In Zeiten von Niedrigzinsen und wirtschaftlicher Abkühlung stellt sich für Anleger mehr und mehr die Frage, welche Investments heute noch interessant sind. Einfache Zinseinlagen wie Tagesgeld oder Festgeld bringen kaum noch nennenswerte Renditen und nicht jeder verfügt über das nötige Wissen, sofort am Aktienmarkt einzusteigen. Da erscheint eine Goldanlage eine sehr attraktive Alternative zu sein. Wie viele Sachwerte gilt Gold als krisensicher. Doch wie sieht eine Investition in Gold im Detail aus und was ist dabei zu beachten?

Abbildung 1: In Gold investieren – ja oder nein? es spricht grundsätzlich nichts dagegen, dass eigene Portfolio um Gold zu ergänzen. Ein Anteil von 10-15% am Gesamtportfolio sind durchaus in Ordnung. Bildquelle: @ erik_stein / Pixabay.com

Warum ist Gold eine krisenfeste Geldanlage?

In den Medien lässt sich immer wieder vernehmen, dass Gold als krisenfeste Geldanlage gilt. Doch woher kommt diese Bezeichnung eigentlich? Grundsätzlich lässt sich auf Zeiten starker Inflation zurückführen. Die Zeiten der Hyperinflation in Deutschland 1919-1923 haben damals Teuerungsraten von über 50% pro Monat hervorgebracht. Der Oktober 1923 sticht sogar mit 29.525% hervor. In solchen Zeiten sind alle Investitionen, die auf der Basis von Geld getätigt werden, ziemlich schnell wertlos.

In einer solchen Situation profitieren zum einen Menschen, die Schulden haben. Wer heute einen Kredit aufnehmen möchte, zahlt laut dem Rechner von Kreditvergleich24.com heute je nach Bonität zwischen 1,48% und 12,49% Zinsen pro Jahr. Sinkt allerdings der Wert des Geldes rapide, vermindert sich auch der Gegenwert der Schulden. Wer in einer Hyperinflation nach 6 Monaten für 5.000 Euro maximal noch eine Monatsmiete zahlen kann, hat als Schuldner ein gutes Geschäft gemacht.

Auch Menschen mit Sachwerten profitieren

Die zweite Gruppe der Profiteure sind diejenigen, die Sachwerte ihr Eigen nennen. Ob nun Gold, Immobilien oder andere Rohstoffe – diese Sachwerte haben einen Wert in sich:

  • Gold: wird in der Wirtschaft vielseitig als Rohstoff verwendet
  • Immobilien: bieten einen Platz zum Leben

Somit sind entsprechende Anlageklassen also unabhängig von ihrem nominalen Wert nützlich. Dies sorgt dafür, dass Gold auch bei einer Hyperinflation noch als Tauschmittel mit einem deutlich höheren Wert akzeptiert wird als die aktuell gültige Währung. Wer sich also vor einer solchen Situation absichern möchte, fährt mit Gold sehr gut.

Warum Gold trotzdem nicht das Haupt-Asset sein sollte

Gold stellt bei sehr großen Krisen eine gute Absicherung dar. Dies stimmt aber vor allem dann, wenn es zur Geldabwertung im großen Stil kommt oder das Wirtschaftssystem vor dem Kollaps steht. Ansonsten gilt für Gold: Der Preis ist durchaus Schwankungen unterworfen. Aktuell scheint er sich wieder seinem Höchststand in den Jahren 2009-2012 anzunähern, als nach der großen Finanzkrise sehr viele Anleger auf der Suche nach Sicherheit waren. Doch niemand weiß, wohin die Reise langfristig geht. Fakt ist aber auch: In den letzten 20 Jahren konnte Gold seinen Wert trotz der Schwankungen um über 450% steigern.

Die Volatilität des Edelmetalls kann unter Umständen je nach Einstiegszeitpunkt auch zu großen Wertverlusten führen. Aus diesem Grund ist Gold zwar eine gute Ergänzung für ein Anlageportfolio, aber als alleiniges Asset nicht zu empfehlen.

Wie können Anleger in Gold investieren?

Die Möglichkeiten für ein Goldinvestment sind heute recht vielfältig, so dass sich für jeden Anlegertyp passende Lösungen finden lassen . Hier die gängigsten Varianten im Überblick:

1.) Physischer Kauf von Gold

Anleger haben auch heute die Möglichkeit, Gold in physischer Form zu erwerben. Dies ist heute vor allem in Goldbarren oder Münzen möglich. Der Vorteil: Hier spielt der Rohstoff wirklich seine Eigenschaften als Sachwert aus. In einer großen Krise könnte der Rohstoff am Ende als Zahlungsmittel genutzt werden. Der große Nachteil besteht darin, dass physisches Gold irgendwie gelagert werden muss. Wer sich keinen Safe für zu Hause kaufen möchte, muss das Gold irgendwo einlagern – hierfür fallen mitunter happige Gebühren an.

2.) Gold-ETCs

Eine Variante des Goldkaufs stellen sogenannte Gold ETCs dar. Diese Exchange Traded Commodities sind ETFs sehr ähnlich. Da ein ETF in Deutschland jedoch nicht nur ein Bestandteil enthalten darf, wurden entsprechende ETCs ins Leben gerufen. Diese weisen im Vergleich zum physischen Kauf von Gold den großen Vorteil auf, dass sie keinerlei Lagerkosten mit sich bringen. Das erleichtert zudem die Handelbarkeit, weil nicht wirklich eine Ware bewegt werden muss.

Die Kosten dieser Anlagemöglichkeit bewegen sich zudem auf einem recht niedrigen Niveau. Zudem sollten Anleger darauf achten, in welcher Währung die ETC angeboten wird. Bei einer Notierung in US-Dollar kommen nämlich noch Währungsrisiken hinzu, die die Rendite verhageln könnten.

3.) Aktien im Bereich Gold

Darüber hinaus ist es natürlich auch möglich, indirekt in Gold zu investieren. Dies funktioniert durch den Kauf der Aktien von Minenbetreibern und somit Goldproduzenten. Beim Stock-Picking müssen Anleger jedoch die einzelnen Unternehmen genau unter die Lupe nehmen. So lassen sich Fehlkäufe von nicht-profitablen Unternehmen vermeiden.

Wahlweise besteht auch die Möglichkeit, auf einen ETF zu setzen, der entsprechende Indizes mit Goldminen-Aktien abbildet. Gängige Indizes sind hierbei der S&P Commodity Producers Gold Index oder der NYSE Arca Gold Miners NR USD. Durch die Wahl eines solchen ETFs lässt sich das Risiko streuen, da die Indizes viele Aktienwerte aus der Branche in sich vereinen. Auf diese Weise schleißen Anleger aus, dass sie die „falschen“ Einzelwerte herauspicken.

Sollte der Goldpreis generell und damit die Gewinne der Goldminen-Betreiber sinken, vermindern sich jedoch im Normalfall auch die Kurse der entsprechenden Aktien. Vor solchen Branchenrisiken schützt also auch ein ETF nicht.

Diese Optionen stellen aktuell die besonders Methoden dar, einen Teil des eigenen Kapitals in Edelmetalle wie Gold zu investieren. Wer also sein Portfolio entsprechend ergänzen möchte, kann ein passendes Finanzprodukt auswählen und das Ganze so ein Stück weit besser absichern.

Gold stellt eine sehr gute Ergänzung dar

Edelmetalle wie Gold gehören für viele Anleger ganz selbstverständlich in ein gutes Portfolio. Gegen einen solchen Gedanken ist grundsätzlich auch nichts einzuwenden, denn als Sachwert kann Gold gerade in großen systemischen Krisen für ein gewisses Maß an Sicherheit sorgen. Allerdings sollten Anleger stets bedenken, dass der Goldpreis stark schwanken kann und somit auch deutliche Kursverluste nicht auszuschließen sind. Aus diesem Grund ist es wichtig, die eigene Anlagestrategie nicht nur auf Gold zu fokussieren, sondern das Risiko zu verteilen. Wer jedoch das eigene Portfolio absichern möchte, kann einen Anteil von 10-15% durchaus auch in Edelmetallen halten.    

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