Die Korrektur im Edelmetallsektor hält weiter an und versucht das Vertrauen der Anleger vor allem über die Zeitachse zu untergraben. Während der Goldpreis mit 1.860 US-Dollar gerade einmal 10% und der Silberpreis mit 24 US-Dollar immerhin 20% unter den Hochs von Anfang August notieren, sorgt das dreieinhalb Monate währende Seitwärts-Geschiebe zunehmend für Irritation und Ungeduld. Dabei ähnelt der Verlauf der aktuellen Korrektur doch ganz deutlich allen anderen Rücksetzern in den letzten zwei Jahren. Während den Bären auf der Unterseite kaum Fortschritte gelingen, kommt es auf der Oberseite immer wieder zu scharfen und plötzlichen Rücksetzern, welche für Enttäuschung und Fragezeichen sorgen. Insgesamt hat sich das zähe und verwirrende Seitwärts-Geschiebe im Sektor aber fortgesetzt und mit dieser Streckfolter über die Zeit viele schwache Hände abgeschüttelt sowie das Sentiment komplett bereinigt. Zwar kann man (noch) nicht von einer Aufgabestimmung sprechen, aber das Interesse und Zutrauen in den Edelmetallsektor ist vor allem in der medialen Berichterstattung wieder deutlich gesunken.

Fundamental und im großen Bild hat sich aber überhaupt nichts geändert. Die laufende Korrektur bei den Edelmetallen kam erwartet und ist vollkommen gesund. Es gibt gar keinen Anlass zur Sorge. Im Gegenteil, während die Finanzmärkte sehnsüchtig nach dem nächsten großen Stimulus Paket lechzen, weiten weltweit alle Zentralbanken ihre Bilanzsummen immer stärker aus. Alleine Madame Lagarde kreierte im Elfenbeinturm der europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt zuletzt per Mausklick jede Woche knapp 35 Mrd. Euro aus dem Nichts. Die Bilanz der EZB erreicht mit 6.833,5 Mrd. Euro ein neuerliches Allzeithoch. Diese Euros sind im System und zerstören die Kaufkraft. Nur mit Gold, Silber, Bitcoin sowie unter Abstrichen auch mit Minen- und Rohstoffaktien können Sie sich und ihre Familie gegen diesen Wahnsinn schützen.

Tageschart Silber in US-Dollar – Wahrscheinlichkeit für neue Tiefs sinkt deutlich

Der Silberpreis bewegte sich seit dem Corona-Crash im März in einem großen Aufwärtstrendkanal ausgehend von 11,64 US-Dollar bis auf 29,86 US-Dollar nach oben und korrigiert seit dem 7.August diesen Anstieg. Der Tiefststand der immer noch laufenden Korrektur wurde bislang Mitte September bei 21,66 US-Dollar erreicht. Seitdem kam es zu einem konfusen Hin- und Her, ohne dass die Bären die Silbernotierungen nochmals unter 22 US-Dollar drücken konnten. Nachdem es in der letzten Handelswoche zu einem scharfen Kursrutsch von 26 US-Dollar auf 23,55 US-Dollar kam, bemühen sich die Bären aktuell darum, den Aufwärtstrendkanal nach unten aufzubrechen. Sollte Ihnen dieses Unterfangen gelingen, wären tatsächlich nochmals Kurse um 23 US-Dollar und eventuell auch unterhalb von 22 US-Dollar denkbar.

Allerdings macht vor allem der Goldpreis aktuell eher den Eindruck, als ob die Unterstützungszone um 1.850 US-Dollar möglicherweise verteidigt werden könnte. Sowohl der Wochen- als auch der Tageschart sind überverkauft und liefern erste antizyklische Einstiegssignale. Sollte sich der Goldpreis im Bereich um 1.850 bis 1.860 US-Dollar halten können, wird der Silberpreis nicht mehr deutlich fallen. Alternativ kommt es doch noch zu einem finalen Ausverkauf am Goldmarkt in Richtung 1.800 US-Dollar. Nur dann wird der Silberpreis ebenfalls unter die Räder geraten und in den nächsten Wochen noch seine steigende 200-Tagelinie (20,37 US-Dollar) erreichen.

Gerade angesichts der erneuten Lockdowns und der dadurch möglicherweise erneut eingeschränkten Angebotslage könnte sich das zähe und konfuse Seitwärtsgeschiebe in den nächsten Wochen aber einfach noch fortsetzen. Da bei eingeschränkter Angebotslage wieder deutlich anziehende Aufschläge bei Münzen und Barren zu erwarten sind, sollte man allerdings besser nicht mehr auf den finalen Ausverkauf hoffen. Stattdessen ist jetzt die Zeit zum Handeln gekommen!

Insgesamt ist die Korrektur insbesondere beim Gold schon sehr weit vorangeschritten. Spätestens ab Mitte Dezember ist hier eine Trendwende und der Beginn einer neuen Aufwärtsbewegung zu erwarten. Da Silber momentan kein Eigenleben führt, wird es mehr oder weniger dem Preis-Geschehen beim Gold folgen. Aufgrund der drohenden Angebotsengpässen ist jetzt die Zeit gekommen, die geduldige und abwartende Haltung der letzten Monate aufzugeben. Das verbleibenden Restrisiko beträgt beim Goldpreis vielleicht noch 50 bis 75 US-Dollar. Beim Silber könnten es durchaus noch 1 bis 3 US-Dollar sein. Trotzdem sollte man nun mit beiden Händen sowohl bei den physischen Edelmetallen als auch bei den Minenaktien zugreifen.

Silber in Euro: Kauflimit wird auf 20,50 Euro angehoben

Mit Tiefstpreisen um 19,30 Euro hat das genannte Kauflimit unterhalb von 20,00 Euro mehrmals ab Ende Oktober gegriffen. Auch wenn die technische Lage beim Silber aktuell noch keine neuen Kaufsignale sendet und theoretisch weitere Rücksetzer möglich sind, macht eine Erhöhung des Kauflimits auf 20,50 Euro jetzt Sinn. In der aktuellen Lage ist es einfach wichtiger, ausreichend physische Edelmetalle zu besitzen, anstatt den allerbesten Preis zu erzielen. Es empfiehlt sich mindestens 10%, besser 15 bis 25% seines Gesamtvermögens in Gold und Silber zu halten.