Weiterhin befinden sich der Goldpreis und damit natürlich auch der gesamte Edelmetall Sektor seit Anfang August in einer Korrektur bzw. Konsolidierung. Während sich das Gold bislang mit einem Rücksetzer bis auf 1.850 US-Dollar (-11% vom neuen Allzeithoch) noch auf relativ hohem Niveau halten kann, kam der Silberpreis bereits um 27,45% von seinem Augusthoch zurück. Einzelne Minenaktien hat es noch schwerer erwischt und manch unerfahrener Anleger findet sich hier plötzlich aufgrund seiner eigenen Ungeduld mit 30 – 50% Buchverlust unter Wasser. 

Dabei bewegt sich der gesamte Sektor ganz klar in einem Bullenmarkt. Neue Allzeithochs sind beim Goldpreis nur eine Frage der Zeit. Auch der Silberpreis wird in den nächsten Jahren höchstwahrscheinlich auf neue Allzeithochs deutlich oberhalb von 50 US-Dollar steigen. Und die Minenaktien werden das ganze Spektakel zwar volatil, aber mit einem gewaltigen Hebel auf die Edelmetallpreise begleiten. Trotzdem gilt wie immer an den Finanzmärkten: Tief kaufen. Schwäche kaufen. Geduldig bleiben. „Buy the dip“.

Wer aber in blinder Gier oder getrieben von der Angst etwas zu verpassen, in die stark gestiegenen Kurse hinein im Juli oder August gekauft hat, befindet sich bereits teilweise deutlich unter Wasser. Dann gelingt einem schnell das Kunststück in einem Bullenmarkt Geld zu verlieren! Gerade beim Silber und den Minenaktien kann die hohe Volatilität leicht für Ungeduld und Fehler sorgen. Wer auf zweistelligen Buchverlusten sitzt, verliert sofort die Unbeschwertheit und macht in seiner emotionalen Lage weitere Fehler. Insbesondere verkaufen Privatanleger dann am Tiefpunkt entnervt ihre Positionen, statt die Kaufchancen zu nutzen. 

Wer in solch einer zugegeben schwierigen Situation steckt, sollte sich einfach auf den Goldpreis verlassen. Dieser hält sich bislang stärker als erwartet und will die 2.000 US-Dollar Marke nicht ganz aus dem Blick verlieren. Die Reaktion seit dem Doppeltief bei 1.850 US-Dollar vor 10 Tagen war zwar nicht berauschend, aber doch solide. Bis Mitte Dezember könnte die schwierige Konsolidierungsphase mit tückischen Bewegungen in beiden Richtungen noch weitergehen. Dann aber sollten die Bullen wieder das Zepter übernehmen und dem Edelmetallsektor einen starken Start in das neue Jahr hinein bescheren. Bis dahin müssen Sie sich also noch zumindest zwei Monate gedulden und einfach die Nerven behalten.

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Goldpreis-Chart in US-Dollar – Geht das Seitwärtsgeschiebe eine Ebene tiefer weiter?

Erwartungsgemäß wurde das Dreieck am Goldmarkt vor knapp drei Wochen mit einem deutlichen Rutsch nach unten aufgelöst. Dies führte zu einem ersten Ausverkauf bis auf 1.850 US-Dollar. Ausgehend von einem Doppeltief um diese Marke konnten die Bullen aber die überverkaufte Lage zu einem Konter bzw. zu einer Erholung nutzen. Innerhalb von einer nur Handelswoche standen die Goldnotierungen so schon wieder bei 1.921 US-Dollar. Die weiterhin schwierige und undurchsichtige Gesamtlage an den Finanzmärkten sorgte dann jedoch für einen erneuten Rücksetzer am Goldmarkt, welcher bislang um 1.873 US-Dollar aufgefangen wurde. Die erneute „kleine“ Gegenbewegung bis auf aktuell 1.892 US-Dollar ist bislang ist nicht wirklich überzeugend, lässt aber nach wie vor die Möglichkeit einer weitergehenden Erholung auf dem Chart.

Entscheidend auf der Oberseite sind nun zunächst die Abwärtstrendlinie (mittlerweile im Bereich um 1.920 US-Dollar) sowie die Marke von 1.935 US-Dollar. Können die Bullen in den nächsten Tagen diese beiden Widerstände überwinden, steht einer größeren Erholung in Richtung 1.970 bis 2.020 US-Dollar nichts mehr im Wege. Trotzdem müsste eine derartige Erholung noch nicht das Ende der Korrekturphase bedeuten. Dazu bergen die Wochen vor und nach der US-Wahl noch zu viel Ungewissheit und damit Risiken.

Gleichzeitig konnten aber auch die Bären auf der Unterseite bislang kaum nachhaltige Erfolge feiern. Die Korrektur seit dem neuen Allzeithoch bei 2.075 US-Dollar Anfang August gestaltet sich insgesamt sehr zäh. Ein Bär hätte Nerven wie Drahtseile haben müssen, um diese verwirrende Phase mit einer Short-Position bis heute durchhalten zu können. Trotzdem spricht das charttechnische Bild schon noch für einen wie auch immer gearteten Rücksetzer zumindest bis zur schnell steigenden 200-Tagelinie (1.741 US-Dollar). Die ehemalige Widerstandszone um 1.800 US-Dollar wäre für ein Wiedersehen mit dieser wichtigen gleitenden Durchschnittslinie prädestiniert. Aus dieser Perspektive heraus wird aber klar, dass die Korrektur am Goldmarkt wohl noch mehr Zeit benötigen wird. Da die 200-Tagelinie derzeit um ca. zwei US-Dollar pro Handelstag steigt, würde sie die Zone um 1.800 US-Dollar in ca. fünf bis sechs Wochen, also Mitte/Ende November, erreichen.

In der Konklusion fehlen den Bullen kurzfristig noch knapp 30 US-Dollar, um die Fortsetzung der Erholung zu bestätigen. Währenddessen würden die Bären vermutlich schon unterhalb von 1.870 US-Dollar wieder fester im Sattel sitzen. Sollte keiner der beiden Seiten eine nachhaltige Bewegung gelingen, kann sich das Seitwärtsgeschiebe zwischen 1.870 und 1.920 US-Dollar auch noch länger hinziehen. Vor der US-Wahl empfiehlt sich in jedem Fall ein erhöhtes Maß an Geduld und Zurückhaltung. Sollte es zu einem Rücksetzer in Richtung 1.800 US-Dollar wäre dies eine Kaufchance.

1.Kauflimit auf Euro Basis bislang knapp verfehlt

In Euro gerechnet fiel der Goldpreis bislang bis auf 1.586 Euro zurück und verfehlte damit das genannte Kauflimit um 11 Euro. Das Momentum kommt aber trotz der angelaufenen Erholung nicht auf die Beine. Die schnell steigende 200-Tagelinie (1.545 Euro) dürfte daher in den kommenden Wochen bzw. bis Mitte Dezember wohl noch erreicht werden. Insgesamt ergibt sich daher eine ideale 1.Kaufzone im Bereich von ca. 1.575 bis 1.530 Euro. Angesicht des eher absteigenden Dreiecks stehen die Chancen für einen Rücksetzer in diese Zone weiterhin gut. Das empfohlene Kauflimit bleibt unverändert bei 1.575 Euro

Autor: Florian Grummes

Technischer Analyst

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Quelle: GOLD.DE