Gold steht maßgeblich unter dem Einfluss von Geld- und Geopolitik. Auch mit Blick auf 2020 wird das gelbe Edelmetall Spielball der globalen Entwicklungen bleiben. Währungs-Experte David Lusow von der IG Group blickt in seinem Ausblick für 2020 auf ein fulminantes Jahr 2019 zurück. Nach einem deutlichen Anstieg sei Gold nunmehr nur noch etwas mehr als 20 Prozent von Hoch des Jahres 2011 entfernt. Damals dominierte die Staatsschulden-Krise die Märkte und Gold galt vielen Investoren als Ersatzwährung.

Steigende Rezessionsangst könnte Goldpreis 2020 anschieben

Auch aktuell profitiere Gold von der seit Ende 2018 gesteigerten Nachfrage von Anlegern. Waren es zunächst die Notenbanken, hätten im Verlauf des Jahres ETF-Anleger dem Edelmetall Aufschwung gegeben. Eher mau sei dagegen die Nachfrage seitens der Schmuckindustrie. ETF-Zuflüsse sieht Lusow in erster Linie in Europa und in den USA. Dort also, wo im Verlauf des Jahres 2019 die Sorgen vor einer Rezession wuchsen. In Asien sei es dagegen teilweise sogar zu überwiegenden Verkäufen von Gold-ETFs gekommen. Damit sei die Weltkonjunktur ein wichtiger Faktor für die Entwicklung des Goldpreises. Auch die Notenbanken könnten Gold bis ins Jahr 2020 hinein unterstützen, erklärt Lusow. Dann nämlich, wenn niedrigere Zinsen beispielsweise im Dollarraum die Angst vor einer Rezession schüren und den Dollar relativ zu Gold weniger attraktiv machen. Aus charttechnischer Sicht hält Lusow neue Hochs jenseits von 1.600 US-Dollar zwar für fraglich, sieht Gold aber zugleich bei 1.400 Dollar unterstützt.

Kleine Unternehmen als spekulatives Investment

Für Unternehmen aus dem Goldsektor bedeutet eine solche Ausgangslage Planungssicherheit. Sollten die Rezessionsängste darüber hinaus zunehmen, könnte das sogar für zusätzliche Fantasie im Sektor sorgen. Gerade die Kurse kleinerer Unternehmen könnten in einem solchen Fall anspringen. Ein Beispiel ist die in Brasilien tätige Gesellschaft Cabral Gold (TSX-V; CBR; WKN: A2JC8S; ISIN: CA1271061022). Diese besitzt das Cuiú-Cuiú-Projekt mit Potenzial von bis zu 9,6 Gramm Gold je Tonne auf einer Strecke von 16,9 Metern. Das Unternehmen ist aktuell mit rund acht Millionen kanadischen Dollar bewertet. Das Management selbst hält knapp ein Viertel der Aktien.