Dies ist das achte von insgesamt zehn Kapiteln aus dem eBook „Goldaktien: 10 Erfolgsfaktoren für fortgeschrittene Anleger“. Jedes Kapitel behandelt eine Frage, die du beantworten solltest, bevor du eine Goldaktie kaufst. Viel Spaß bei der Lektüre!

Wie gehen das Management und du selbst mit Marketing um?

„Mit dieser Aktie sind in den nächsten Monaten 500% Gewinn garantiert! Steig jetzt schnell ein oder du verpasst die Chance deines Lebens!“ Kommt dir diese Art von Börsenwerbung bekannt vor? Ich lese solche haarsträubenden Versprechungen fast täglich, weshalb ich mir für goldgeldwelt.de vorgenommen habe, bescheidener und seriöser zu bleiben, selbst wenn ich von einer Anlageidee persönlich sehr überzeugt bin.

Auch bei Goldaktien setzen nicht wenige Unternehmen auf sehr aggressive Werbestrategien, um ihre Aktie kurzfristig zu pushen. Erfahrungsgemäß halten somit gesteigerte Kurse nicht nachhaltig an, sondern kehren früher oder später zu einer realistischeren Bewertung zurück. Die Alarmglocken gehen bei mir an, wenn ich Insiderverkäufe (z.B. auf www.sedi.ca während einer Marketingkampagne entdecke.

Auch wenn ich als Privatanleger grundsätzlich Gewinnmitnahmen bei steigenden Kursen richtig und wichtig finde: Trennt sich das Management eines Unternehmens in Phasen bewusst erzeugter, gesteigerter Liquidität von signifikanten Anteilen der eigenen Aktien, sollte man als Anleger vorsichtig werden und sich zweimal überlegen, ob man die Aktien der Insider wirklich haben möchte.

Auf der anderen Seite gibt es (vor allem kleine) Aktienunternehmen, die viel zu wenig Marketing machen und absolut unter dem Radar der Anleger, ohne jegliche Handelsvolumina vor sich hindümpeln. Mangelnde Liquidität macht eine Aktie uninteressant für institutionelle Anleger und erhöht die Volatilität.

Darüber hinaus wundern sich regelmäßig Geologen, die sehr gute Bohrergebnisse publizieren, dass „der Markt“ nicht reagiert. „Tu Gutes und sprich darüber“, sollte die Devise von Unternehmen lauten. Neben einem operativen, wirklich wertschaffenden Schwerpunkt, ist eine geeignete Marketingstrategie für kleinkapitalisierte Aktienunternehmen von nicht zu unterschätzendem Wert.

Steigt das Interesse an einer Aktie im Markt, erhöht sich die Nachfrage, was sich in Folge auch durch steigende Kurse ausdrücken kann. Wenn eine Aktie nicht nur kurzfristig gepusht wird, sondern mittel- und langfristig gesteigerte Beachtung findet, ist das Management idealerweise in der Lage, bei vergleichsweise höheren Kursen in Privatplatzierungen zu finanzieren und somit für das gleiche eingesammelte Geld, weniger Aktien und Optionen ausgeben zu müssen. Die bestehenden Aktionäre werden weniger verwässert.

Für dich als Anleger ist die Frage, wie das Management eines Unternehmens mit Marketing umgeht also wichtiger als du vielleicht bislang angenommen hast. Von viel größerer Wichtigkeit ist jedoch, wie du selbst mit dem Marketing von Unternehmen umgehst!

Vor allem in den Segmenten small-cap (< 100 Mio. Marktkapitalisierung) und micro-cap (< 20 Mio. Marktkapitalisierung), in denen allein aufgrund der Größe der Unternehmen schon gewisse grundsätzliche Risiken bestehen, ist es extrem wichtig, dass du dich durch Berichterstattung über solche Unternehmen inspirieren und informieren lässt, jedoch auf keinen Fall blind „Empfehlungen“ folgst – schlimmstenfalls auch noch ohne ausreichende Diversifikation.

Zudem kommt es beim Marketing von Aktiengesellschaften nicht selten zu kumulierter Berichterstattung. Wenn verschiedene Quellen plötzlich gleichzeitig über eine kleine Goldaktie berichten, spricht das den Herdentrieb in uns an und wir gehen unterbewusst davon aus, dass etwas an einer Story dran sein muss, wenn verschiedene Experten darüber berichten. Nicht selten werden jedoch einfach verschiedene Firmen gleichzeitig mit dem Marketing für eine Aktie beauftragt.

Lass mich an dieser Stelle klarstellen, dass ich absolut nichts gegen bezahltes Research oder bezahltes Marketing für Aktienunternehmen einzuwenden habe. Wenn die Berichterstattung sauber und ethisch abläuft und auf eventuelle Interessenkonflikte hingewiesen wird, kann dadurch sogar ein immenser Mehrwert nicht nur für die entsprechende Aktiengesellschaft, sondern auch für interessierte Anleger entstehen, die im besten Fall gut recherchierte Informationen auf dem Silbertablett erhalten.

Mein Plädoyer für dich als Anleger ist Folgendes: Verabschiede dich möglichst schnell von der Börsenneuling-Annahme, jemandem blind zu folgen, würde dich reich machen. Entscheide dich entweder für einen relativ passiven Anlagestil (z.B. breit diversifizierte ETFs und physische Edelmetalle) oder triff eigene Entscheidungen und übernimm dafür auch die Verantwortung. Wie es im englischen so schön heißt: „Always do your own due diligence“.

Dies war das achte von insgesamt zehn Kapiteln aus dem eBook „Goldaktien: 10 Erfolgsfaktoren für fortgeschrittene Anleger“. Das vollständige Dokument kannst du kostenlos hier herunterladen:

Viele Grüße,

Dein Florian

Florian Munsch

Herausgeber goldgeldwelt.de