In den letzten Monaten hat der sich immer weiter zuspitzende Handelskrieg zwischen China und den USA die ohnehin schwächelnden Wirtschaftsnationen immens beeinträchtigt. Und daneben auch an den Börsen für dementsprechende Volatilität gesorgt. Die „Strafzoll-Manie“ des US-Präsidenten zeigte weltweite Wirkung.

Nun ist aber eine Situation eingetreten, die Hoffnung auf Deeskalation bedeuten könnte. Bereits am Mittwoch, den 28.8.2019, hatte Gao Feng als Sprecher des chinesischen Handelsministeriums mitgeteilt, dass China bereit sei den Handelskrieg mit Washington mit einer ruhigen Grundhaltung zu lösen, und dass die Verhandlungsteams aus den USA und China weiterhin effiziente Gespräche führen. Dies deutet darauf hin, dass China mehr an Verhandlungen interessiert ist als an Vergeltungsmaßnahmen. Gleichzeitig erklärte er, Peking wolle, dass einige der erlassenen Zölle, zurückgenommen werden, damit die zwei Seiten im September verhandeln können.

China habe, so Gao am Mittwoch, viele Möglichkeiten für Gegenmaßnahmen, aber in der gegenwärtigen Situation geht es darum, die neuen Zölle auf China-Waren im Wert von 550 Milliarden Dollar zu entfernen, um eine Eskalation des Handelskrieges zu vermeiden.

Boris Schlossberg, Direktor Devisen bei BK Asset Management sagte, „die Pattsituation zwischen China und den USA bleibt angesichts der widersprüchlichen Aussagen in diesem Sommer unberechenbar. Aber die versöhnlichen Töne aus Peking deuten darauf hin, dass der interne Druck zur Konfliktentschärfung zunimmt, da die konjunkturelle Belastung offensichtlich anfängt, ihren Tribut zu fordern.“

Nichtsdestotrotz rät Schlossberg Anlegern sich zurückzuhalten: „Wir raten den Händlern zu einer gewissen Skepsis, bis eine Seite die Zölle entfernt und idealerweise ein Handelsabkommen unterzeichnet wird.“

Denn aller Verhandlungen zum Trotz ist man nie sicher, wie der US-Präsident schlussendlich reagieren wird. Stimmt er Verhandlungsergebnissen und einem aussetzen der Strafzölle zu, oder wird er weiterhin seinen Eskalationsweg beschreiten. Auch wenn am Donnerstag den 29.8.2019 diese Nachricht aus China bereits für Partystimmung an den Börsen sorgte (z.B. DAX + 100 Punkte), fix ist noch lange nichts. Aber man darf es zumindest als Fortschritt sehen, dass sich beide Länder auf einer konstruktiven Verhandlungsebene begegnen.