In Zeiten von Handelskriegen und weltweiten Wirtschaftsproblemen ist die Betrachtung von Nachrichten über Verlagerung von Interessen im Bergbau sowie politischen Ausrichtungen ein wichtiger Teil, um über den Markt aktuell informiert zu sein. Aus diesem Grund betrachtet der Miningscout intensiv internationale Aktivitäten und Trends.

CHINA – Stimulierung der Infrastruktur

In Anbetracht der eskalierenden Handelsstreitigkeiten mit den USA hat die chinesische Regierung bereits seit 3 Quartalen die Investitionen in die heimische Infrastruktur verstärkt. Dies hat, so nebenbei bemerkt, eine positive Nachwirkung, da sich Investitionen in die Infrastruktur durch eine sich dadurch verstärkende Wirtschaftsleistung nachhaltig und gut für den Staat rentieren.

Es hat aber auch durch die mit den Investitionen einhergehenden Bauaufträge direkten Einfluss auf den nötigen Rohstoffnachschub. Speziell Eisen und Stahl werden in den kommenden Quartalen stark aus dem Bausektor nachgefragt bleiben. Kupfer und Aluminium sollten sich allerdings nur geringfügig erholen, da für 2020 aus dem Hauptbedarfsbereich Elektromobilität nur marginale Zuwächse erwartet werden. Nickel sollte ebenfalls eine verstärkte Nachfrage erfahren.

Trotz sich abkühlender Weltkonjunktur schafft China mit seinen Investments in die Infrastruktur eine verbesserte Nachfragesituation für alle Rohstoffe, die für die Umsetzung der Projekte notwendig sind.

USA – Seltene Erden

Der Bedarf der USA an seltenen Erden ist schon alleine durch die Rüstungsindustrie gegeben. Ein Ausbleiben der Versorgung durch die Streitereien mit China und einer möglichen Ausfuhrbeschränkung kann sich das Pentagon kaum leisten. Zudem ist die Abhängigkeit von China der USA ohnehin ein Dorn im Auge. China ist schlussendlich der weltweit ultimative Versorger und diktiert weitgehend die Märkte.

Die Suche nach Alternativen für die USA hat im Pentagon mittlerweile offiziellen Charakter und intensive Gespräche des Verteidigungsministeriums mit Australien und Kanada aber auch Afrika werden bereits geführt. Aus Australien verspricht sich das Ministerium das größte Potential, denn Australia’s Lynas Corp wäre der weltweit größte Produzent und Verarbeiter an seltenen Erden außerhalb Chinas. Jedoch ist die australische Botschaft derzeit nicht bereit, über mögliche Gespräche oder Verhandlungen Auskunft zu geben. Auf inländische Versorgung kann die USA nicht zurückgreifen, denn die einzige operative Mine besitzt keine Produktionsstätten. Und in Canada ist California’s Mountain Pass Mine erst im Aufbau und wohl erst gegen Ende 2020 für Lieferungen bereit. Es bleibt spannend, ob es den USA gelingen wird aus den Fesseln Chinas zu entkommen.

UBS – Goldpreis

Über lange Jahre war die Schweizer Bank dafür bekannt, den Goldpreis besonders negativ zu bewerten. Zwar wurden deren prognostizierten Tiefstkurse niemals erreicht, aber deren Analysten waren stets übervorsichtig in ihren Prognosen. Dies galt auch für die Vorschau der Kursentwicklung. Auch hier waren die Analysten überwiegend pessimistisch, sogar noch bis vor wenigen Wochen, als der Goldkurs bereits die Marke von 1.400 USD je Unze nachhaltig überschritten hatte. Auch da noch hielten sie in der 12-Monatsvorschau maximal 1.500 USD je Unze für realistisch.

Das erste Mal, dass die UBS für Gold eine prosperierende Zukunft bescheinigt, überrascht daher umso mehr. Nun können wohl auch die Bankanalysten den Aufwärtstrend nicht mehr leugnen und beziffern die Kursvorschau mit 1.600 USD für die kommenden 3 Monate, wobei Schwankungen zwischen 1.450 USD und 1.600 USD je Unze einkalkuliert werden müssen. Die Analysten Giovanni Staunovo und Wayne Gordon bestätigen in einem Interview, dass auch sie nun Gold als sicheren Hafen in Zeiten instabiler Handelsbeziehungen anerkennen und daher ihre Prognosen revidieren mussten. In der 12-Monatsvorschau sehen sie den Goldkurs bei rd. 1.650 Unzen liegen, wobei zwischenzeitliche Rücksetzer den Trend nicht stören sollten.