wie beim Gold ist das nicht das, was wir an einem Tief erwarten und sehen wollen. Die Spekulanten müssten massiv short gehen und sich der Preis relativ stark halten, was ein Tief normalerweise kennzeichnet. Stattdessen sehen wir das Gegenteil. Auch die großen vier Händler konnten Short-Positionen glattstellen, was die Schwäche noch einmal untermauert. Die Daten laufen absolut und zum Open Interest langsam in den neutralen Bereich, was grundsätzlich gut ist.

Im aktuellen politischen und geldpolitischen Umfeld ist zwar alles möglich, doch zeigen die Daten nicht das Setup, bei dem wir in den letzten Jahren die Tiefs immer sehr genau erwischt hatten. Wir wollen Panik unter den Spekulanten und dabei fundamentale Stärke sehen und nicht Spekulanten die kaum verkaufen und der Preis trotzdem fällt. Es besteht die Gefahr, dass der Preisanstieg der letzten Woche wieder in sich zusammenfällt. Unter 24,50 US-Dollar ist Silber wieder daher short und all jene, die mit dem Ausbruch über diese Marke gekauft haben, werden ihre Positionen wieder abstoßen. Nur dann, wenn sich der Preis über dieser Marke hält, ist Silber weiterhin long.

Die Bereinigung von der Spekulation erfolgt am Silbermarkt bisher nur sehr schleppend
Die großen vier Händler hatten den Preisrückgang genutzt, um Positionen zu schließen, was gut ist

Im kurzfristigen Chart zeigt sich beim Silber mit dem Unterschreiten der Unterstützung bei 24,50 US-Dollar ein Rücksetzer an den vorherigen Abwärtstrend. Dort gab es spekulative Käufe – einerseits technischer Natur, sowie aufgrund der Korrelation zum Goldpreis.

Ein mittelfristiger Abwärtstrend ist noch intakt. Dieser muss erst überwunden werden und darüber liegt gleich der stärkere Widerstand bei 26 US-Dollar. Nur dann, wenn sich der Goldpreis über seinem Abwärtstrend halten und weiterhin anstiegen kann, ist dieses Szenario möglich.

Fällt der Goldpreis hingegen zurück in seinen Abwärtstrend, wird auch der Silberpreis wahrscheinlich in dem Abwärtstrend verharren und noch einmal in den Bereich von 22 US-Dollar fallen. Bei Gold und Silber muss man nun auf die Abwärtstrends achten, denn diese entscheiden aktuell die Preisentwicklung für die kommenden Wochen und Monate.

Silber konnte einen ersten Abwärtstrend und einen Widerstand überwinden. Ein mittelfristiger Abwärtstrend muss jetzt noch genommen werden

Im Tageschart ist die Handelsspanne zwischen 28 US-Dollar auf der Oberseite sowie 22 US-Dollar auf der Unterseite gut sichtbar. Bleibt der Abwärtstrend intakt, so kann der Silberpreis weiter fallen, wobei die nächste signifikante Unterstützung bei 22 US-Dollar liegt. Sollten die Regierungen noch einmal einen Angriff auf Gold und Silber fahren, dann wären im Worst Case 19 US-Dollar denkbar im Umfeld eines panikartigen Abverkaufs. Dieses Tief sollte man dann nutzen und einfach kaufen auf kurz-, mittel- und langfristige Sicht.

Im besten Fall kann der Goldpreis nun weiter ansteigen. Über 24,50 US-Dollar ist Silber leicht bullisch, doch ein mittelfristiges Kaufsignal gibt es erst mit dem Bruch des Abwärtstrends über 25,50 US-Dollar und dann über dem nächsten Widerstand bei 26 US-Dollar. Unter 24,50 US-Dollar ist Silber hingegen wieder short.

Sobald der Abwärtstrend übersprungen wurde, entsteht ein mittelfristiges Kaufsignal

Im Wochenchart zeigt sich, dass sich der Silberpreis sehr stark auf hohem Preisniveau halten kann. Das Preismuster kann man als bullische Flagge interpretieren. Hält die Handelsspanne zwischen 22 US-Dollar auf der Unterseite und 28 US-Dollar auf der Oberseite, dann würde ein Ausbruch über 28 US-Dollar starke Käufe nach sich ziehen, die den Silberpreis binnen weniger Monate auf 48 US-Dollar katapultieren könnten. Es ist gut möglich, dass dem Silberpreis noch in diesem Jahr dieses Kunststück gelingen wird, da die Investmentnachfrage stetig wächst, da sich immer mehr Menschen gegen die Inflation absichern wollen. 

Noch ist der Silberpreis in einer Handelsspanne zwischen 28 US-Dollar und 22 US-Dollar gefangen